Wenn du bei deinem nächsten Besuch in Leipzig richtig viel von der Stadt sehen willst, dann nimm doch einfach die Straßenbahnlinie 11. Die verbindet Markkleeberg mit Schkeuditz und führt dabei einmal wie eine Lebensader quer durch Leipzig. Fangen wir mit unserer Fahrt im Süden an.

Endstation: Das Naherholungsgebiet am Markkleeberger-See

Einmal mit der Tram zum See? In Leipzig kein Problem. Von der Endhaltestelle am Schillerplatz in Markkleeberg-Ost läufst du noch schlappe acht Minuten bis ans idyllische Ufer des Markkleeberger Sees. Das Naherholungsgebiet ist nicht nur bei Leipzigern äußerst beliebt, sondern auch ein guter Ort, um etwas über die Geschichte der Stadt zu lernen.

Den Markkleeberger See erreichst du von der Endhaltestelle der Linie 11.

Aktuelle Deals

Denn das Neuseenland im Süden der Messestadt ist nicht natürlich entstanden, es ist ein Überbleibsel der Braunkohle-Tagebauten, die hier zu DDR-Zeiten waren. Nach der Wiedervereinigung begann man, die Krater mit Wasser zu füllen. Der Markkleeberger See ist heute etwa 250 Hektar groß.

Du kannst dich bei gutem Wetter an einen der wunderschönen Badestrände legen, einmal um den See spazieren oder einen Ausflug mit dem Boot unternehmen. Wenn du lieber mehr Action willst, versuch dich doch im Kanupark auf der Wildwasserstrecke.

Kanupark Markkleeberg | Wildwasserkehre 1, 04416 Markkleeberg | November bis März, täglich 10 Uhr bis 16 Uhr 

Eine Stärkung im Szenekiez Connewitz

Nächster Halt: Connewitz! Die Bahn bringt dich von der Endhaltestelle bis ans Connewitzer Kreuz. Hier und in der benachbarten Südvorstadt gibt es eine Vielzahl von Bars und Restaurants. Egal ob du lieber ein vegetarisches Gericht möchtest oder einen saftigen Burger – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Falls es dich später nach einem Kaltgetränk in einer wirklich urigen Kneipe gelüstet, schau doch mal in der Vergebung auf der Bornaischen Straße vorbei.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Hinter dem Connewitzer Kreuz beginnt die Karl-Liebknecht-Straße, eine der beliebtesten Einkaufsstraßen Leipzigs. Zwischen den Haltestellen Südplatz und Hohe Straße liegt das Feinkost-Gelände. Neben zahlreichen einzigartigen Läden gibt es hier auch ein reges Kulturangebot. Es finden regelmäßig Flohmärkte statt, und in den Sommermonaten wird ein Open-Air-Kino angeboten.

Nächster Halt: Leipziger Innenstadt

Ein paar Stationen weiter bringt dich die Tram bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz. Wenn du hier aussteigst, fällst du quasi mitten in die Leipziger Innenstadt. Abgesehen von zahlreichen Geschäften und Essensmöglichkeiten liegt hier auch der historische Markt mit dem Alten Rathaus. In der Innenstadt gibt es zahlreiche Museen wie das Museum der bildenden Künste in der Katharinenstraße oder das zeitgenössische Forum am Markt, das keinen Eintritt verlangt.

Das Alte Rathaus in Leipzig ist fast 100 Meter lang.

Wenn du dir einen guten Überblick verschaffen willst, kannst du mit dem Fahrstuhl bis zur letzten Etage des Uniriesen fahren und die Aussichtsplattform besuchen. Das ehemals höchste Gebäude Ostdeutschlands bietet einen tollen Blick über die ganze Stadt.

Shoppen und Essen an Europas größtem Kopfbahnhof

Die Linie 11 hält auch am Leipziger Hauptbanhof – dem flächenmäßig größten Kopfbahnhof Europas. Neben einer beeindruckenden Bahnhofshalle gibt es hier auch jede Menge Geschäfte und Essensmöglichkeiten.

Die Aussicht genießen auf dem historischen Bismarck-Turm

Ein paar Stationen weiter Richtung Norden hält die Tram an einem weiteren, wesentlich kleineren historischen Gebäude – dem Bismarckturm in Leipzig-Lützschena. Etwa zehn Minuten Fußweg sind es von der Haltestelle Hänichen bis dorthin, über eine schöne Allee gelangt man zu dem 30 Meter hohen Koloss aus Stahlbeton. Um die Jahrhundertwende machte sich die Studentenschaft dafür stark, dass deutschlandweit Bismarcktürme errichtet werden – zu Ehren des ehemaligen Reichskanzlers.

Der Großbauer Otto Erler stellte der Stadt Leipzig das Gelände in Lützschena 1914 zur Verfügung. Zu DDR-Zeiten taufte man ihn in „Turm des Friedens“ um. Da er keinen Wasser- und Stromanschluss hat, wurde er aber kaum genutzt und verwahrloste. Die Lützschenaer Jugendlichen betrachteten ihn als Abenteuerspielplatz und trafen sich hier zum Grillen.

Der Bismarckturm ragt 30 Meter in den Himmel.

Seit der Wiedervereinigung kümmert sich ein Verein um den Turm. Sie verlegten Strom, installierten einen Gastank, sodass heute eine Turmflamme erzeugt werden kann. Vor zwei Jahren ließ man die untere Wandelhalle neu streichen und Plexiglasplatten vor die Infotafeln schrauben. Besucher können seitdem auch eine neue Bismarck-Büste aus Gussbeton bewundern, die der Leipziger Künstler Dietmar Lenz angefertigt hat.

Letzter Halt: Die Kleinstadt Schkeuditz

Die Fahrt endet in Schkeuditz. Die beschauliche Kleinstadt liegt auf halber Strecke zwischen Leipzig und Halle. Leipziger scherzen gern, dass man die Stadt vor allem durch das nach ihr benannte Autobahnkreuz kennt, an dem es regelmäßig zu Unfällen kommt. Danach hat sich sogar Leipzigs dienstälteste Lesebühne benannt, die einmal monatlich zu sehen ist – die Lesebühne Schkeuditzer Kreuz mit Mitgliedern wie André Herrmann und Julius Fischer.

Info: Ein Tagesticket für die Leipziger Verkehrsbetriebe liegt bei 7,60 Euro, eine Einzelfahrkarte kostet 2,70 Euro (Stand Januar 2020).