Rich Phillips wollte sich zum Feiern mit seinem Bruder treffen, also bestellte er sich an einem Abend im August ein Uber, das ihm beim „Coombe Weekender Festival“ im englischen Coventry abholte, seinen Bruder in der Delaware Road einsammelte und beide dann zu ihrer Lieblingsbar „Ivy House“ im Stadtzentrum fuhr. Der Fahrer brachte die Männer innerhalb von 28 Minuten ans Ziel – und legte dabei eine Strecke von 16 Kilometern zurück.

So weit, so gut. Doch als der 27-Jährige am nächsten Tag auf seinem Handy die Uber-Rechnung checkte, fiel er aus allen Wolken: Der Fahrdienstleister hatte ihm für den nächtlichen Ausflug 606 Pfund, also umgerechnet etwas mehr als 1.000 Euro, abgebucht. „Wir waren die ganze Nacht in der Bar und hatten eine tolle Zeit“, zitiert die britische Zeitschrift „The Sun“ Phillips, „aber dass wir mit einer so hohen Gebühr für die kurze Fahrt aufgewacht sind, war einfach schrecklich.“

Uber will das Geld zuerst behalten

Der Brite wollte die Geschichte nicht auf sich beruhen lassen und beschwerte sich umgehend bei der Firma. Die zeigte sich allerdings wenig kooperativ und weigerte sich zunächst, ihm die Kosten zu erstatten. Denn im Uber-System ergab der hohe Rechnungsbetrag durchaus Sinn.

Laut den digitalen Daten von Phillips’ Account endete seine Reise in der Nacht nämlich nicht in der Bar. Auch eine Fahrt nach Surrey und in ein Holiday Inn in Nuneaton fanden sich noch in seinem Uber-Verlauf. Insgesamt hat der Unternehmensmanager demnach 243,75 Meilen, also 392 Kilometer, in vier Stunden und 42 Minuten zurückgelegt. 

Kunde beweist, dass er nicht im Auto saß

Phillips allerdings ließ sich davon nicht verunsichern und besorgte sich kurzerhand die Überwachungsvideos seiner Lieblingsbar. Die zeigten ihn, wie er ausgelassen mit seinem Bruder und ein paar Freunden in der Bar feiert. Eigentlich ein eindeutiger Beweis dafür, dass er die teure Uber-Fahrt nicht gebucht hatte – dachte er zumindest. 

Denn Uber habe sich stur gezeigt und darauf verwiesen, dass er die Fahrt auch für jemand anderen gebucht haben könne. Er habe das Statement erhalten: „Alle Kunden müssen für ihre eigenen Kontoaktivitäten verantwortlich sein.“ Es seien keine unrechtmäßigen Log-ins vor der Fahrt entdeckt worden. Das Unternehmen sei sich sicher gewesen: Phillips müsse die Fahrt gebucht haben. 

Preis-Schock mit Happy End

Es vergingen daraufhin mehrere Wochen, in denen der 27-Jährige immer wieder Kontakt mit dem Unternehmen aufnahm und seine Sicht der Dinge schilderte. Und das am Ende mit Erfolg: Uber erstattete dem Briten den überzogenen Fahrpreis dann doch noch. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte: „In diesem Fall entschuldigen wir uns dafür, dass wir unsere üblichen hohen Standards nicht erfüllt haben.“