Abends durch die Gassen ziehen, sich von dem Duft exotischer Gerichte leiten lassen und sich an verschiedenen Garküchen durchprobieren. Für viele Reisende ist Streetfood ein Muss auch Reisen in Thailand, Vietnam und Co.

Doch nicht immer kann der europäische Magen mit diesen fremden Mahlzeiten mithalten – Durchfall, Übelkeit oder eine Lebensmittelvergiftung können die Folge sein. Meistens liegt es nur daran, dass unser europäischer Magen die fremden Gewürze, Geschmacksrichtungen, Lebensmittel und ungefährlichen Bakterien nicht kennt. 

Doch es kann auch schlimmer enden, denn die Gefahr, etwas Verdorbenes zu essen, ist gegeben. Doch mit etwas Vorsicht und ein paar Tricks sinkt das Risiko einer schweren Magen-Darm-Erkrankung. 

1. „Peel it, boil it, cook it – or forget it“

Dieser Spruch ist wahrscheinlich jedem Reisenden schon einmal untergekommen: „Schäle es, koche es, gare es – oder vergiss es.“ Das bezieht sich vor allem auf den Verzehr von Gemüse, Obst und anderen Produkten, die man roh essen kann. 

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Eine besondere Gefahr sind Keime und Verunreinigungen an behandelten Obst- und Gemüsesorten. Deshalb sollte Obst grundsätzlich geschält werden und Gemüse entweder gegart oder zum Kochen gebracht werden. Salat ist deshalb leider meist tabu – Ausnahmen sind nur größere Restaurants mit strengen Hygiene-Vorschriften, rät das schwedische Reiseportal „Allt om Resor“.

2. Wähle dein Streetfood mit Bedacht

Streetfood ist nicht gleich Streetfood. Du weißt nicht, wie alt das Essen ist und wie lange es schon auf einen Käufer wartet. Einmal gekochte oder gebratene Würstchen oder Eier beispielsweise halten sich nicht ewig – zumal in der südostasiatischen Hitze. 

Deshalb ist es klug, auf Gerichte und Fleisch zurückzugreifen, die vor deinen Augen frisch zubereitet werden. Auch Suppe, die noch immer kocht, kann meist problemlos gegessen werden. 

Außerdem solltest du einen Blick auf die hygienischen Bedingungen werfen. Sind die Hände der Köche halbwegs sauber, wird sauberes Geschirr verwendet? 

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3. Trinke kein Leitungswasser

In Deutschland ist es üblich, dass Leitungswasser trinkbar ist, es ist sogar gesund. Selbst an Flughäfen kann man sich problemlos aus dem Wasserhahn etwas abzapfen und das Wasser trinken. Nicht so in Thailand, auf den Philippinen, in Kambodscha und anderen Ländern. 

Auch wenn es nicht gut für die Umweltbilanz ist, aber: Wasser solltest du in südostasiatischen Ländern nur aus zuvor komplett verschlossenen Flaschen konsumieren. Selbst in Touristengegenden wie Pattaya und Phuket, in denen die Wasserqualität inzwischen deutlich besser geworden ist, ist Vorsicht geboten. Das Auswärtige Amt rät, Wasser mit Kohlensäure zu kaufen, so können zuvor geöffnete Flaschen besser identifiziert werden.

In einigen größeren Hotels und Restaurants kannst du allerdings auch deine Trinkflasche mit sauberem Wasser auffüllen lassen – so kannst du Plastikmüll sparen. 

4. Lass das Eis weg

Bei hohen Temperaturen ist ein eiskaltes Getränk enorm angenehm. Aber hier verstecken sich Gefahren: Denn Eiswürfel werden oft aus Leitungswasser hergestellt – und dann wären wir wieder bei Punkt drei!

Wenn du nicht sicher bist, ob der Eiswürfel aus sauberem Trinkwasser hergestellt wurde (was in Hotels und Restaurants normalerweise üblich ist), bestell deinen Drink lieber ohne Eis. Ein lauwarmes Getränk ist besser als ein Krankenhaus-Aufenthalt. 

5. Hände weg von Essensresten

Die Pizza von gestern, die Thai-Nudeln, die so lecker geschmeckt haben – einfach noch mal aufwärmen am nächsten Tag? Was in Deutschland üblich ist, kann in manch einem Land deine Gesundheit gefährden. 

Das Klima in tropischen Ländern sorgt dafür, dass die Haltbarkeit von Lebensmitteln deutlich kürzer ist. Zudem hast du als Reisender oft nicht die Möglichkeit, die Essensreste vernünftig zu lagern – und sicherzustellen, dass sie noch verzehrbar sind, bis du sie aufessen möchtest.

6. Obacht beim Zähneputzen und beim Geschirrspülen

Auch dieser Punkt lässt sich wieder auf Punkt drei zurückführen: Nicht nur beim Trinken solltest du Leitungswasser vermeiden, auch bei sonstigen Dingen wie Zähneputzen oder Geschirrspülen. Beim Zähneputzen kommen mögliche Verunreinigungen und Bakterien sonst direkt in deinen Mund.

Sauberes Geschirr sollte ebenfalls nicht mit Leitungswasser, sondern mit sauberem Trinkwasser gespült werden – um das Infektionsrisiko zu minimieren. Achte bei Garküchen und Streetfood also ein wenig darauf, wie mit schmutzigem Geschirr umgegangen wird. 

Wem das zu viel Plastikflaschen-Aufwand ist: Es gibt auch Filtersysteme und Filtertabletten, mit denen Leitungswasser sauber gemacht werden kann. Außerdem kannst du das Leitungswasser verwenden, wenn du es zuvor abgekocht hast. 

7. Genug trinken

Bakterien lassen sich auch wieder ausspülen – wenn du genug Flüssigkeit zu dir nimmst. In einem Merkblatt schreibt das Auswärtige Amt, dass jeder Reisende in den Tropen jeden Tag so viel trinken solle, dass die Urinfarbe immer hellgelb bleibe und man selbst mehrmals täglich auf die Toilette gehen müsse. 

Und wenn der Magen trotzdem verrücktspielt?

Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen kann es dennoch zu Magenverstimmungen kommen. Das muss nicht immer mit verdorbenen Lebensmitteln oder verunreinigtem Trinkwasser zu tun haben, es kann sich auch um einfache Anpassungsschwierigkeiten des Magens handeln. 

Bei Durchfall und Übelkeit solltest du zunächst Ruhe bewahren. Du solltest viel trinken, dich ausruhen und deine Diät anpassen: Reis, Bananen, Pellkartoffeln und Brot sind gute Nahrungsmittel, wenn der Magen verrücktspielt. 

Meistens erledigt sich der Durchfall nach einigen Tagen wieder. Wenn es aber länger anhält oder andere Symptome wie Fieber dazukommen, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.