Manchmal sind Haustiere mehr als kuschelige Vierbeiner – sie werden für ihre Besitzer zu treuen Begleitern. Genau das war Boxer Duke für die Australierin Kay Newman. „Wenn ihr mich persönlich kennt oder mir in den sozialen Medien folgt, kennt ihr Duke und wisst, wie viel er mir bedeutet“, schreibt Kay in einem Facebook-Post. Darin schildert sie das Drama, das sie bei ihrer Reise am 19. Dezember 2019 erleben musste.

Es war ein heißer Tag, erinnert sie sich. Das Thermometer zeigte Temperaturen von 39 Grad Celsius, die australische Ostküste hatte bereits mit den heftigen Buschfeuern zu kämpfen, die noch immer auf dem roten Kontinent wüten.

Unter diesen extremen Bedingungen mussten Kay und Duke von Sydney nach Brisbane fliegen. „Ich war wegen der Hitze beunruhigt, aber die Frachtmitarbeiter von Qantas versicherten mir, dass Duke nur wenige Minuten auf dem Rollfeld verbringen würde und er so lange abgedeckt würde, bis er ins Flugzeug komme.“

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Trotzdem wollte Kay so lange wie möglich mit Duke im klimatisierten Büro warten. Als der Boxer in seine Transportbox musste, um für den Flug verladen zu werden, kühlte Kay ihren Hund mit kaltem Wasser, füllte seinen Trinknapf auf, polsterte seine Box mit einem Handtuch und legte ihm sogar noch eine Flasche mit gefrorenem Wasser daneben. Damit wollte sie sichergehen, dass er bis zum Verladen kühl blieb. 

Mitarbeiter lassen Boxer Duke minutenlang bei sengender Hitze warten

Dann war es an der Zeit: Für Duke ging es in Richtung Rollfeld, und Kay musste zum Boarden ans Gate. Von dort behielt sie das Rollfeld immer im Blick. Doch mit jeder Minute, die verstrich, wuchs ihre Panik: Dukes Box stand schon vor dem Flugzeug – ohne Schutz in der prallen Sonne.

Nach 15 Minuten habe sie aus Sorge einen Mitarbeiter alarmiert, da Boxer Hitze nicht gut verkraften. Als Antwort habe sie zu hören bekommen, dass ihr Tier bald verladen werden sollte. 

Völlig aufgelöst sei Kay ins Flugzeug gestiegen. Um sie zu beruhigen, habe der Pilot sogar noch die Ground-Crew angefunkt. Die habe versichert, dass es Duke gut gehe. 

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Doch bei der Landung in Brisbane dann der Schock: Mitarbeiter der Airline informierten sie, dass Duke den Flug nicht überlebt hatte. „Ich stand völlig neben mir, konnte nur ‚nein, nein, nein‘ schreien“, schreibt sie in ihrem Post. „Duke war noch in seiner Box, und als ich ihn darin umarmte, wusste ich sofort, dass er wegen der gewaltigen Hitze am Boden der Box gestorben war.“

Starb der Hund einen Hitzetod?

Kay ist sich sicher: Man hätte Dukes Tod verhindern können. „Mein armer Junge ist eines schrecklichen Todes gestorben, weil er von den Qantas-Gepäckabfertigern bei sengender Hitze auf dem Rollfeld gelassen wurde, während sie das ganze Gepäck der Passagiere und Pakete einluden.“

Sie fragt sich nun, warum Duke nicht wieder nach drinnen gebracht wurde, als klar war, dass es eine Verspätung geben würde, und warum ihre Sorgen von so vielen Stellen ignoriert worden seien. Mit ihrem Post möchte sie andere Hundebesitzer davor warnen, in Zukunft mit ihren Haustieren zu fliegen. „Die Qantas-Mitarbeiter, die es unterlassen haben, sich um Duke zu kümmern, sollten sich einfach nur schämen“, schreibt Kay. 

Qantas bedauert den Vorfall

Den Richtlinien von Qantas zufolge werden Tiere als Letztes eingeladen und als Erstes ausgeladen. Unklar ist bislang, ob die Airline der Passagierin eine Entschädigung zukommen lässt. Ein Sprecher sagte gegenüber „9 News“, man habe Kay gegenüber Beileid ausgedrückt. „Es gab eine unerwartete Verspätung, weshalb Duke länger als gewöhnlich auf dem Rollfeld war, aber unsere Gepäckabfertiger sagen, dass es Duke gut ging, als er ins Flugzeug geladen wurde.“

Kurznasige Hunde wie Boxer, Bulldoggen und Möpse seien aufgrund möglicher Atemprobleme generell einem größeren Risiko bei Flugreisen ausgesetzt. 

Für Kay Newman dürfte das nur ein schwacher Trost sein: „Worte können nicht beschreiben, wie sehr ich Duke vermisse und wie niedergeschmettert ich und meine Familie über seinen Tod sind… Ruhe in Frieden, mein schöner Dukey Boy.“