Der Ponte Tower ist das höchste und zugleich gefährlichste Apartment-Hochhaus in Afrika. Über Jahrzehnte herrschte hier das organisierte Verbrechen.

Drogen, Gewalt, Armut und Schmutz prägten das Image des 173 Meter hohen Hochhauses in Johannesburg. Nach einer kompletten Erneuerung wird das Gebäude nun zur gefragten Touristenattraktion – wie kommt das?

Gefährlichstes Hochhaus wird Touri-Attraktion: Das steckt dahinter

Für den Touristenansturm sorgt die Hilfsorganisation „Dlala Nje“. Aus ihrem Büro im Ponte Tower heraus bietet sie unter anderem die „Ponte City Experience“-Tour an. So versucht sie, dessen Negativ-Image aufzupolieren. Außerdem hat die Organisation im Erdgeschoss ein Jugendzentrum eingerichtet, in dem Kinder spielen können und unterrichtet werden.

Tourguides erzählen von der Geschichte des Ponte Towers

Bei der eineinhalbstündigen Tour durch das Hochhaus erlebt der Besucher eine chronologische Reise. Der Tourguide berichtet von dem Bau der Apartments im Jahr 1975 für die weiße Elite. Damals befanden sich Schwimmbäder, Restaurants und Boutiquen in dem Gebäude.

Doch schon zu Zeiten der Apartheid wandelte sich der Bau zu einem vertikalen Slum. Gangster dealten mit Waffen und Drogen in dem 54-stöckigen Wohnblock, auch Prostitution war ein großes Thema. Nach dem Ende der Apartheid beherbergte das auf maximal 3.500 Bewohner ausgelegte Gebäude bis zu 10.000 Menschen. In dem hohlen Innenbereich des runden Hochhauses stapelte sich der Müll über mehrere Stockwerke.

Erst zur Fußball-WM vor zehn Jahren wurde der Turm komplett renoviert und die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft. Mittlerweile leben nur noch 2.500 Menschen in dem Gebäude. Jeder, der in das Innere gelangen möchte, muss seine Fingerabdrücke scannen lassen und durch Sicherheitsschleusen gehen.

Besucher können Johannesburg von oben betrachten.

Mit einem Getränk Johannesburg von oben betrachten

Der Veranstalter „Dlala Nje“ bittet Touristen darum, ohne Vorurteile an der „Ponte City Experience“-Tour teilzunehmen. Parken können die Besucher in einer sicheren Zone direkt am Ponte Tower. Dort befindet sich auch der Treffpunkt. Insgesamt legen Interessierte etwa einen Kilometer zu Fuß zurück.

Auf der 51. Etage gibt es dann zur Erfrischung ein Getränk und einen Panoramablick auf die Stadt. Auch Erinnerungsfotos sind erlaubt. Anwohner sollten allerdings nur mit ihrem Einverständnis fotografiert werden.