Das höchste Gebäude der Welt, das teuerste Eis der Welt, der größte Goldring der Welt: Dubai ist bekannt als Stadt der Superlative. Dieses Jahr hast du einen neuen Grund, in die Wüstenmetropole zu reisen: Mit 192 Teilnehmerländern eröffnet die größte Expo der Geschichte im Emirat. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit 25 Millionen Besuchern, so viele, wie Australien Einwohner hat. 

Auf einer Fläche von 4,38 Quadratkilometern kannst du vom 20. Oktober bis zum 10. April über die Weltausstellung schlendern. Wer Urlaub in Dubai bucht, macht das sicherlich nicht aus Umweltschutz-Gründen. Dennoch steht bei der Weltausstellung das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt.

Das Motto der diesjährigen Ausstellung lautet: „Connecting minds, creating the future“. Thematisch ist die Expo in drei Bereiche aufgeteilt: Nachhaltigkeit, Chancen und Mobilität. Jedes Ausstellerland findet sich in einem der drei Ressorts wieder – bis auf den Pavillon der Gastgeber, den Vereinigten Arabischen Emirate. Hinzu kommen 200 Restaurants, die mehr als fünf Millionen Gerichte servieren werden, prognostiziert das Portal „Gulf News“

Im Video: Al Wasl Dome – Zentrum der Expo

Zentrum der Expo ist die Al Wasl Plaza. Dies ist nicht nur der historische Name von Dubai, sondern zugleich das arabische Wort für Verbindung, passend zum Expo-Motto. Der zentrale Platz der Weltausstellung besitzt eine Kuppel in 70 Metern Höhe. Das Dach ist in verspielter Wabenstruktur gestaltet und dient so als 360-Grad-Projektionsfläche.

Stand der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)

Der Gastgeber der Weltausstellung hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Passend zum Wappentier der VAE sieht der Pavillon wie ein riesiger Falke aus. Das stählerne Federkleid des Pavillons wird ganz sicher zu einem der Design-Highlights bei der Expo 2020.

Zum Motto der diesjährigen Ausstellung passt der Falken-Pavillon ohnehin perfekt: VAE-Gründer Scheich Zayed bin Sultan al-Nahyan sandte einst Falken aus, um die Stämme der Region miteinander zu verbinden. Heute soll der Greifvogel symbolisch die Menschen auf der ganzen Welt vereinen.

Nachhaltigkeitspavillon

Den Nachhaltigkeitspavillon „Terra“ erkennen Besucher schon von Weitem an den über 1.000 Solarzellen, die wie eine riesige Satellitenschüssel auf dem Dach des Pavillons installiert sind. Diese erzeugen vier Gigawattstunden alternative Energie pro Jahr. Diese reicht, um 900.000 Handys aufzuladen.

Im Themenpavillon werden aber nicht nur die schönen Seiten angesprochen. Dort werden die Besucher auch mit der Zerstörung der Natur durch den Menschen konfrontiert.

Der Direktor des Pavillons, John Bull, hat gegenüber dem Portal „Blooloop“ erklärt: „Auf emotionale Art und Weise soll den Besuchern der persönliche Einfluss eines jeden Menschen auf die Umwelt verdeutlicht werden. Nach dem Besuch des Pavillons sollen im Idealfall alle Besucher ihr Handeln hinterfragen.“

Im Video: „Terra-Pavillon“

Der deutsche Pavillon auf der Expo 2020

Der deutsche Pavillon widmet sich ausführlich dem Thema Nachhaltigkeit. Auf dem „Campus Germany“, wie der Pavillon offiziell heißt, sollen Ideen und Konzepte zum Umweltschutz aus Deutschland präsentiert werden.

Der Name ist Programm: Zu Beginn müssen sich alle Gäste „immatrikulieren“ (Angabe des Vornamens, Herkunftsland und gewünschte Sprache). Anschließend werden verschiedene Seminare durchlaufen wie zum Beispiel das „Energy Lab“ oder das „Future City Lab“.

Vor der Immatrikulation noch kurz ins Bällebad: Im deutschen Pavillon auf der Expo 2020.

Alle Ausstellungsräume funktionieren jeweils für sich. Nach dem erfolgreichen Uniabschluss gelangen alle Studenten in die „Graduation Hall“.

Dort gilt es, spielerisch das Motto der Expo umzusetzen: Durch gemeinsames Engagement lässt sich viel bewegen. Dies wird in Form von Schaukeln dargestellt, die die Besucher gemeinsam im richtigen Takt in Schwung bringen müssen.

Neben innovativen, ökologischen Ideen: Restaurant mit deutscher Küche.

Moderner Biergarten

Bei all den ökologischen Innovationen, die Deutschland präsentiert, darf die Darbietung deutscher Küche nicht fehlen. Die Karte des Restaurants umfasst dabei Speisen aus allen Teilen Deutschlands: Vom rheinsichen Sauerbraten über schwäbische Spätzle bis zur klassischen Currywurst ist alles dabei.

Da auf der Expo kein striktes Alkoholverbot, wie sonst in Dubai üblich, herrscht wird auch deutsches Bier und deutscher Wein ausgeschenkt. Im Außenbereich gibt es sogar eine moderne Interpretation des Biergartens.

Chancenpavillon

Der zweite Themenbereich widmet sich den Chancen, die aus den globalen Problemen wie dem Klimawandel resultieren. Welche innovativen Lösungen können gefunden werden, damit bald acht Milliarden Menschen auf unserem Planeten zusammen leben können? 

Die Grundbedürfnisse menschlichen Lebens wie Wasser, Nahrung oder Energie sollen spielerisch diskutiert werden. Dadurch sollen die Besucher animiert werden, sich aktiv für eine bessere Welt einzusetzen.

Spanischer Pavillon

Der spanische Stand sticht durch seine Architektur hervor. Das Dach besteht aus neun aufblasbaren Zylindern. Das spezielle Material namens ETFE ist besonders leicht. So soll der Pavillon schnell an andere Orte transportiert werden können. Die konische Architektur soll zudem für eine natürliche Kühlung sorgen.

In der Atmosphäre eines typisch spanischen Marktplatzes werden die islamische Herrschaft in Spanien genauso wie die Bereiche Organtransplation und Biodiversität thematisiert.

Neuseeländischer Pavillon

Auch das südpazifische Land stellt das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Das Motto „Care for People and Place“ basiert auf der Maori-Weisheit „kaitiakitanga“. Das Konzept beruht auf der langen Verbindung zwischen Mensch und Natur. Im Pavillon werden neuseeländische Innovationen, kulinarische Highlights sowie besondere Design-Objekte vorgestellt. 

Mobilitätspavillon

Der dritte Themenschwerpunkt der Expo widmet sich dem Thema Mobilität. Im Pavillon wird der Verkehr in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dargestellt. Die Reise beginnt im neunten Jahrhundert in Bagdad und führt bis zum autonomen Fahren mit KI-gesteuerten Fahrzeugen der Zukunft.