Amsterdam erhöht die Bettensteuer

Schon bis Ende 2019 mussten Übernachtungsgäste in Amsterdam Bettensteuer zahlen, und zwar sieben Prozent auf den Zimmerpreis. Seit dem 1. Januar 2020 ist der Trip aber noch teurer: Jetzt kommen drei Euro pro Person und Nacht obendrauf. Wer campt, zahlt einen Euro zusätzlich. Darüber informiert die Stadt auf ihrer offiziellen Website.

Diese pauschale Erhöhung der Steuer sorgt bei einigen Experten für Kritik. So befürchtet zum Beispiel der niederländische Hotel- und Gaststättenverband, dass dadurch Touristen vergrault werden. Weil jeder Gast ab jetzt drei Euro draufzahlt – egal ob er im Fünf-Sterne-Hotel oder im Hostel schläft –, kritisiert der europäische Berufsverband der Reiseveranstalter außerdem, dass die Low-Budget-Unterkünfte und ihre Kunden überproportional betroffen sind. Von einem Luxuszimmer für 300 Euro die Nacht entsprechen drei Euro schließlich nur einem Prozent, beim 30-Euro-Bett in der Herberge sind es dagegen schon zehn Prozent Aufpreis.

Ein Sprecher des stellvertretenden Bürgermeisters Rutger Groot Wassink sagte dagegen, dass die Steuererhöhung keine Auswirkungen auf die Besucherzahl haben soll. „Unsere Stadt sauber und sicher und unsere Infrastruktur – wie Brücken – in einem guten Zustand zu halten ist sehr teuer“, sagte er gegenüber „CNN“.

Auch private Vermietungen wie etwa über Airbnb werden zusätzlich besteuert. Neben der Touristensteuer werden zehn Prozent des Unterkunftspreises fällig. Und: Kreuzfahrt-Reedereien zahlen eine Gebühr von acht Euro pro Passagier, wenn sie in Amsterdam an Land gehen. Die sogenannte „Dagtoeristenbelasting“ (Tagestouristensteuer) gilt bereits seit dem 1. Januar 2019. Einige Reedereien weichen deshalb auf andere Städte aus oder wälzen die Extrakosten auf die Passagiere ab. 

Venedig verlangt Tagesgebühr von Besuchern

Neben Amsterdam soll auch in Venedig in diesem Jahr eine Tagesgebühr für Besucher fällig werden. In der Lagunenstadt wird diese ab Juli 2020 erhoben und liegt zwischen drei und zehn Euro je nach Besuchszeitraum. Wer sich davor drücken will, muss mit einem Bußgeld von 100 bis 450 Euro rechnen.

So hoch ist die Touristensteuer in Europa

Oftmals unterscheidet sich die Höhe der Abgabe innerhalb eines Landes je nach Stadt oder Region. Eine detaillierte Übersicht gibt der europäische Berufsverband der Reiseveranstalter Etoa. Der reisereporter stellt die Abgaben für einige der beliebtesten Reiseziele vor: 

Weltweit sollen mindestens 125 Länder eine Touristensteuer erheben, berichtet der britische „Telegraph“. Erst vor wenigen Monaten führte Neuseeland eine Abgabe ein.

In diesen Ländern zahlst du keine Touri-Steuer

In Europa gibt es derzeit nur 16 Länder, die keine Touristenabgabe erheben, beziehungsweise neun von 28 EU-Mitgliedstaaten. Das sind Andorra, Zypern, Dänemark, Estland, Finnland, Georgien, Island, Irland, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, Moldawien, Monaco, Norwegen, Schweden und das Vereinigte Königreich. 

Allerdings gibt es in Schottland bereits seit Längerem Diskussionen über eine Bettensteuer in Edinburgh und eine Abgabe für Übernachtungen in den Highlands. Letztere soll spätestens 2021 eingeführt werden und ein Pfund (umgerechnet knapp 1,20 Euro) pro Nacht und Besucher betragen. 

Auch in einigen Orten in Norwegen könntest du dank Bettensteuer bald mehr für deinen Urlaub bezahlen. 2017 hat die Regierung zwar eine nationale Touristenabgabe abgelehnt, es den Kommunen aber freigestellt, lokale Regeln aufzustellen. Einige Gemeinden beratschlagen deshalb ebenfalls über mögliche Touristensteuern, darunter Bergen, Lofoten und Nordkap. 

Du musst dich also auch in Zukunft auf weitere – und höhere – Touristenabgaben einstellen.