Für viele ist er der Inbegriff des spanischen Souvenirs: Der Handfächer steht auf der Liste der beliebten Mitbringsel ganz weit oben. Tatsächlich kann man den sogenannten Abanico in dem südeuropäischen Land in zahlreichen Souvenirgeschäften kaufen – obwohl er als faltbarer Luftwedel seinen Ursprung in Asien hat.

Im 16. Jahrhundert fanden Fächer über portugiesische Händler den Weg nach Europa, wo sie zunächst vor allem von Adligen als Accessoire, aber auch als Flirtinstrument zwischen Mann und Frau verwendet wurden.

Seine Hochphase erreichte der Fächer im 18. Jahrhundert. Mit zunehmender Nachfrage entstand auch in Spanien der Beruf des Fächermachers. Die damaligen Fächer waren meist hochpreisige Luxusgüter, da die keilförmigen Stäbe des Fächers oft aus wertvollen Materialien wie Elfenbein, Edelhölzern, Schildpatt oder Perlmutt bestanden. Mittlerweile werden die meisten im Handel erhältlichen Fächer maschinell und deutlich einfacher hergestellt.

Beim Casa de Diego kaufte schon das Königshaus

Eines der bekanntesten Geschäfte in Spanien, das noch traditionell Fächer fertigt, ist die Casa de Diego in Madrid. Der Betrieb residiert seit 1958 an der Puerta del Sol – einem der bekanntesten und meistbesuchten Plätze in der spanischen Hauptstadt. In der 1800 von Manuel de Diego gegründeten Firma entstehen bis heute in Handarbeit regelrechte Kunstwerke, für die die Fächerbauer außer einfachen Hölzern auch Ebenholz und Knochen, Perlmutt, Spitze und edle Stoffe verwenden.

Die Fertigung eines aufwendigen Fächers kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Das hat seinen Preis: Beträge im dreistelligen Euro-Bereich sind möglich.

Wer sich in der Casa de Diego mit einem echt spanischen Abanico versorgt, ist übrigens in vornehmer Gesellschaft: Der Fächer, den die heutige Königin Letizia zu ihrer Hochzeit mit Prinz Felipe trug, stammte auch von dort.