Herzrasen, Panik, Atemnot: Wer unter Flugangst leidet, erlebt selten einen entspannten Moment an Bord eines Flugzeuges. Zu den körperlichen Auswirkungen kommen auch die psychischen hinzu: Ständig kreisen fiese Gedanken durch den Kopf, die die Reise unerträglich gestalten.

Experten schätzen, dass rund 15 Prozent aller Deutschen unter Flugangst leiden, zusätzliche 20 Prozent fühlen sich an Bord unbehaglich. Du bist also nicht allein. Und es gibt ein paar Tricks, die dir dabei helfen können, deine Flugangst zu minimieren.

1. Sorge für einen entspannten Abflug

Wenn du weißt, dass jeder Flug dich stresst, ist es umso wichtiger, das Drumherum so entspannt wie möglich zu gestalten. Es gilt also, deine ohnehin angespannten Nerven nicht zusätzlich zu strapazieren. Denn wer unter Flugangst leidet, aktiviert sein vegetatives Nervensystem – und überaktiviert es quasi, wenn unnötiger Stress hinzukommt.

Aktuelle Deals

Plane deine Reise daher so relaxt wie möglich: Packe den Koffer am Vortag, organisiere dir rechtzeitig den Flughafen-Transfer, erledige den Check-in online, sei früh genug am Flughafen. Mach einfach alles, was dir dabei hilft, entspannt abzufliegen.

2. Bekämpfe deine Angst mit Wissen

Wie bei vielen Dingen ist das Fliegen für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Weil die wenigsten wissen, wie es genau funktioniert, wird rasch die Logik und die Sicherheit infrage gestellt. Dafür wirbeln panische Gedanken durch den Kopf. Woher kommen die Geräusche im Flugzeug? Warum wackelt die Maschine so? Waren das Turbulenzen?

Umso wichtiger ist es, sich die Basis des Fliegens mal genauer anzu schauen und zu verstehen, was die Technologie dahinter ausmacht. Wer verstanden hat, dass ein Flugzeug selbst dann nicht vom Himmel fällt, wenn alle Triebwerke ausfallen, steigt viel gelassener in ein Flugzeug.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

3. Suche dir einen Platz, auf dem du dich sicher fühlst

Der Sitzplatz kann viel dazu beitragen, wie wohl du dich an Bord eines Flugzeuges fühlst. Und damit ist nicht gemeint, dass du jetzt nach „sicherster Platz an Bord eines Flugzeugs“ googelst, sondern auf dein Bauchgefühl hörst. Versteckst du dich gerne am Fenster? Oder bist lieber sprungbereit am Gang? Magst du es, vorn in der Maschine zu sein oder doch eher hinten?

Jeder Mensch hat seine Vorlieben, deshalb ist es wichtig, dass du deine kennst. Jede Möglichkeit, die zu deinem Wohlbefinden beitragen kann, solltest du nutzen. Generell ist es so, dass Menschen mit Flugangst den Blick aus dem Fenster meist lieber vermeiden und einen Gangplatz wählen. Wenn du also nicht sicher bist, wo du sitzen möchtest, ist das erst einmal eine gute Idee.

4. Rede über deine Ängste

Ob mit deinem Reisepartner, dem Bord-Personal oder deinem Sitznachbarn: Wenn du merkst, dass Panik in dir aufsteigt, dann sprich darüber! Auch wenn es dir im ersten Moment vielleicht seltsam vorkommt, mit einem Fremden zu reden: Es hilft! In der Realität leiden viel mehr Menschen unter einem mulmigen Gefühl – und es gibt kaum jemanden, der nicht bereit dazu wäre, einem anderen zu helfen. Allein eine kleine Plauderei kann schon dazu beitragen, dass du abgelenkt wirst und dich sicherer fühlst. 

5. Lenke dich von deinen Ängsten ab

Apropos ablenken: Auch wenn es leichter gesagt als getan ist, kann es dir helfen, weniger an den Flug zu denken, wenn du dich ablenkst. Das kann mit einer Serie sein, die du dir aufs Smartphone lädst, mit einem Buch genauso wie mit einem Rätselblock. Hauptsache, du versuchst, deine Gedanken in eine völlig andere Richtung zu steuern. Je mehr du dich auf eine andere Sache konzentrieren musst, umso weniger Platz ist in deinem Kopf für Flugangst.

6. Mache Entspannungsübungen und atme richtig

Gerade Start und Landung sind für Menschen mit Flugangst eine Qual. Da kann es helfen, wenn du dir ein paar Entspannungstechniken und die richtige Atmung beibringst. Eine kleine Übung mit großer Wirkung ist vor allem für den Start geeignet: Ziehe die Schultern bis zum Ohr, bleibe zehn Sekunden in dieser Haltung und atme dabei tief ein. Beim Ausatmen entspannst du deine Schultern dann wieder.

Wenn du das fünfmal wiederholst, stellt sich bereits eine entspannende Wirkung ein. Bei der Atmung gilt: Kommt Panik auf, musst du versuchen, ruhig zu atmen und vor allem länger aus- als einzuatmen. Tiefe Atemzüge helfen dabei, Panikattacken zu vermeiden. 

7. Hol dir Hilfe

Ob du Medikamente gegen Flugangst nehmen möchtest, solltest du dir gut überlegen. Hier gilt: Chemie ist nicht immer die Lösung. Es gibt aber auch pflanzliche Medikamente wie Baldriantropfen, die unbedenklich sind. Lass dich am besten von deinem Hausarzt beraten und dir gegebenenfalls ein Rezept für Tabletten gegen Flugangst ausstellen.

Viel effektiver ist es, gegen die Flugangst anzukämpfen, indem du ein Flugangst-Seminar buchst. Die Erfolgsquoten sind hoch. Viele Airlines, aber auch das deutsche Fluggastzentrum bieten solche Kurse an. Piloten erklären dort die Hintergründe des Fliegens.