Zu gefährlich: Warum Airlines diese Länder meiden

Zu gefährlich: Warum Airlines diese Länder meiden

Welche Lufträume sind aktuell sicher – und welche sind es nicht? Diese Frage wirft der Flugzeugabschuss über dem Iran auf. Der reisereporter hat die gefährlichsten „No-Fly-Areas“ aufgelistet.

Flugzeug in den Wolken.
Der Flugzeugabschuss über dem Iran hat eine hitzige Diskussion über die Sicherheit von Lufträumen entfacht. (Symbolbild)

Foto: imago images/blickwinkel

In der vergangenen Woche stürzte ein ukrainisches Passagierflugzeug über dem Iran ab, mehr als 170 Menschen kamen dabei ums Leben. Wie sich später herausstellte, wurde das Flugzeug abgeschossen. Das entfachte eine hitzige Diskussion darüber, welche Lufträume zurzeit sicher sind und welche nicht. 

Das Flugportal „Safe Airspace“ hat die gefährlichsten Lufträume anhand von Richtlinien nationaler Luftfahrtbehörden und anderer Daten aufgelistet und in zwei Kategorien unterteilt.

Es gibt fünf sogenannte „No-Fly-Ares“. Das sind die aktuell gefährlichsten Lufträume, in die sich kaum eine Fluggesellschaft traut. Außerdem gibt es zwölf weitere Länder, die zwar weniger gefährlich, aber trotzdem nicht sicher sind. Nur ausgewählte Airlines fliegen sie überhaupt an.

Kategorie 1: Die „No-Fly-Areas“

Iran und Irak

Seit dem 8. Januar 2020 haben US-amerikanische, kanadische, britische, französische und ukrainische Behörden heimischen Airlines untersagt, über den Iran zu fliegen. Sie halten ihre Airlines ebenfalls dazu an, den irakischen Luftraum komplett zu meiden. Auch Deutschlands größte Airline Lufthansa fliegt derzeit nicht über Iran oder Irak.

Libyen

Wegen des Bürgerkriegs und der jüngsten Luftangriffe auf den Flughafen Tripolis gilt Libyen als unsicher. Airlines aus Deutschland und Malta fliegen nicht mehr in den Nordwesten des Landes. US-amerikanische, französische und britische Fluggesellschaften meiden den libyschen Luftraum ganz.

Bewaffneter Mann in Libyen.
Was nach einer Szene aus einem Kriegsfilm aussieht, ist in Libyen leider traurige Realität. Foto: imago images/Xinhua/Amru Salahuddien

Syrien

Das vom Krieg verwüstete Syrien, das derzeit als gefährlichstes Land der Welt gilt, ist für mindestens 94 Prozent des weltweiten Flugverkehrs eine „No-Fly-Area“.

Jemen

Aufgrund des anhaltenden Konflikts mit Saudi-Arabien ist der jemenitische Luftraum für Airlines aus den USA, Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich tabu.

Mann läuft über zerstörtes Haus.
Der Jemen-Krieg bringt viele Fluggesellschaften dazu, den Luftraum über dem Land zu meiden. Foto: imago images/Xinhua/Mohammed Mohammed

Kategorie 2: Gefährliche Lufträume

Ukraine

Nicht zuletzt wegen der Krimkrise ist es vielen Airlines zu riskant, über Teile der Ukraine zu fliegen. Die amerikanische Flugsicherheitsbehörde FAA (Federal Aviation Administration) warnt außerdem davor, dass Flugzeuge verwirrende oder widersprüchliche Anweisungen zur Flugsicherung von Fluglotsen erhalten könnten.

Ägypten 

Ägyptens unruhige Sinai-Halbinsel bereitet ausländischen Regierungen Kopfzerbrechen. Irland, die USA und Deutschland fordern heimische Fluggesellschaften nachdrücklich auf, einen Flug über die Sinai-Halbinsel unter 8.000 Metern zu vermeiden.

Zwei Pilger schauen vom Berg Sinai ins Tal.
Nicht überall auf der Sinai-Halbinsel ist es so ruhig, wie dieses Foto vermuten lässt. Foto: imago images/blickwinkel

Venezuela

Die USA raten ihren Airlines vom Überfliegen Venezuelas unter 8.000 Metern ab. Das Land befindet sich in einer anhaltenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krise.

Nordkorea

Die USA vermeiden Flüge im nordkoreanischen Luftraum. Frankreich und Deutschland raten zur Vorsicht.

Pakistan

Ausländische Regierungen empfehlen, in und über Pakistan mit Vorsicht zu fliegen – insbesondere in Niedrigfluggebieten.

Südsudan

Ausländische Behörden haben ihre Fluggesellschaften dazu aufgefordert, im Südsudan, der immer noch vom Bürgerkrieg heimgesucht wird, vorsichtig zu sein.

Blauhelmsoldat im Südsudan.
Die Lage im Südsudan ist nach wie vor angespannt. Foto: imago images/Xinhua/Li Baishun

Saudi-Arabien

Ausländische Behörden fordern ihre Fluggesellschaften dazu auf, im Südwesten des Landes und an der Grenze zum Jemen vorsichtig zu sein.

Somalia

Aufgrund der anhaltenden Konflikte und der instabilen Lage wird Airlines empfohlen, nicht unter 8.000 Metern über Somalia zu fliegen.

Kenia

Fluggesellschaften werden dringend gebeten, in Kenia, das von den Bürgerkriegen in Somalia betroffen ist, einen Flug unter 8.000 Metern zu vermeiden.

Afghanistan 

Deutschland und die USA warnen vor Flügen unter 10.000 Metern im afghanischen Luftraum – Frankreich und Großbritannien raten von Flügen unter 7.500 Metern ab.

Afghanische Soldaten.
Ist Afghanistan wirklich sicher? Immer wieder kommt es zu Bombenanschlägen, bewaffneten Überfällen und Entführungen, die dagegensprechen. Foto: imago images/Xinhua/Abdul Aziz Safdari

Sudan

Frankreich ist das einzige Land mit einer Warnung für den sudanesischen Luftraum. Es empfiehlt heimischen Airlines, nicht unter 6.000 Metern an den südlichen und westlichen Rändern des Sudan fliegen.

Mali

Die USA, Deutschland und das Vereinigte Königreich raten ihren Fluggesellschaften dazu, in einer Höhe von mindestens 8.000 Metern über Mali zu fliegen. Bestimmte Flughäfen sollen vermieden werden.

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