Thai Airways verweigert dicken Frauen Plätze in der Business Class

Thai Airways verweigert dicken Frauen Business-Class-Plätze

Als „demütigend“ und „respektlos“ bezeichnen drei Frauen aus Auckland das Verhalten von Thai-Airways-Mitarbeitern: Diese ließen sie nicht in der Business Class mitfliegen – weil sie angeblich zu dick seien.

Ein Flugzeug von Thai Airways in der Luft.
Die Familie ist enttäuscht von Thai Airways. (Symbolfoto)

Foto: imago images / Rüdiger Wölk

Diesen Flug von Bangkok nach Auckland werden Huhana Iripa (59) und ihre Töchter Renell (28) und Tere (37) so schnell nicht vergessen: Sie durften nicht wie gebucht in der Business Class fliegen, sondern wurden downgegradet. Der Grund: Das Gewicht der Damen.

„Wir wurden vor allen Passagieren zutiefst gedemütigt“, erzählt Mutter Huhana Iripa dem „New Zealand Herald“. „Wir gingen zum Check-in für die Business Class und der Mitarbeiter am Schalter schaute uns an und sagte: ‚Sorry, das geht nicht.‘“ Eine andere Mitarbeiterin sei nach vorne gekommen und habe immer wieder gesagt: „Sie sind zu dick.“

„Dann hat sie ein Maßband rausgeholt und es um meine Tochter Renell gelegt.“ Auch Huhana und Tere habe die Mitarbeiterin versucht zu messen. „An diesem Punkt bin ich in Tränen ausgebrochen. Alle Umstehenden starrten uns an. Das Ganze war abstoßend.“ Die drei mussten schließlich in der Economy Class sitzen.

Diskriminiert Thai Airways Übergewichtige?

Die Schwestern waren für eine Operation zur Gewichtsreduktion in Thailand, ihre Mutter hatte die beiden begleitet. Für den Rückflug hatten sie extra Plätze in der Business Class gebucht, um den rund elfstündigen Flug nach dem Eingriff so angenehm wie möglich zu verbringen. Jede von ihnen habe umgerechnet rund 1.570 Euro für das Ticket gezahlt, berichtet der „NZ Herald“.

„Ich habe mich noch nie aufgrund meiner Körpergröße diskriminiert gefühlt, deshalb hat mich diese Erfahrung komplett schockiert“, erzählt Huhana weiter. Kein Wunder, dass sich die drei nach dem Flug bei der Airline beschwert haben. Diese bot ihnen an, den Aufpreis für die Business Class zu erstatten – nicht aber den kompletten Ticketpreis. Zusätzlich zur Differenz von je rund 740 Euro entschuldigten sich die Mitarbeiter und versprachen je knapp 270 Euro Entschädigung.

Für die Mutter und ihre Töchter ist das nicht genug, sie wollen ihre gesamten Kosten für den Rückflug erstattet bekommen. „Wie konnten sie angesichts ihrer Grobheit, ihrer Respektlosigkeit und des Traumas, das wir ihretwegen erlebt haben, diesen Preis als Entschädigung rechtfertigen?“, fragt Huhana.

Immerhin: Mittlerweile habe der Veranstalter, über den die Familie die Flüge gebucht hatte, die Reisekosten erstattet. „In dem neuen 787-900 Dreamliner, der auf Flügen zwischen Neuseeland und Thailand im Einsatz ist, ist die Business Class mit integrierten Airbag-Sitzgurten ausgestattet. Daran kann der Verlängerungsgurt für übergewichtige Passagiere nicht angeschlossen werden; deshalb können Passagiere, die nicht in den Standard-Airbag-Gurt passen, nicht in der Business Class fliegen“, heißt es in einem Statement von Thai Airways. 

Sitzgurte in Business Class zu kurz für Übergewichtige: Airline unter Kritik

Die Airline hatte wegen der neuen Sitzgurte mit eingebauten Airbags bereits 2018 für Schlagzeilen gesorgt: Menschen mit einem Hüftumfang von mehr als 142 Zentimetern können seitdem nicht mehr in der Business Class fliegen. Dasselbe gilt für Eltern mit Babys auf dem Schoß. Viele kritisieren die neuen Richtlinien deshalb als diskriminierend.

Zum Zeitpunkt des Fluges trugen die Schwestern Kleidergröße 48 bis 52. Dass übergewichtige Passagiere nicht in der Business Class fliegen können, habe man ihnen bei der Buchung nicht gesagt. 

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