Tierquälerei auf Bali: Affen in Käfigen für 5 Dollar verkauft

Tierquälerei auf Bali: Affen für 5 Dollar verkauft

Sie werden in engen Käfigen gehalten und direkt bei Touristen-Hotspots für weniger als fünf Euro verscherbelt: Makaken. Die Affen fristen ein leidvolles Dasein – als Attraktion für Urlauber.

Junge Makaken, die auf einem Markt in Hanoi verkauft werden sollen.
Junge Makaken, die hilflos in einem engen Käfig auf ihren Käufer warten müssen. In vielen südostasiatischen Ländern wird aus den Wildtieren Profit geschlagen.

Foto: imago images / imagebroker

Verkleidet machen sie Kunststücke und bitten Touristen mit offener Hand um ein bisschen Geld: Diese Szenen kennen viele Urlauber aus südostasiatischen Ländern. Die kleinen Dressur-Affen wirken auf viele niedlich, dabei steckt hinter der drolligen Maskerade Tierquälerei und Tierhandel.

Ins Visier ist nun das Surferparadies und die Backpacker-Destination Bali geraten. Dort werden Affen, vor allem Makaken, in Käfigen angekettet zu einem Spottpreis von fünf Dollar, umgereichnet 4,47 Euro, auf lokalen Märkten verkauft. Darüber berichten britische Medien wie der „Mirror“. Ihr Schicksal als Haustier in Gefangenschaft oder aber als Tanzaffe auf Paraden ist damit besiegelt.

Für weniger als 5 Euro: Wilde Affen enden als Touri-Attraktion auf Bali

Artgerecht ist die Haltung nicht. Makaken können bis zu 30 Jahre alt werden und leben frei in den Dschungeln südostasiatischer Länder, aber auch im nördlichen Afrika, sogar bis nach Gibraltar hat es die Affenart geschafft. Dort sind sie Touristen als diebische, aber vor allem gesellige Reisebegleiter bekannt.

Viele der Affen haben die Scheu vor Menschen verloren und sammeln sich an Touristenzielen wie dem Schichtvulkan Batur auf Indonesien. Dort werden sie zu wandelnden Attraktion.
Viele der Affen haben die Scheu vor Menschen verloren und sammeln sich an Touristenzielen wie dem Schichtvulkan Batur auf Indonesien. Dort werden sie zu wandelnden Attraktion. Foto: imago images/ZUMA Press
Die Problematik ist nicht neu, warnen lokale Tierschutzorganisationen wie die Bali Animal Welfare Association (BAWA) vor dem mehr als bedenklichen Handel mit den Wildtieren. Auf der Website klärt die Organisation auf: Affenmütter sollen gefangen und getötet werden, während ihre Babys wie in einer Art Massentierhaltung in dunklen Ställen landeten. Statt sich von Baumwipfel zu Baumwipfel zu hangeln, verkümmerten die Jungtiere auf den Gitterstäben.

Tierquälerei nicht unterstützen: Das können Urlauber tun

Aus Mitleid sollen einige Urlauber die Tiere dann kaufen, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Jedoch sei der Export (sowie Import) laut der Organisation BAWA sogar illegal, Grund sei das Anti-Tollwut-Gesetz Indonesiens. Was kannst du also tun?

Meide auf Reisen Ausflüge oder Angebote, die einen direkten Kontakt zu Wildtieren vorsehen. Kaufe niemals ein wildes Tier. Damit unterstützt du sonst die Maschinerie nur. Solange die Nachfrage besteht, wird das Leid der Tiere wohl kaum aufhören.

Mit Fotos und Berichten kannst du etwaige Beschwerden an Tierschutzorganisationen oder gar an die zuständigen Veterinärbehörden weiterleiten. Auf die Problematik haben bereits große Plattformen wie Airbnb und TripAdvisor reagiert und entsprechende Attraktionen aus dem Online-Katalog gestrichen.

Solltest du auf den Besuch bei den possierlichen Affen auf Bali nicht verzichten wollen, kannst du das berühmte Sacred Monkey Forest Sanctuary, einen kleinen Naturpark bei der Kleinstadt Ubud, ansteuern. 

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