Zugegeben, es ist verwirrend. Schließlich sind die meisten von uns damit groß geworden, dass die Niederlande auch Holland genannt werden und damit ein- und dasselbe gemeint ist. Das hat uns hitzige Diskussionen bei Stadt-Land-Fluss und Fan-Gesänge wie „Ohne Holland fahr’n wir zur WM“ beschert. 

Dabei bezeichnet Holland nur einen Teil des Landes: Nordholland (auf Niederländisch Noord-Holland) mit Amsterdam und Texel sowie Südholland (Zuid-Holland), wo unter anderem Den Haag, Rotterdam, Leiden und Gouda liegen. Daneben gibt es aber noch zehn weitere Provinzen, die oftmals in den Hintergrund geraten. Besonders bei Touristen aus dem Ausland werden die Niederlande als Reiseziel fast ausschließlich auf Nord- und Südholland reduziert. Doch das soll sich in Zukunft ändern. 

Aktuelle Deals

Mehr als „nur“ Holland: Neues Logo der Niederlande

Deshalb hat die Regierung ein neues Logo vorgestellt: In orangefarbenen Lettern steht dort „NL Netherlands“, wobei die ersten beiden Buchstaben eine Tulpe stilisieren. Es soll im internationalen Marketing der Niederlande das „Holland“-Logo der Tourismusorganisation NBTC ersetzen, mit dem das Reiseziel bislang hauptsächlich vermarktet wurde: 

Das neue Logo wird seit Anfang 2020 unter anderem von Ministerien und Botschaften genutzt. Die einheitliche nationale Marke soll nicht nur dem Tourismus zugutekommen, sondern auch Bereichen wie Handel, Investment und Kultur. „Ein eindeutiges internationales Image ist vorteilhaft für unsere Exporte und die Anziehung von Investment und Talenten“, erklärt die zuständige Ministerin Sigrid Kaag in einem Statement. 

Schluss mit „Visit Holland“?

Auch die Tourismusorganisation hat an der Entwicklung der nationalen Strategie mitgearbeitet – auch wenn sie derzeit noch immer mit dem Slogan „Visit Holland“ wirbt. „In naher Zukunft werden wir prüfen, wie und inwieweit diese Verbindung Gestalt annimmt und welche Konsequenzen die für unsere Kommunikation, das Logo und unser Corporate Branding hat“, so NBTC-Geschäftsführer Jos Vranken.

Das sei auch Teil der Strategie „Perspective 2030“, mit der die Niederlande trotz regelrechter Besucheranstürme auf einige Ecken des Landes weiterhin für Reisende attraktiv bleiben sollen. Bis der Namenswechsel aber auch im Alltag fest verankert ist, dürfte es aber wohl eine Weile dauern. „Ohne die Niederlande fahren wir zur WM“ klingt schließlich ein bisschen sperrig.