Gute Nachrichten: Condor fliegt weiter – unter einem neuen Eigentümer. Mehrere Monate war nicht klar, wie es mit der Airline, die vor allem von Urlaubern genutzt wird, weitergeht. Sie war in den Sog der Thomas-Cook-Pleite geraten.

Doch jetzt ist klar, dass sich für die angeschlagene Airline nach mehreren Monaten Suche ein Käufer gefunden hat: die Polish Aviation Group (PGL), Eigentümerin der polnischen Airline LOT. 

Condor verkauft: Was ändert sich für Urlauber?

Urlauber sind verunsichert: Ändert sich nun etwas für sie? Nein, tatsächlich zunächst nicht. Die beiden Marken LOT und Condor sollen getrennt voneinander auftreten.

Auch eine Namensänderung steht offenbar nicht an. „Condor wird weiterhin unter ihrer eigenen Marke als Deutschlands beliebteste Ferienfluggesellschaft fliegen“, teilt die Airline mit. „Wir wollen die traditionsreiche Marke Condor in Deutschland weiterentwickeln und diese auch in andere europäische Märkte einführen“, so Rafał Milczarski, Vorsitzender der PGL-Geschäftsführung.

Durch die Zusammenführung von LOT und Condor könne man „doppelt so viele Passagiere bedienen und damit eine der größten Luftfahrtgesellschaften und eine führende Ferienfliegergruppe in Europa bilden“, sagt Ralf Teckentrup, Vorsitzender der Geschäftsführung von Condor. Kunden könnten ihre Urlaubsflüge mit Condor sicher planen.

Der Verkauf solle voraussichtlich bis April 2020 abgeschlossen sein, sobald die kartellrechtlichen Genehmigungen vorliegen und Condor das Schutzschirmverfahren beendet hat.

Wer ist eigentlich die polnische Airline LOT?

LOT bedient mehr als 120 Strecken – der Fokus liegt auf Mittel- und Osteuropa. Es gibt aber auch 18 Langstreckenverbindungen nach Nordamerika und Asien. Die Airline verfügt über eine Flotte von 80 Flugzeugen, darunter 15 Boeing 787 Dreamliner.  

Im Bieterverfahren um Condor waren zuletzt noch drei ernsthafte Interessenten genannt worden: Neben LOT war das die britische Investmentgesellschaft Greybull sowie US-Finanzinvestor Apollo zusammen mit deutschen Reiseveranstaltern und einem Co-Investor.

Gewerkschaft Ufo begrüßt Condor-Kauf

Die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) begrüßt den Kauf. „Nach der extremen Unsicherheit für die Condorianer in den letzten Monaten ist es eine sehr gute Nachricht, dass nun ein Käufer gefunden ist. Mit der LOT übernimmt eine selbst auf Wachstum ausgerichtete Airline mit dementsprechender Power die Verantwortung für fast 5.000 Condorianer“, so Ufo-Vorsitzende Sylvia De la Cruz, die gleichzeitig Aufsichtsratsmitglied bei Condor ist.

Die Auswirkungen der Thomas-Cook-Pleite für Condor

Nach der Insolvenz des Mega-Konzerns Thomas Cook im September hatte Ferienflieger Condor einen Überbrückungskredit in Höhe von 380 Millionen Euro erhalten – von der Bundesregierung und dem Land Hessen. Dieser solle vollständig zurückgezahlt werden, so Condor.