Ursprünglich hieß es „MS Stockholm“, doch bis heute hatte das Schiff elf weitere Namen, aktuell heißt es „Astoria“. Es ist das dienstälteste Kreuzfahrtschiff der Welt, gebaut wurde es 1946 in einer Werft in Göteborg – lange Zeit war es das größte in Schweden. Der Kreuzer ist 1948 in Göteborg zum ersten Mal in See gestochen, Ziel der Jungfernfahrt war New York.

Heute, 72 Jahre später, ist damit wohl Schluss. 2020 wird das letzte Jahr für den berühmten Ozeandampfer sein, wie „USA Today“ berichtet. Die britische Reederei „Cruise & Maritime Voyages“ will das Transatlantikschiff im nächsten Jahr nicht mehr auf Reisen schicken. Dass es von einer anderen Reederei übernommen wird, ist unwahrscheinlich.

Die „Astoria“ – das älteste Kreuzfahrtschiff der Meere

Dabei ist das 160 Meter lange Schiff nach wie vor fahrtüchtig und bietet Platz für rund 550 Passagiere. Für ihre letzten Fahrten legt die „Astoria“ im März, April, September und Oktober in England ab.

Die „Sirenes Bar“.
Kann die „Astoria“ noch mit den neuen Kreuzfahrt-Riesen mithalten? Foto: Fernando Schmidt

Traurige Berühmtheit erlangte der Kreuzer durch den Zusammenstoß mit dem doppelt so großen italienischen Liner „Andrea Doria“ in den 1950er-Jahren. Als die Schiffe vor Nantucket in Massachusetts kollidierten, kamen 51 Menschen ums Leben.

DDR-Urlauberschiff „Völkerfreundschaft“

Wenige Jahre später, 1960, kaufte die DDR das Schiff. Die „Völkerfreundschaft“ sollte als Ferienschiff des Freien Deutschen Gewerkschaftbundes (FDGB) der Mittelschicht luxuriöse Kreuzfahrten ermöglichen. Von Rostock aus führten die Fahrten vor allem in die Häfen befreundeter sozialistischer Bruderstaaten wie Dubrovnik oder Kuba.

All das ist – wie die DDR – längst Vergangenheit. Doch das Schiff fährt nach mehrfachem Umbau und Besitzerwechsel noch immer über die Meere.