Die „Oasis of the Seas“ ist aktuell Gastgeber der weltweit größten Gay-Cruise – mit großen Tanzabenden, Drag-Shows und Action. Doch im Hafen von San Juan wurde die Party für die etwa 5.000 Männer an Bord jäh unterbrochen: Ein Mann war über ein Geländer vom zehnten Deck gestürzt, ins Hafenbecken der Stadt in Puerto Rico. 

Am Mittwochabend gegen 19.50 Uhr (Ortszeit) wurde „Mann über Bord“-Alarm ausgerufen, die Küstenwache leitete eine Suchaktion ein unter Mithilfe der See-Einheit der Polizei und der örtlichen Feuerwehrbehörde, das berichtet die Onlinezeitung „Noticel“ aus Puerto Rico. 

Zunächst war davon ausgegangen worden, dass ein Passagier gestürzt ist – doch inzwischen gehen die Behörden davon aus, dass es sich um einen Mitarbeiter des LGBTQ-Eventveranstalters Atlantis handelt, der das Schiff von der Reederei Royal Caribeean für die Gay Cruise gechartert hatte.

Passagiere filmen Suchaktion nach vermisstem Mann auf „Oasis of the Seas“ 

Mehrere Menschen an Bord des Schiffes sowie am Pier des Altstadt-Hafens von San Juan filmten und fotografierten die Suchaktion. 

„Wir wurden zur Notruf-Sammelstation gerufen und es wurde durchgezählt“, berichtet Dan Matics, der als Passagier an Bord war. In einer Videoaufnahme ist zu hören, wie der Kapitän von Atlantis Cruise die Namen von noch vermissten Passagieren von Deck acht und Deck zehn ausruft.

Nach Sturz von „Oasis of the Seas“: Leichnam geborgen

Für den vermissten Mann kam jedoch jede Hilfe zu spät – sein Leichnam wurde nach Informationen von „Cruceros Puerto Rico“ nach etwa vier Stunden Suche am späten Mittwochabend (Ortszeit) geborgen.

Nach Angaben des CBS-Reporters David Begnaud sollen Überwachungsvideos zeigen, dass der Mann aus einer Höhe von etwa 23 Metern gesprungen sein soll. Es wurden Untersuchungen eingeleitet, um die Hintergründe dafür zu finden.

Das Kreuzfahrtschiff der Reederei Royal Caribbean, das an Bord Platz für 5.400 Passagiere hat, sollte eigentlich um 21 Uhr abends wieder ablegen, doch es blieb zunächst für die Untersuchung des Vorfalls vor Anker.