Touristen gefährden Leben der Pinguine am Boulders Beach

Touristen gefährden Leben der Pinguine am Boulders Beach

Sie halten sich nicht an Absperrungen und kommen den Tieren für ihre Fotos viel zu nah: Am Boulders Beach in Südafrika gefährden rücksichtslose Touristen das Leben der Pinguine, indem sie diese streicheln.

Ein Mädchen schaut die Pinguine am Boulders Beach aus nächster Nähe an.
Immer wieder kommen Touristen den Tieren viel zu nahe und versuchen sogar, sie zu streicheln. (Symbolfoto)

Foto: imago images/Robert Harding

Ein Pinguin in drei Metern Entfernung – für viele wohl ein echtes Highlight-Erlebnis ihres Lebens. Doch für einige Touristen ist das noch nicht nah genug: Für das perfekte Foto überwinden einige rücksichtslose Menschen die Absperrungen und kommen den Vögeln gefährlich nah, teilweise versuchen sie sogar, die Tiere zu streicheln! 

Rund 2.000 Besucher kommen täglich an den vielleicht berühmtesten Strand bei Kapstadt: Boulders Beach in Simons Town. In der Hochsaison im Dezember und Januar sind es sogar 5.000 Menschen, die sich die dort lebende Pinguin-Kolonie – die größte des Landes – anschauen möchten. Doch nicht alle halten sich an die Regeln.

Die lokale Umwelt-Organisation „#SeaTheBiggerPicture“ warnt nun, dass diese Menschen das Leben der Tiere riskieren. „Die Touristen kommen den Tieren ungewöhnlich nah, was verboten ist. Sie wurden auch dabei beobachtet, wie sie die Tiere anfassen und wie sie über Zäune und vom Holzsteg steigen, um die besten Fotos zu machen“, wird Shamier Magmoet von der Umwelt-Organisation auf der südafrikanischen Plattform „IOL“ zitiert. 

Aufdringliche Menschen können Pinguine in den Tod treiben

Das Verhalten der Touristen würde die Tiere in enormen Stress versetzen, so der Experte weiter. Würde man den Vögeln Stress ansehen, sollten Besucher auch mehr als drei Meter Abstand halten, rät Lauren Clayton, Sprecherin der Südafrikanischen Nationalparks (SANPA). 

Kritisch sind ausgerechnet die Zeiten, in denen es am meisten Besucher gibt, denn im südafrikanischen Sommer mausern sich die Pinguine. Während dieser Zeit dürfen sie nicht ins Wasser, weil ihr schützendes und wärmendes Gefieder fehlt, und damit nicht auf Futtersuche. Falls sie aufgrund aufdringlicher Touristen doch ins Wasser fliehen müssen, können sie sogar durch die Kälte sterben. 

Auch der direkte Körperkontakt ist gefährlich für die Pinguine. Menschen tragen andere Bakterien in sich als Vögel – deren Immunsystem kann die fremden Bazillen also nicht unbedingt abwehren.

Zu wenig Ranger für den Schutz der Tiere bei zu vielen Touristen

Das Problem: Im Verhältnis zu den vielen Besuchern gibt es wenige Ranger, die den Strandabschnitt kontrollieren und Besucher bei falschem Verhalten zurückweisen. „Wir können leider nicht überall gleichzeitig sein, daher wird es immer wieder Leute geben, die versuchen, den Tieren so nah wie möglich zu kommen, wenn keine Aufsicht in der Nähe ist“, sagte Clayton dem Portal.

Am Boulders Beach auf der Kap-Halbinsel leben rund 3.000 Brillenpinguine, es ist eine von drei Kolonien in Südafrika. Von zwei Stegen aus können Besucher die Tiere beobachten. Der Strand nebenan ist aber auch zum Schwimmen freigegeben, dort finden sich ebenfalls einige Pinguine. Insgesamt leben nur noch 150.000 Brillenpinguine weltweit, die Tierart gilt als gefährdet.  

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