Die Absage kam in letzter Minute. Die Passagiere der „Aida Mira“ waren bereits an Bord, als bekannt wurde: Das Schiff wird den Hafen von Palma de Mallorca nicht verlassen. Die Kreuzfahrt fällt aus. Das für Aida umgebaute Kreuzfahrtschiff war einfach nicht rechtzeitig fertig geworden. Auch die darauffolgende Kreuzfahrt wurde gestrichen.

Letztendlich fuhr das Schiff zwar nach Südafrika – allerdings ohne Passagiere an Bord. Die Arbeiter sollten unterwegs die letzten Umbaumaßnahmen fertigstellen. Mittlerweile schippert die „Aida Mira“ mit Gästen an der Küste Südafrikas und Namibias entlang – die Startschwierigkeiten sind überwunden. 

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Auch für die neuen Kreuzfahrtschiffe der Hurtigruten mussten die Jungfernfahrten verschoben werden. Der Grund: Schon der Bau der „Roald Amundsen“ verzögerte sich. Dadurch konnte mit dem Bau des Schwesterschiffs „Fridtjof Nansen“ ebenfalls erst später begonnen werden. Letzteres soll im April 2020 auf Jungfernfahrt gehen.

Dass Kreuzfahrten aus diesem Grund verschoben werden oder ausfallen, scheint in letzter Zeit besonders häufig zu passieren. Aber warum ist das so?

Der Bau von Kreuzfahrtschiffen ist sehr komplex

Aida nennt Unwetter als Grund für die abgesagten Kreuzfahrten mit der „Aida Mira“. Diese hätten die Umbauarbeiten an den Außenbereichen verzögert.

Zu den anderen Schiffen, die später als geplant in See stechen konnten, gehören die „Costa Smeralda“, die „Hanseatic Nature“ von Hapag-Lloyd, die „Mardi Gras“ von Carnival Cruises und die „World Explorer“ von Nicko Cruises. Dem „Focus“ zufolge seien die Verspätungen vor allem auf die komplexen Bauarbeiten geschoben worden.

Immerhin sei der Bau eines Kreuzfahrtschiffes vergleichbar mit dem von Flughäfen, Bahnhöfen oder großen Konzerthäusern, erklärt ein Sprecher der Meyer-Werft. Ein weiteres Problem seien Verzögerungen in der Lieferkette. Die könnten sich wie ein Dominoeffekt ausbreiten: Fehlt ein Teil von einem Zulieferer, kann ein zweiter nicht weiterarbeiten – und so weiter.

Gerade bei neuen Baureihen komme es häufiger zu Verspätungen als bei baugleichen Schwesterschiffen, deren Bauweise dann bereits erprobt sei. Ein Restrisiko, dass Jungfernfahrten kurzfristig abgesagt werden, bleibt. Das ist nicht nur bitter für die Urlauber, sondern auch für die Reedereien und Werften: Jeder zusätzliche Tag, den ein Kreuzfahrtschiff in der Werft verbringt, kostet – und bedeutet weniger Umsatz durch zahlende Passagiere.