Aspen-Highlights: Traum für Skirlaub in Colorado | reisereporter.de

Aspen-Highlights: Der Traum der Skifahrer in Colorado

In Aspen im US-Bundesstaat Colorado in den Rocky Mountains schwärmen die Ski- und Snowboardfahrer von Puderschnee und leeren Pisten. Doch er gilt auch als teurer Nobelort. Ein Trip lohnt sich auf jeden Fall.

Lisa Neumann
Beeindruckende Bergwelt: In Aspen in den Rocky Mountains stehen Wintersportlern vier Skigebiete offen.
Beeindruckende Bergwelt: In Aspen in den Rocky Mountains stehen Wintersportlern vier Skigebiete offen.

Foto: www.aspenchamber.org

Der Himmel ist grau meliert und der Wind fegt über die Piste. Durch ein paar Nebelschwaden geht es auf dem Aspen Mountain hinab ins Tal. 1.000 Meter Abfahrt liegen vor mir. Die rot markierte Piste teilt sich und auf einmal sehe ich niemanden mehr. Um mich herum nur Schnee und Bäume. Ich halte an und schaue mich um.

Über die breite Piste führt gemächlich der Skilift, in dem vereinzelt ein paar Leute sitzen. Trotz Hochsaison sind die Abfahrten im US-amerikanischen Aspen im Bundesstaat Colorado leer. Die Piste namens Naked Lady habe ich für mich allein.

It's a powderday.

Tucker Vest Burton, Aspen-Bewohnerin


„It’s a powderday“, sagt Tucker Vest Burton, als wir unten wieder am Skilift stehen, und grinst breit. Ein Pudertag. Die Aspener lieben diese Tage. Frisch gefallener Schnee, die Piste wie mit weißer, fluffiger Watte überzuckert. Das Fahrgefühl ist gleich ein anderes. Konstant möchte man auf seine Bretter schauen, die sich, im Schnee versunken, durch die 15 Zentimeter dicke Neuschneeschicht pflügen.

Pisten in den USA werden nicht präpariert

Präpariert werden die Pisten in den USA nicht. Nur durch das Fahren befestigen die Skifahrer und Snowboarder den Schnee an einem Neuschneetag selbst. Es dauert ein wenig, bis man sich an die Konsistenz des Schnees gewöhnt hat. Er ist lockerer und hält die Skier ein wenig fest.

Die Kleinstadt Aspen in Colorado gilt als beliebtes Ziel der Reichen und Schönen.
Die Kleinstadt Aspen in Colorado gilt als beliebtes Ziel der Reichen und Schönen. Foto: www.aspenchamber.org

Aspen gilt als Ort für Schöne und Reiche

Um 16.30 Uhr stellen die Lifte den Fahrbetrieb ein. Zeit für Après-Ski. Die klassische Après-Ski-Party sucht man in Aspen allerdings vergeblich. Ebenso wie die Promis. „Nur an Weihnachten und Silvester tummeln die sich hier“, erzählt Tucker und winkt ab. Aspen sei mehr als ein Ort, in dem die Schönen und Reichen logieren. Tucker ist vor einigen Jahren nach Colorado gekommen. Das Skifahren und die Natur haben sie schließlich in der Region gehalten.

Dennoch: Ganz ohne Après-Ski geht es dann doch nicht. In der Lobby des Limelight Hotels am Fuß des Snowmass-Berges spielt eine Zweimannband Coversongs. Im Kamin knistert ein Feuer und ein Pärchen Mitte 70 – er adrett mit Pullunder gekleidet, sie in engen Hosen, mit High Heels und auffällig gemusterter Fellweste – tanzt. Sie sind allein auf dem Parkett und wissen das. Aspen ist eben ein bisschen vornehm.

S'Mores: Süßigkeit mit Suchtfaktor

Tucker bekommt von alldem nichts mit. Sie steht auf einem kleinen Marktplatz in Snowmass Village direkt an der Gondel und wärmt sich die Finger am Feuer. Neben ihr steht eine kleine Holzbude, vor der Kinder ungeduldig warten. Sie warten auf S’Mores, eine Süßigkeit aus drei Teilen, die erst am Lagerfeuer zusammengebastelt wird. E

ine Frau in dem kleinen Wagen gibt zwei butterkeksähnliche Cracker, ein Stück Schokolade und ein auf einem Holzstäbchen aufgepikstes Marshmallow heraus.

S’Mores: Ein über Feuer gerösteter Marshmallow mit Schokolade zwischen zwei Butterkeksen.
S’Mores: Ein über Feuer gerösteter Marshmallow mit Schokolade zwischen zwei Butterkeksen. Foto: Lisa Neumann


Zwei Kinder sitzen am Feuer und rösten die weißen Schaumkissen, legen sie mit der Schokolade zwischen die Kekse und beißen genüsslich hinein. Unglaublich süß, aber lecker. Typisch amerikanisch, erklärt Tucker und stellt sich mit den Kindern in die Reihe. Sie wollen mehr – some more (lang für: s’more).

Am nächsten Tag geht es wieder mit dem Lift hinauf auf den Snowmass, mit 3.813 Metern der höchste der vier Berge. Das Wetter ist umgeschlagen, der Wind pustet kräftigt und der Lift stoppt immer wieder. Die Stille wird durch dumpfe Knalle in der Ferne unterbrochen. „Das sind Sprengungen“, erklärt Kimmy – zur Verhinderung von Lawinen. Das Piktin County ist eins der gefährdetsten Gebiete, um von einer Lawine getroffen zu werden.

Snowpatrol sorgt für Sicherheit

Heute sei es allerdings ruhig, sagt ein Mann, der unser Gespräch mitbekommen hat. Er trägt einen schwarzen Schneeanzug, um seine Hüfte ist ein Erste-Hilfe-Gürtel gebunden, über Funk werden Anweisungen durchgegeben – der Mann ist Mitglied der Snowpatrol. Etwa 30 Männer und Frauen arbeiten bei dieser Schneewacht, außerdem einige Hunde. Sie sorgen für die Sicherheit der Menschen am Berg.

Wichtige Hinweise: Die blauen Pisten sind mittelschwer, die schwierigen schwarzen gibt es in drei Stufen: schwarz, diamantschwarz und doppeldiamantschwarz.
Wichtige Hinweise: Die blauen Pisten sind mittelschwer, die schwierigen schwarzen gibt es in drei Stufen: schwarz, diamantschwarz und doppeldiamantschwarz. Foto: Lisa Neumann

Aspen bietet vier Skigebiete

Aspen hat vier Skigebiete, Aspen Mountain ist eins davon. Er gilt als der gefährlichste Berg, allerdings nicht wegen der Bäume auf und entlang der Strecke, sondern wegen seiner Löcher. Aspen war Ende der 1890er-Jahre eins der Hauptabbaugebiete von Silber, die Löcher sind Resultat der Silberförderung. Heute ist der Tourismus der Hauptmotor der Wirtschaft von Aspen. Etwa 1,5 Millionen Touristen besuchen den 7.000-Einwohner-Ort jährlich.

Dabei stand es nicht immer so rosig um Aspen. Wegen einer Wirtschaftskrise 1893 und der ökonomischen Folgen sank die Einwohnerzahl bis 1930 auf etwa 700. Ab 1946 prägte der Österreicher Herbert Bayer den Ort. Der in Weimar studierte Bauhausarchitekt und Maler gestaltete maßgeblich das Aspen Institute sowie einige Wohnhäuser mit und setzte das Opernhaus wieder instand. Dem 100-jährigen Bestehen des Bauhausstils hat das Heimatmuseum eine eigene Ausstellung gewidmet.

Die Skilifte fahren ab 9 Uhr

Die Skilifte öffnen um 9 Uhr. Glücklich ist, wer sich einen Platz der First-Track-Runde sichern konnte. 15 Minuten früher geht es mich und die kleine Gruppe auf den Berg. Absolut niemand ist zu sehen, die Sicht auf Aspen klar. Zwei Eichhörnchen drehen sich erschrocken um, als sie uns auf sie zufahren sehen. Das Ziel ist ein improvisierter Schrein in den Bäumen.

An den Stämmen hängen Bilder von prominenten Persönlichkeiten. Fans pinnen diese Erinnerungsstücke an Elvis Presley, Jimi Hendrix oder Marilyn Monroe an die Stämme. Etwa 50 gibt es auf jedem Berg.

Ein ungewöhnlicher Schrein: An Tannen, die auf den und abseits der Pisten stehen, befestigen Fans Bilder, Songtexte und andere Erinnerungen an bekannte Persönlichkeiten und Künstler.
Ein ungewöhnlicher Schrein: An Tannen, die auf den und abseits der Pisten stehen, befestigen Fans Bilder, Songtexte und andere Erinnerungen an bekannte Persönlichkeiten und Künstler. Foto: Lisa Neumann

Highland Bowl bietet Kick für Profis

Außergewöhnlich ist auch die Highland Bowl, ein Pass, dessen letztes Stück nur zu Fuß erreichbar ist. Ein Kick für Profis, denen die extrem steil abfallenden Pisten der Doppeldiamant-Routen, die in ihrer Beschaffenheit an Luftpolsterfolie erinnern, nicht ausreichen. Eine Steigerung zu den bekannten blauen, roten und schwarzen Strecken.

Besonders für Aspen ist auch die Vegetation. Selbst auf 3.000 Metern Höhe stehen noch Bäume. Die Baumgrenze liegt höher als in Europa und macht das Treeskiing zu einem Höhepunkt der Rocky Mountains. Da kann es schon mal passieren, dass meterhohe Tannen mitten auf der Piste stehen. Im Slalom geht es um die Bäume, eine scharfe Kurve und auf die nächste Tanne zu. Sorge, dass man mit anderen Skifahrern zusammenstößt, braucht man nicht zu haben – die Pisten sind leer. Da mag man fast nicht mehr in Europa fahren.

Tipps für deine Reise nach Aspen

Das Reiseziel: Aspen in Colorado besteht aus vier Skigebieten: Aspen Highlands, Aspen Mountain, Buttermilk und Snowmass. Es gibt ein Ski-Shuttleservice. In Aspen herrscht so gut wie kein Wochenend-Tourismus. Das Gebiet eignet sich weniger für Anfänger. Lediglich 27 der 515 Kilometer sind Anfänger-Routen.

Anreise: Verschiedene Fluggesellschaften bieten Verbindungen nach Aspen mit Zwischenstopp in Denver oder Chicago an.

Beste Reisezeit: Die Saison dauert je nach Schneefall von Dezember bis April.

Veranstalter: Faszination Ski bietet eine siebentägige Reise inklusive Flügen, Transfers und Skipass ab 1.499 Euro pro Person an.

   

Die Reise wurde unterstützt von Faszination Ski und der Aspen Skiing Company. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.

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