Einige Feiertage liegen in diesem Jahr für Arbeitnehmer ganz schön ungünstig – im Oktober gibt es keinen Extra-Tag frei, weil sowohl der Tag der Deutschen Einheit als auch der Reformationstag samstags sind. Deshalb ist es umso besser, die verbleibenden Brückentage 2020 optimal zu nutzen, beispielsweise für Kurzreisen innerhalb von Europa.

Das Portal „Swoodoo“ hat nun gelistet, wohin es über die Feiertage am günstigsten ist – und wo sich gleichzeitig noch viel über die Kultur des Urlaubsortes erfahren lässt.

Ostern in Schweden: Spielen mit den Hexen

Über Ostern (Ostersonntag: 12. April 2020) lassen sich beispielsweise viele kleine Hexen im schwedischen Malmö beobachten! Påskkärring nennt sich das, in Anlehnung an eine Hexe in einem mehr als 100 Jahre alten Märchen, die immer an Gründonnerstag auftaucht und auf den Hexenberg Blåkulla fliegt.

Anreise: Flüge nach Kopenhagen ab Berlin (68 Euro), Frankfurt (155 Euro) oder München (179 Euro) und dann eine Weiterfahrt nach Malmö mit dem Zug.

Alternative zum Flugzeug: Wer mehr Zeit hat, kann indes auch direkt aus Deutschland den Zug nehmen. Rund acht Stunden dauert die Fahrt ab Berlin und kostet ab 80 Euro pro Person.

Tag der Arbeit in Finnland: Mit Studenten feiern

Vappu heißt das Fest, das die Finnen in der Nacht zum 1. Mai feiern, das Fest der Studenten. Sie tragen ihre Uni-Kleidung und die weißen Abiturmützen und tanzen die Nacht durch.

Am 1. Mai selbst picknicken sie in den Parks, bevor um 18 Uhr in Helsinki das Highlight auf dem Programm steht: Dann wird die Statue „Havis Amanda“ von Studenten gewaschen, im Anschluss bekommt sie ebenfalls eine Mütze auf den Kopf.

Anreise: Flüge ab 82 Euro ab Berlin, ab 182 Euro ab Frankfurt oder rund 150 Euro ab München.

Christi Himmelfahrt in Rumänien: Böse Geister vertreiben

In Rumänien glaubt man, dass an Christi Himmelfahrt (21. Mai 2020) die Geister der Toten in den Himmel aufsteigen – und es gibt allerlei Rituale, sich gegen die bösen Geister zu schützen, etwa mit Holunderzweigen im Haus. Richtig was los ist allerdings in der Woche danach: In Trachten gekleidete Männer ziehen durch die Straßen und tanzen den „Dansul Calusului“, der seit 15 Jahren auch Unesco-Weltkulturerbe ist.

Anreise: Nach Bukarest kostet es von München aus aktuell ab 156 Euro, ab Frankfurt 122 Euro und ab Berlin 172 Euro. Da die Feierei vor allem in der Walachei bestaunt werden kann, kannst du ab Bukarest einfach in den Zug steigen – die rund dreistündige Fahrt kostet dich noch einmal 12 Euro.

Wer lieber die Zeit vor Christi Himmelfahrt nutzt, kann auch eine Reise nach Norwegen in Betracht ziehen. Am Wochenende vor dem Feiertag ist dort nämlich Nationalfeiertag! Die Norweger ziehen sich Trachten an und treffen sich zu Paraden, an denen vor allem Kinder teilnehmen. Wer sich in Oslo in Schlossnähe umschaut, kann auch einen Blick auf die Königsfamilie werfen.

Anreise: Direktflüge ab Berlin oder München gibt es ab 115 Euro, von Frankfurt aus ab 104 Euro.

Pfingsten in den Niederlanden: Lausbubenstreiche in Amsterdam

Pfingsten (31. Mai und 1. Juni 2020) beschert uns zwar zwei Feiertage, hat in Deutschland aber kaum noch Bräuche. Anders bei unseren Nachbarn in den Niederlanden. Dort wird Luilak gefeiert, der Faulpelz-Tag. Dabei ziehen Gruppen von jungen Menschen durch die Straßen – vor allem rund um Amsterdam– und spielen dabei allerlei Streiche.

Anreise: Ab Berlin dauert die Zugfahrt nach Amsterdam rund sechs Stunden und kostet ab 90 Euro hin und zurück; von Frankfurt aus erreichst du die niederländische Hauptstadt schon in vier Stunden, die Tickets kosten ab 70 Euro; und von München aus bist du circa acht Stunden unterwegs und zahlst ab 120 Euro.

Fronleichnam in Spanien: Eier tanzen sehen

In Deutschland hat Fronleichnam (11. Juni 2020) kaum noch eine Bedeutung, ist aber trotzdem in einigen Bundesländern ein Feiertag. Anders in Italien und Spanien– dort gibt es zwar keinen Feiertag, aber dafür viel Feierei. Der lustigste Brauch kommt wohl aus Katalonien: Beim „L’ou com balla“ werden Eier auf Springbrunnen gelegt und durch das Wasser tanzen gelassen. 

Wer eine andere Ecke von Spanien kennenlernen möchte, kann Sevilla in Betracht ziehen. Dort gibt es viele Prozessionen – die Häuser und Gassen werden hierfür mit Blumenteppichen geschmückt. Und wer den Papst höchstpersönlich erleben möchte, besucht Rom am auf Pfingsten folgenden Sonntag. Dann zieht eine große Prozession, angeführt vom Kirchenoberhaupt, durch die Straßen der italienischen Hauptstadt. 

Anreise: Aus München kommst du ab 244 Euro nach Sevilla oder Rom und ab 170 Euro nach Barcelona, aus Berlin ab 204 Euro nach Rom, ab 137 Euro nach Sevilla und ab 88 Euro nach Barcelona und von Frankfurt aus fliegst du ab 202 Euro nach Rom, ab 208 Euro nach Sevilla und ab 127 Euro nach Barcelona. 

Weihnachten in Wales: Pferde-Geist im Dorf

Wer Weihnachten (24., 25. und 26. Dezember) und die nachfolgenden Tage nutzen möchte, um etwas Neues kennenzulernen, könnte sich Wales anschauen: Dort wird zwischen Weihnachten und Silvester nämlich mit „Mari Lwyd“ gefeiert. Das ist eine Figur, die einem Pferd sehr ähnlich sieht und aus einem Schädel, einem weißen Bettlaken und bunter Deko gebaut wird. Sie wird dann durch die Dörfer getragen – dazu gibt es hochprozentiges Ale. 

Anreise: Nach Cardiff geht es über Weihnachten ab 178 Euro von München, ab 212 Euro ab Frankfurt und ab 164 Euro ab Berlin.