Sie gelten als Glücksbringer und sind wohl eines der beliebtesten Japan-Andenken: Kokeshi-Puppen. Welchen Ursprung die Holzfiguren haben, die heute Teil des nationalen Kulturerbes sind, darüber gibt es viele Theorien.

Eine davon ist etwas ernüchternd: Die Puppen, die aus dem Holz von Obstbäumen gedrechselt werden, sollen Anfang des 19. Jahrhunderts im Norden Japans in der Region Tohoku erfunden worden sein – als Mitbringsel für Touristen, die in Naruko Onsen die heißen Quellen besuchten. Erst Jahre später sollen Sammler sie für sich entdeckt haben.

Eine traditionell gefertigte Kokeshi erinnert ein wenig an eine Strickliesel: Der Körper ist zylindrisch und ohne Extremitäten, der Kopf rund bis oval. Einige haben bewegliche Köpfe. Bemalt werden sie sparsam, aber extrem fein, Blumenmotive sind oft Teil des Dekors. Wichtige Farben sind Schwarz, Gelb und Rot. Je nach Region sehen die Figuren anders aus – insgesamt gibt es elf offizielle Typen. Eines eint sie alle: Eine Wachsschicht schützt die fertigen Püppchen.

Kokeshi gibt es in vielen Variationen

Die filigrane Handarbeit hat ihren Preis: Wer ein aufwendiges Unikat kauft, kann auch Beträge im dreistelligen Euro-Bereich bezahlen. Für kleines Geld gibt es viele modern und seriell hergestellte Exemplare. Diese haben aber oft die zylindrische Körperform verloren und wirken mehr wie Comicfiguren. Sogar Kokeshi in der Dose und mit Musiklaufwerk sind erhältlich.

Wer mehr über die Geschichte der Puppen erfahren will, besucht das Kokeshi-Museum in Naruko Onsen, das nur wenige Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt liegt. Auch einen Shop gibt es, in dem Interessierte sich umschauen können. Ähnliches erwartet Japan-Reisende in Sendai, der größten Stadt der Tohoku-Region: Bei Shimanuki in der 3 Chome-1-17 Ichibancho gibt es Kokeshi in unterschiedlichsten Formen und Größen zu kaufen.