Ein kleiner Raum, keine Fenster und geduscht wird im Gemeinschaftsraum – Urlaub im Miniformat liegt im Trend. Auch Oliver Blume ist auf den Zug aufgesprungen und hat im November 2019 das Boxhotel in Hannover eröffnet. In kleinen Boxen verspricht der Betreiber seinen Gästen den „perfekten“ Schlaf mit „jeder Menge frischer Luft“ und den „besten“ Matratzen der Stadt.

Was für dich jetzt vielleicht nach einer willkommenen Abwechslung klingen mag, findet die Stadt Hannover eher uncool. Die sorgt sich nämlich um die psychische und physische Gesundheit der Hotelgäste – und begrenzt den Aufenthalt auf maximal drei Nächte, wie aus einem Gerichtsurteil hervorgeht. Demnach sei ein längerer Aufenthalt nicht mit den gängigen Regeln für eine Unterkunft vereinbar. 

Das Boxhotel in Hannover im Test 

Oliver Blume, der in Göttingen ein weiteres Boxhotel betreibt, versteht die Auflage allerdings so gar nicht und wehrt sich dagegen, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Die Göttinger gingen deutlich entspannter mit dem ungewöhnlichen Hotel um: Dort habe es keine Probleme mit der Stadt gegeben. Vielmehr sei das Boxhotel dort eine „smarte Alternative“ zu Hostels mit Mehrbettzimmern, die sowohl Studenten als auch Geschäftsleute anziehe.

In den kommenden Jahren plant Blume weitere Boxhotels, unter anderem in Hamburg und Leipzig. Aber erst mal will der Betreiber alles dafür tun, dass die Gäste in Hannover genau das Erlebnis bekommen, welches sie sich von ihrer Zeit „in the Box“ versprechen. 

Die Gäste bewerten den Kurztrip ins Fensterlose übrigens sehr unterschiedlich. Auf dem Buchungsportal „booking.com“ ist zwischen „Gefängnis ist dagegen Luxus“ und „Die kleinen Boxen wirken fast wie eine Koje auf dem Schiff“ alles dabei. Eine kleine Box gibt es bereits für 25 Euro pro Nacht, mit Frühstück oder einem eigenen Bad solltest du aber nicht rechnen.