Die Chinesin Midori Nishida wollte von Hongkong nach Saipan fliegen – dort leben ihre Eltern. Noch nie von Saipan gehört? Es handelt sich dabei um die größte Insel der Nördlichen Marianen, einem Außengebiet der USA im westlichen Pazifik. Doch das Einsteigen ins Flugzeug der Airline Hongkong Express Airways sei ihr zunächst verwehrt worden, sie habe erst einen Schwangerschaftstest machen müssen.

Sie habe den Airport-Mitarbeitern versichert, nicht schwanger zu sein, doch trotzdem sei sie in eine öffentliche Toilette eskortiert worden und habe dort auf einen Teststreifen urinieren müssen, erzählte die 25-Jährige dem „Wallstreet Journal“. Der Schwangerschaftstest fiel negativ aus, und sie durfte boarden. Die Situation sei „sehr demütigend und frustrierend“ gewesen, so Midori. Aber: Warum überhaupt so eine Aufregung um eine mögliche Schwangerschaft?

Darum zwang die Airline die Passagierin zum Schwangerschaftstest

Die Fluggesellschaft entschuldigte sich im Nachgang für den Vorfall, die Praxis wurde „umgehend ausgesetzt und wird überprüft“. Der Test habe sicherstellen sollen, „dass die US-Einwanderungsgesetze nicht untergraben werden“. Die Nördlichen Marianen sind das einzige Ziel der USA, in das Chinesen ohne Visum einreisen dürfen. Ein Bericht des „Saipan Tribune“ hatte im Jahr 2016 enthüllt, dass es auf Saipan einen regelrechten „Geburtentourismus“ gibt – werdende chinesische Eltern reisten verstärkt auf die Insel, um dort ein Baby zu bekommen, damit dieses einen US-Pass erhält. 

Zwischen Januar 2015 und September 2016 seien auf Saipan 715 Babys von ausländischen Eltern geboren worden – 95 Prozent von ihnen seien aus China gewesen. Im Jahr 2018 sollen mehr Babys von Touristen geboren worden sein als von Einwohnern.

Zwar ist es Schwangeren nicht verboten, auf die Insel zu fliegen. Ihnen kann nach US-Recht jedoch die Einreise verweigert werden, wenn sie den Grund für ihre Reise verschleiern.