Im Iran-Konflikt hat die Tötung des iranischen Generalmajors Ghassem Soleimani bei einem US-Luftangriff in der irakischen Hauptstadt Bagdad für eine Eskalation der Lage gesorgt. Das Regime in Teheran rächt sich mit Angriffen auf US-Stützpunkte im Irak.

Die drohende Eskalation hat auch Auswirkungen für Urlauber: Aufgrund der derzeit unvorhersehbaren und instabilen Lage sollten Urlauber eine Reise in den Iran überdenken: „Verschieben Sie nach Möglichkeit nicht erforderliche Reisen nach Iran“, schreibt das Auswärtige Amt. Vor Reisen in den Irak wird gewarnt, von Reisen in die Region Kurdistan-Irak wird aufgrund der unklaren Sicherheitslage vorläufig abgeraten. Die angespannte Situation könnte zudem Auswirkungen auf andere Länder im Nahen und im Mittleren Osten haben.

Reise nach Iran: Behörden warnen vor möglichen Eskalationen 

Der Iran trauert um den hochdekorierten General, der im Land als einflussreiche Lichtfigur galt. Er wurde sogar als Nachfolger von Präsident Hassan Rohani gehandelt. Drei Tage Staatstrauer wurden angeordnet, am Montag versammelten sich Hunderttausende in der Hauptstadt Teheran bei einer Zeremonie. Darüber berichtet das „RND“.

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In Gedenken an den getöteten General Ghassem Soleimani marschierten Hunderttausende – nach Lokalmedien sogar Millionen – friedlich durch die Straßen Teherans. Eskalierende Demonstrationen seien jedoch nicht auszuschließen.

Das Auswärtige Amt warnt vor möglichen Eskalationen bei Demonstrationen und Kundgebungen in iranischen Städten. In dem Land brodelt es bereits seit Mitte November, immer wieder gehen Einheimische infolge einer Benzinpreiserhöhung auf die Straßen.

Filmaufnahmen sollten auf keinen Fall gemacht werden. Der Iran und besonders das eher kosmopolitisch orientierte Teheran hatten sich sich in den letzten Jahren zu einem interessanten, aber auch kontrovers diskutierten Reiseziel entwickelt.

Israel und andere Urlaubsziele im arabischen Raum: Bedeutung für Urlauber

Um das Ausmaß des Todes von Soleimani zu verdeutlichen: Experten und die internationale Presse befürchteten nach dem Raketenangriff in Bagdad in der Freitagnacht einem neuen Golfkrieg, im Netz trendeten Hashtags mit #WWIII, also Dritter Weltkrieg.

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Der US-Angriff mit Todesfolge wird auch im Irak als gezielte Offensive gewertet – in beiden Ländern wird von einer antiamerikanischen Massenbewegung gesprochen. Das widerum könnte auch für Urlauber in Israel Folgen haben.

Der Anführer der palästinensischen Hamas, Ismail Hanija, drohte bei dem Trauerzug am Montag: „Ich betone, dass die Widerstandslinie im Land Palästina angesichts zionistischer Verschwörungen und amerikanischer Vorherrschaft in der Region niemals besiegt werden wird, nicht geschwächt wird bis zur Vertreibung der Besatzer von unserem Land mit der Hilfe von Gott, dem Allmächtigen.“

Von Reisen in die Nähe des Gaza-Streifens wird zwar ohnehin eindringlich abgeraten. Aktuell gibt es jedoch keinen verschärften Reisehinweis für Deutsche in Israel.

Deutlicher wurden Behörden hingegen bei US-Bürgern. Die sollten den Irak schnellstmöglich verlassen, für andere arabische Länder wurden schärfere Reisewarnungen ausgesprochen.

Hintergrund zum USA-Iran-Konflikt

Zwischen den USA und dem Iran kriselt es seit Jahrzehnten. Grund ist unter anderem der Atomstreit. Schauplatz des Konflikts ist seit Jahren der Irak, wo die verfeindeten Nationen gegen den IS kämpften. Dass nun eine wichtige Persönlichkeit mit großem politischen und militärischem Einfluss getötet wurde, schürt den Konflikt.