Es schaukelt, wir drehen uns im Kreis, kommen nicht recht voran, und schließlich wird es durch unsere ungeschickten Bewegungen nass im gelben, schmalen Kajak. „Gleichzeitig und gleichmäßig bewegen“, ruft uns Devolo Carvalho (22) zu. Er ist unser Tourguide und zeigt uns vom Wasser aus die Küste von Lagos an der portugiesischen Algarve.

Die Felsklippenlandschaft und die Strände an der Landzungenspitze Ponta de Piedade, an der wir uns gerade vorbeimühen, gehören zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Portugals. Nur über holprige Stufen oder über das Wasser ist der kleine Strandabschnitt hier erreichbar. Eingekesselt von hohen Klippen liegt er in der Bucht und lädt zum Entspannen und Baden ein.

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Paddeltour führt auch in Höhlen

Der Strand ist heute aber nicht unser Ziel. Wir drehen bei und versuchen, auf möglichst direktem Weg hinter unserem Tourguide herzupaddeln. Schließlich führt er uns unter einem riesigen, steinernen Torbogen hindurch, und plötzlich befinden wir uns in einer kreisrunden Höhle, die nach oben offen ist.

An der Algarve gibt es etliche dieser wunderschönen, versteckt liegenden Orte. Man sollte sie aber besser nicht auf eigene Faust erkunden, erklärt Devolo. Touristen könnten nicht einschätzen, welche Buchten und Höhlen sicher sind. Aus diesem Grund werden Kajaks nicht vermietet, sondern es werden nur geführte Touren angeboten. Zu unserer Sicherheit tragen wir Rettungswesten, und wer nicht schwimmen kann, hätte gar nicht erst nicht mitgedurft.

Bei Flut kann es gefährlich werden

„Bei Flut verändern sich die Gegebenheiten noch zusätzlich – in einigen Höhlen steht das Wasser dann zu hoch, um dort hineinzufahren“, erklärt der Guide. Auch wir bemerken die Veränderung. Die hintere Person im Kajak soll das Paddel zum Schutz nach hinten über die Schulter halten. Denn durch das schwappende Wasser, das durch die Flut oder vorbeifahrenden Boote in die Bucht gedrückt wird, kommen unsere Kajaks bedrohlich nah an die Felsen. Genau auf Kopfhöhe drohen wir an die Steine zu schlagen und verlassen die Höhle lieber.

Beim Paddeln an der Ponta de Piedade gibt es jede Menge Höhlen zu entdecken.


Das lohnt sich, denn die Küste der Algarve ist wunderschön. Die Felsen sind rau, unberührt und wirken vom Wasser aus mächtig und erhaben. Das Wasser ist unglaublich klar. Wie tief es tatsächlich ist, kann man nur erahnen. Das etwa zwei Meter lange Paddel berührt den sandigen Boden nicht.

Mittlerweile haben wir den Paddel-Dreh raus, halten unsere Augen auf den Horizont gerichtet und fahren an der Küste entlang. Ein leichter Wind ist aufgekommen und schiebt uns seitlich weg, geradewegs in einen schmalen Gang, der noch ein wenig enger ist, als die Höhle zuvor.

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In der Ferne sind Wale zu sehen

Nach zweieinhalb Stunden haben wir unser Ziel erreicht: einen schmalen Strand, an dem bereits einige Kajaks auf den Sand gezogen wurden. Raus aus den Schwimmwesten und ab ins Meer. Lange geht das jedoch nicht. Der Atlantik ist kühler als das Mittelmeer und hat etwa 23 Grad Celsius. Ungewöhnlich ist das nicht.

Die Wale kommen hierher, weil die Fische in die Bucht schwimmen.

Devolo Carvalho, Tourguide


Die Wale, die Devolo am Horizont entdeckt hat, dagegen schon. Er zeigt auf kleine Erhebungen im Wasser. „Die Wale kommen hierher, weil die Fische in die Bucht schwimmen“, erklärt er. Die Fische zieht es in die Bucht, weil hier das Wasser, im Vergleich zum offenen Ozean, ein wenig wärmer ist. „Es ist wie ein Unterschlupf für die Fische“, meint Devolo. Darüber hinaus ist in der U-förmigen Bucht an allen Stellen das Angeln verboten. „Die Buchten stehen hier unter Naturschutz“, erklärt Devolo.

In den nassen Badesachen wird es langsam frisch, deswegen machen wir uns auf den Rückweg. Die Boote werden miteinander vertäut, und wir werden in den Hafen zurückgezogen. Im Hafen angekommen schauen wir auf unser Handy. Eine App hat unsere Strecke getrackt: 6,5 Kilometer sind wir gepaddelt! Weiter, als wir dachten.

Am nächsten Tag steht eine 14 Kilometer lange Fahrradtour im Programm – erst an der Küste entlang und dann in die Berge. Eine willkommene Abwechslung zu den etlichen Wandertouren, die man an der Algarve unternehmen kann, wie etwa die auf dem Wanderweg Via Algarviana, auf dem man die Region von Ost nach West durchquert.

Einer der Wanderwege, der durch die Algarve führt, ist der 300 Kilometer lange Via Algarviana. Er ist in 14 Teilstrecken unterteilt und eignet sich gut, um die Dörfer im Hinterland zu entdecken.

Fahrradtour führt in die Berge

Auf gut gefederten Mountainbikes nimmt uns Marco Fernandes von der hiesigen Tourismusbehörde mit. Früher war er professioneller Radfahrer und saß jeden Tag auf dem Sattel. Heute fährt der 35-Jährige zwar noch viel, aber nicht mehr jeden Tag. Die Anfängerrunde, die er mit uns fährt, reicht für ihn nicht mal zum Aufwärmen.

Führe man etwa fünf Kilometer weiter in die Berge, würde es anspruchsvoller werden, erzählt er: höhere Berge, mehr Steigung. „Man muss es aber allen recht machen“, wirft er ein. „Nicht jeder ist so sportlich.“ Das wird schon nach den ersten Kilometern deutlich. Ein Paar mittleren Alters kommt nicht hinterher. An der nächsten Kreuzung dann die Kapitulation. Marco ruft seinen Kollegen an, der die beiden samt ihrer Räder mit einem Transporter einsammelt.

Das Wetter ist ideal zum Fahrradfahren. Ein leichtes Lüftchen geht, die Sonne hat sich hinter den Wolken versteckt, und dann und wann kühlt uns ein leichter Schauer ab. Wir lassen die kleine Stadt hinter uns, fahren durch abgelegene Straßen ins Hinterland.

Die Region um die Küstenstadt Lagos lässt sich auch gut mit dem Fahrrad erkunden.

Landschaft verändert sich langsam

Die Landschaft ist hier schon anders – karger, die Bäume sind weniger grün und überall liegen Steine. Auch der Duft, der in der Luft liegt, unterscheidet sich von dem tags zuvor – das Salz des Meeres fehlt. Wir fahren Richtung Pechao, und schon wartet der nächste Anstieg auf uns. Gang runterschalten und wenn nichts mehr geht: raus aus dem Sattel.

Oben angekommen schwört Marco, dass dies der schwierigste Teil der Route war. Nach einer kurzen Pause mit Orangen und Wasser geht es weiter. Wieder bergauf, na klar. Zwei Mitradlern reicht es: Sie schieben. Der Weg zurück zum Strand macht dann wieder allen Spaß. Mit dem leichten Gefälle tritt es sich besser, und nach 1,5 Stunden sind wir wieder am Ausgangspunkt der Tour.

Die Algarve hält für Sportfans viele Möglichkeiten bereit. Vom Wandern über Fahrradfahren bis zum Stand-up-Paddling oder Surfen. Abseits der Hochsaison erwarten den Besucher dazu angenehme Temperaturen und ein leichter Wind, der vom Atlantik rüberweht.

Tipps für deine Reise nach Portugal

Anreise: Der Flug von Deutschland nach Faro an der Algarve dauert gut drei Stunden. Flüge gibt es von verschiedenen deutschen Flughäfen – meist mit Umstieg in Lissabon.

Beste Reisezeit: Die beste Reisezeit für Portugal ist von März bis Juni und September bis Oktober. Im Juli ist es meistens zu heiß, der August ist der Urlaubsmonat der Portugiesen. Der Winter eignet sich wegen der milden Temperaturen gut für Outdooraktivitäten.

Unterkünfte: Wer in einem portugiesischen Bergdorf übernachten will, steuert Aldeia da Pedralva an. Einige der Häuser wurden in kleine Appartements umgewandelt.

Attraktionen: Die Teilnahme an der Kajak-Tour von Lagos aus kostet 35 Euro. Danach lohnt sich ein Bummel durch die Innenstadt. In kleinen Seitenstraßen und auf den Plätzen lässt sich allerhand entdecken.
Im September steht an der Algarve das Algarve Nature Festival mit Outdooraktivitäten wie Radfahren, SUP oder Wandern zum Ausprobieren im Programm.

Die Reise wurde unterstützt vom Algarve Tourism Bureau. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.