Das Tourismusministerium der Balearen macht Ernst: Das neue Gesetz gegen Sauftourismus in den Party-Hochburgen von Mallorca und Ibiza ist bereits in Kraft! Damit löst die Regierung ihr Versprechen ein, eine entsprechende Regelung noch vor der Hauptsaison 2020 zu verabschieden.

Schon seit Jahren versucht die Regierung der beliebten Inselgruppe, gegen exzessiven Alkoholkonsum unter Urlaubern vorzugehen. Wo bislang nur stärkere Kontrollen oder vereinzelte Maßnahmen eingeführt wurden, wird jetzt per 18-seitiger Eil-Verordgung gesetzlich eingeschränkt, das berichtet die „Mallorca Zeitung“. Der Happy Hour und All-inclusive-Angeboten geht es an den Kragen.

All-inclusive gilt nicht mehr für Alkohol

In All-inclusive-Hotels muss nun außerhalb der Mahlzeiten jedes alkoholische Getränk einzeln abgerechnet werden, die Flatrate gilt für Alkohol nicht mehr. Und: Hotels und Restaurants dürfen maximal drei alkoholische Getränke pro Gast zum Mittag- oder Abendessen ausschenken.

Ebenfalls tabu: Happy-Hour-Angebote, bei denen Drinks zu bestimmten Uhrzeiten günstiger verkauft werden. Das berichtet die „Mallorca Zeitung“. Kioske und Läden, die in diesen Gebieten Alkohol verkaufen, müssen um 21.30 Uhr schließen und dürfen erst wieder um 8 Uhr öffnen. Die Verkäufer dürfen den Alkohol nicht im Schaufenster oder in den Auslagen präsentieren. Strafen für Nichteinhaltung der Regeln: bis zu 600.000 Euro.

Die Verordnung gilt allerdings nicht für die kompletten Inseln, sondern nur für die sogenannten Problemzonen Magaluf und Playa de Palma auf Mallorca sowie für den Ort Sant Antoni de Portmany auf Ibiza.

Und es gibt Ausnahmen: Bei Hochzeiten, Taufen, Tagungen, Seminaren und Kongressen mit mehr als 20 Personen darf weiterhin unbeschränkt Alkohol in Restaurants und Hotels ausgeschenkt werden.

Saftige Strafen für Alkoholsünder

Weil es immer wieder zu lebensgefährlichen oder sogar tödlichen Stürzen von Hotelbalkonen kommt, verhängt die Regierung auch hohe Strafen für Balkonkletterer. Werden sie bei ihrer waghalsigen Aktion erwischt, müssen die Hotelbesitzer sie sofort vor die Tür setzen. Andernfalls drohen auch den Hotels Strafen. Fürs Springen vom Balkon werden Geldbußen von bis zu 60.000 Euro verhängt. 

Auch die Bars, Restaurants, Hotels und Läden müssen mit ernsten Konsequenzen rechnen, wenn sie gegen die neuen Auflagen verstoßen. Wer für alkoholische Drinks wirbt, muss beispielsweise ebenfalls bis zu 60.000 Euro zahlen. Alkoholverkauf zu unerlaubten Zeiten oder Happy-Hour- und Flatrate-Angebote werden sogar mit bis zu 600.000 Euro belangt.

Die neue Verordnung soll zunächst fünf Jahre lang gelten, könne aber jederzeit verkürzt oder verlängert werden, so Tourismusminister Iago Negueruela. Falls sich die Feierwütigen künftig auf andere Orte verlagern, könnte die Verordnung auch auf diese Gebiete der Inseln ausgeweitet werden.