Zugegeben, solche Situationen sind stressig: Erst hält die Bahn nicht wie geplant am Flughafen, sondern an einem Bahnhof rund 45 Minuten vom eigentlichen Ziel entfernt. Und dann bibbert man im Taxi darum, den Flug noch zu erwischen, während das Auto sich langsam durch den Londoner Verkehr quält.

Die meisten Flugpassagiere hätten sich mit der Situation abgefunden und wahrscheinlich schon mal nach einem Ersatzflug gesucht. Rashidul I. reagierte in seiner Panik allerdings komplett über: Er rief am 4. Mai 2019 die Airline Easyjet an und berichtete von einer angeblichen Bombe an Bord seiner Maschine. Diese Aktion hat für den Mann nun Konsequenzen: Er wurde zu 16 Monaten Haft verurteilt, wie der britische „Guardian“ berichtet.

Easyjet-Passagier anhand seiner Handynummer überführt

„Der Easyjet-Flug 8897 startet in 40 Minuten“, habe Rashidul I. am Telefon erzählt. „An Bord könnte eine Bombe sein, Sie müssen ihn verschieben, Sie müssen ihn sofort stoppen.“ Das Flugzeug wurde daraufhin evakuiert, die 147 Passagiere mussten zurück zum Gate. In der Zwischenzeit checkte Rashidul I. verspätet ein. Dabei flog auf: Die Telefonnummer, die er bei der Buchung angegeben hatte, war dieselbe wie die vom Bomben-Anruf.

Rashid konnte letzten Endes also nicht mit den restlichen Passagieren drei Stunden später abfliegen – er wurde wegen des Verdachts auf eine Fake-Bombendrohung verhaftet. Dafür wurde er jetzt schuldig gesprochen. 16 Monate Knast warten auf den Geständigen, der in einer Befragung sagte, er habe sich kein neues Flugticket leisten können. 

„Auch wenn der Angeklagte Reue gezeigt hat, gibt es keine Entschuldigung für seine Tat und er wurde entsprechend verurteilt“, erklärt der zuständige Kommissar. „Wer einen falschen Bericht über eine Bombe in einem Flugzeug abgibt, verursacht nicht nur signifikante Kosten ud Verspätungen für den Flughafen und die Passagiere, sondern schürt auch Angst in der Bevölkerung.“ Man nehme solche Vorfälle daher sehr ernst und gehe stramm gegen die Schuldigen vor.

Nicht die erste Fake-Bombendrohung am Gatwick Airport

Das zeigt auch ein ähnlicher Fall aus dem Jahr 2018: Ein knappes Jahr vor Rahisdul wanderte bereits ein Mann für zehn Monate ins Gefängnis, weil er ebenfalls mit einer erfundenen Bombendrohung den Abflug seines Fliegers am Flughafen Gatwick verzögern wollte. Die Polizei von Sussex nannte das eine „lächerliche Idee“. Wenig später wurde er genau wie Rahisdul anhand der Handynummer überführt, die er auch für seine Ticketbuchung angegeben hatte.