Zusammen mit seiner Freundin und Geschäftspartnerin Line erkundet Sebastian Canaves die Welt und ist dabei immer auf der Suche nach neuen Abenteuern und Herausforderungen. 

Seine Erlebnisse teilt der 31-Jährige mit seiner Community auf seinem Instagramkanal „offthepath" und bietet über seine Website zusätzlich Reisen, wie eine Kajaktour in Kanada, an. Wenn er dann doch mal zu Hause sein sollte, verbringt Sebastian gerne Zeit mit seinem Team im Büro oder in den Bergen, die mittlerweile direkt vor seiner Haustür in Garmisch-Partenkirchen liegen, wo er vor zwei Jahren hingezogen ist. 

Seit 2011 führt Sebastian nun seinen Abenteuer-Blog Off The Path und hat bereits in 10 Ländern gelebt und mehr als 100 bereist.

Im Interview erzählt er uns von seinen aufregendsten Abenteuern, Top-Learnings und in welcher Situation er schon mal richtig Angst hatte. 

Was für ein Reisetyp bist du?

Sebastian: Ich liebe es aktiv und abenteuerlich, ob mit Wanderschuhen, im Kajak oder auf einem galoppierenden Pferd!

Verrate uns deinen besten Travel Hack:

Sebastian: Das klingt jetzt vielleicht erstmal nicht so spannend, aber ich bin ein riesiger Fan von Packwürfeln! So behält man wunderbar Ordnung in seinem Rucksack und findet alles schneller.

Welches Reiseziel verdient mehr Aufmerksamkeit?

Sebastian: Line und ich waren im November in Chile und total begeistert! Leider findet man nur wenig Infos über dieses schier unendlich lange Land, dabei bietet es eine Menge genialer Abenteuer, eine atemberaubende Natur und unheimlich nette Einheimische!

Was war deine aufregendste Unterkunft bisher?

Sebastian: Eine Nacht, die ich nie vergessen werde, war eine Nacht mitten in der Namib-Wüste unter freiem Himmel. Wir haben unser Bett einfach auf die Terrasse unserer kleinen Hütte geschoben und konnten beim Einschlafen auf die Milchstraße blicken – der Wahnsinn!

So sah das Nachtlager von Sebastian und seiner Freundin in der Namib Wüste aus.

Welche Ausrüstung darf bei deinen Wanderungen nicht fehlen?

Sebastian: Das A und O sind gute Wanderschuhe! Ebenfalls immer dabei haben sollte man eine leichte Regenjacke, einen bequemen Wanderrucksack und eine Trinkflasche mit Wasser. Je nach Gelände sind außerdem Wanderstöcke sehr hilfreich.

Welches Land hat dich am meisten verändert?

Sebastian: Das ist definitiv Australien! Nach meinem Abi bin ich für Work and Travel nach Down Under gereist und meine Zeit auf dem roten Kontinent hat mich bis heute geprägt: Einerseits war ich sofort angetan von der Offenheit und Freundlichkeit der Aussies, andererseits habe ich gelernt selbstständig zu sein und wirklich jeden Tag voll und ganz zu leben.

Unterwegs in Garmisch-Partenkirchen.


Was sind deine Reisepläne für 2020?

Sebastian: Tatsächlich ist 2020 schon wieder so gut wie verplant. Wir werden auch in diesem Jahr wieder zwei Leserreisen unternehmen und neben ein paar Schneeabenteuern in Garmisch-Partenkirchen haben wir ein unvergessliches Kajakabenteuer in Kanada geplant. Außerdem steht ein Roadtrip nach Norwegen und womöglich sogar eine Tiger-Safari in Indien an!

Was sind deine Top 3 der schönsten Reiseerlebnisse?

Sebastian: 1. Kajaken mit Orcas in Kanada. 2. Walking Safari in Südafrika. 3. Hüttenwanderung in Südtirol.

Was reizt dich am Reisen besonders und was ist das stressigste dabei für dich?

Sebastian: Ich liebe es, beim Reisen über mich selbst hinauszuwachsen, Neues über mich, andere Menschen und die Welt zu lernen. Tatsächlich bin ich kein Fan vom Packen, das ist das Einzige, das mich am Reisen stresst. Aber dafür habe ich ja zum Glück die Packwürfel. ;)

Gab es schon mal einen Moment auf deinen Abenteuern, in dem du richtig Angst hattest?

Sebastian: Line und ich haben vor ein paar Jahren eine Kanutour auf dem Athabasca River in Alberta, Kanada, unternommen. Der Fluss hatte eine starke Strömung und das Kanu war sehr instabil – wir wären beinahe gekentert! Am Ende ist aber alles gut gegangen, auch wenn wir unsere Nacht im Zelt bei Minusgraden in nassen Schlafsäcken verbringen mussten. Heute können wir über dieses Abenteuer nur lachen!

Warst du von einem Reiseziel schon mal ehrlich enttäuscht? Warum?

Sebastian: Wir waren 2018 in Island und sehr enttäuscht darüber, wie überlaufen die Insel selbst zur Nebensaison ist. Überall wimmelt es nur so von Bussen und riesigen Reisegruppen – das hatten wir uns anders vorgestellt!

Mit dem Kanu unterwegs auf dem Athabasca River in Kanada.

Welche sind die Top-Learnings, die du von deinen Reisen mitgenommen habt?

Sebastian: Was ich immer wieder aufs Neue lerne ist, dass meistens alles anders kommt, als man denkt. Beim Reisen sollte man nicht alles zu starr planen oder gar zu eng sehen. Das schönste Learning ist aber, dass man selbst bei eher negativen Erfahrungen meistens mit einem Lächeln im Gesicht an seine Abenteuer zurückdenkt!

Beschäftigt dich das Thema Nachhaltigkeit auf Reisen?

Sebastian: Ja! Wir haben beispielsweise zum einen unsere Flugreisen drastisch reduziert, zum anderen sind wir nur noch mit unseren Trinkflaschen, Brotdosen und wiederverwendbaren Coffee-to-go-Bechern unterwegs, um unnötigen Plastikkonsum im Reiseland zu vermeiden. Es ist wirklich erschreckend, wie viele Reisende sich täglich neue Wasserflaschen aus Plastik kaufen und diese anschließend wegwerfen!

Traumberuf Reiseblogger - (wie) kann man davon leben?

Sebastian: Ja, man kann davon leben, aber es ist harte Arbeit! Wenn wir Zuhause sind, sitzen wir nicht selten 10 Stunden am Tag im Büro und das auch am Wochenende. Wir haben zudem unterschiedliche Einnahmequellen: Einerseits verdienen wir über Affiliate Marketing, andererseits über Werbung und verschiedene Dienstleistungen, die wir anbieten, wie beispielsweise die Erstellung von Texten, Bildern und Videos für Kunden.