Woher kommt eigentlich unser Essen im Supermarkt und wie wird es hergestellt? Jacob Evans ist 19 Jahre alt, als er das College schmeißt, weil ihn diese Fragen nicht mehr loslassen. Mit seinem ersten Job auf einer Yacht auf Mallorca ist er noch weit davon entfernt, Antworten zu finden und die Arbeit als Decksmann führt ihm täglich vor Augen, wie wenig nachhaltig hier mit natürlichen Ressourcen umgegangen wird.

Doch ebendiese Erfahrung weckt in ihm den Drang, tatsächlich etwas verändern zu wollen. Ein zweiwöchiger Kurs zum Thema Permakultur in Thailand ist sein Einstieg in eine lebensverändernde Reise, denn nach dieser Zeit ist ihm klar: Mein Weg sieht ab jetzt anders aus.

Von Farm zu Farm: Jacob entdeckt die Welt der Permakultur

Jacob kündigt kurzerhand seinen Job auf der Yacht und findet sich einige Zeit später in Brasilien wieder. Und mit dieser Entscheidung startet sein Abenteuer erst richtig. Denn die nächsten Monate geht es quer durch Südamerika immer auf der Suche nach Antworten. Ob über Kontakte oder die Plattformen Workaway oder Woofing – es findet sich immer eine Farm, die neue Einblicke bietet.

Vom Studienabbrecher zum Farm-Manager: Jacob Evans hat seine Leidenschaft in der nachhaltigen Landwirtschaft gefunden.

Denn wie wird eigentlich ein Schokoladenriegel hergestellt und wie Kakao angebaut oder geerntet? Und warum wachsen sogar Avocado- oder Mangobäume auf derselben Plantage? Wusstest du zum Beispiel, dass Avocado- und Mangobäume wertvollen Schatten für Kakaopflanzen spenden und somit eine sinnvolle Pflanzengemeinschaft bilden?

Oder dass die Kakaofrüchte zunächst geerntet und die Kakaobohnen aus den Schalen herausgeholt werden müssen, um die Bohnen anschließend fermentieren, trocknen, rösten sowie brechen und schälen zu können?

Übrig bleibt der sogenannte Kakaobruch, der häufig mit Zucker, Malz, Salz und weiteren Stoffen veredelt wird. Danach wird dieser Kakaobruch gemahlen und die daraus entstehende Kakaomasse schließlich zum Herstellen der eigentlichen Schokolade genutzt. Und dabei ist noch nicht mal der Transport bedacht.

Mit Petersilie,Tomaten und Co. kämpft die andalusische Organisation gegen die Desertifikation, also die Wüstenbildung.

Genau diese komplexen Prozesse veranschaulichen die Bedeutung von Nachhaltigkeit. Und genau deshalb entscheidet Jacob sich dazu, einen sechsmonatigen Kurs zu diesem Thema in Costa Rica zu besuchen. Mittlerweile spricht er fließend Spanisch und sein Know-how des letzten Jahres hilft ihm dabei, einen Fokus zu setzen.

Durch seine eigenen Internetrecherchen kommt er in Kontakt mit einem Farm-Manager aus Spanien, der dort ein Permakulturprojekt betreut. Nach drei Monaten Freiwilligenarbeit wird ihm eine feste Stelle angeboten und nun, mehr als drei Jahre und 5.000 gepflanzter Bäume später, ist der 28-jährige Engländer Farm-Manager des Projekts Danyadara in Andalusien.

Volunteers bei der Olivenernte.

Ohne seine vielen Fragen, seinen mosaikartigen Lebenslauf und vor allem seine Erfahrungen in Südamerika hätte er diesen Weg sicher nicht eingeschlagen. Doch manchmal hilft es uns, unserer Intuition zu folgen und die Dinge anders zu machen als andere – denn Jacob hätte am Anfang seiner Reise sicher nicht gedacht, dass er einmal eine kleine grüne Oase inmitten der Wüste Andalusiens verantworten und ein kleines Stück unserer Welt verändern würde.