Verschneite Berggipfel und zerklüftete Fjorde: So stellen wir uns das Idyll von Nordnorwegen vor. In diesen Tagen wird die weiße Pracht in der Gemeinde Nordkap allerdings zum Problem. Dort fielen in der Nacht rund 60 Zentimeter Neuschnee, und auch am Montagmorgen schneit es weiter.

Die Angst der Behörden ist, dass eine Lawine auf ein Wohngebiet in Honningsvåg niedergehen könnte. „Derzeit wird die Lage bewertet“, sagte der Einsatzleiter der örtlichen Polizei, Eirik Pedersen, gegenüber dem Radiosender „NRK“. Polizei, Feuerwehr und Stadtverwaltung würden dann gemeinsam entscheiden, ob es zu einer Evakuierung komme.

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Ein Haus wurde einem Tweet der Polizei zufolge bereits evakuiert, sieben weitere Haushalte sollen ebenfalls bald geräumt werden.

Bei dem betroffenen Gebiet handelt es sich um sehr steiles Terrain. Die Straße E69 ist aufgrund der großen Lawinengefahr bereits gesperrt. Allerdings berichtet der Polizist von zahlreichen Anwohnern, die die Absperrungen mit ihren Geländewagen einfach umfahren – und sich dadurch einem großen Risiko aussetzen. Meteorologen warnen, dass es im Laufe des Tages weiterschneien soll – eine Entspannung der Lage ist deshalb vorerst nicht in Sicht. 

Hurtigruten streicht Ausflüge in Honningsvåg

Der Hafen von Honningsvåg ist ein fester Halt auf vielen Routen der Hurtigruten-Kreuzfahrten. Dort legen unter anderem die Schiffe von Hamburg zum Nordkap oder von Bergen nach Kirkenes an. Derzeit befindet sich beispielsweise die „MS Trollfjord“ in dem malerischen Fischerort.

Die Reederei reagierte auf die aktuelle Situation und sagte alle Hurtigruten-Ausflüge, die für die Gäste der „MS Trollfjord“ am Montag in Honningsvåg geplant waren, ab. Davon seien auch die Ausflüge zum Nordkap betroffen, teilte eine Sprecherin auf reisereporter-Nachfrage mit. „Sicherheit hat bei Hurtigruten immer oberste Priorität.“ Situationen wie diese würden deshalb immer individuell und in Absprache mit den Partnern bewertet und im Sinne der Sicherheit der Gäste und Mitarbeiter entschieden.