Der österreichische Ort Hallstadt wird von Touristen überrannt– auf 780 Einwohner kommen pro Jahr eine Million Besucher! Das liegt nicht zuletzt am großen Erfolg des Disney-Films „Frozen – Die Eiskönigin“.

Der handelt von Prinzessin Elsa, die im Königreich Arendelle lebt – als Inspiration dafür soll Hallstatt im Salzkammergut gedient haben. Dieses nicht offiziell bestätigte Gerücht sieht die lutherische Kirche in Hallstatt als Vorlage für Elsas Schloss in dem Filmen. „Das stand offenbar in einer chinesischen Zeitung, ich weiß davon aber nichts“, sagt Bürgermeister Alexander Scheutz gegenüber „heute.at“.

Ob an dem Gerücht nun ein Funken Wahrheit ist oder nicht, unbestritten ist der Touristen-Boom in der kleinen Gemeinde in Österreich. Früher kamen Urlauber nur im Sommer an den Hallstätter See, nun zieht das Dorf das ganze Jahr über Besucher aus aller Welt an.

So sieht Elsas Schloss im Film „Die Eiskönigin“ aus:

Der Anstieg ist auch in Zahlen belegt: Im Jahr 2009 besuchten täglich nur etwa 100 Gäste Hallstatt. Dann sorgte die südkoreanische Serie „Spring Waltz“, die zum Teil in Hallstatt spielt und gedreht wurde,  für den ersten Boom. Inzwischen sind die Zahlen explodiert: 2019 kamen täglich durchschnittlich 10.000 Besucher, wie der „Guardian“ berichtet. Hallstatt selbst hat nur 778 Einwohner. Somit kommen sechsmal mehr Besucher auf einen Einwohner als zum Beispiel in Venedig.

Ebenso wie in anderen Touristen-Hotspots machen Busreisen einen großen Anteil der Gäste in Hallstatt aus. Viele Bustouristen handeln nach dem Motto: Ein Foto machen – und weiterfahren! Allen voran Besucher aus Ostasien haben an dem österreichischen Dorf Gefallen gefunden.

In China erlangte Hallstatt Berühmtheit durch eine detailgetreue Nachbildung. Bei Influencern genießt die Gemeinde zudem den Ruf als „most instagrammable town in the world“.

Impression aus dem 780-Einwohner-Dorf Hallstatt in Österreich.

Lokalpolitik stellt Regeln für Busreisen auf

Die örtliche Regierung hat sich vorgenommen, die Besucherströme zumindest einzudämmen. Bereits Anfang 2019 kündigte Bürgermeister Alexander Scheutz an, dass Busreiseveranstalter ab Mai dieses Jahres nur noch mit vorheriger Anmeldung nach Hallstatt dürften. Außerdem müsste der Aufenthalt mindestens 150 Minuten andauern. Im vergangenen Jahr steuerten knapp 20.000 Busse das kleine Örtchen in Oberösterreich an. Durch Maßnahmen wie eine Anmeldepflicht soll diese Zahl um rund ein Drittel gesenkt werden.

Bei den Bewohnern des Dorfes regt sich immer mehr Unmut gegen die Touristenmassen. Hotelbesitzerin Verena Lobisser erklärte gegenüber der „Washington Post“: „Es ist eine Katastrophe. Viele Besucher glauben wirklich, sie befinden sich in einem Freizeitpark.“ Einige Urlauber sollen Einheimische fragen, ob sie für ein Foto posieren könnten, andere würden sich Zutritt zu privaten Fachwerkhäusern verschaffen.