Lufthansa-Tochter Germanwings: Kabinenpersonal streikt an Silvester

Lufthansa-Tochter Germanwings: Streik an Silvester!

Für etliche Reisende endet das Jahr 2019 böse: Die Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter Germanwings streiken noch vor Neujahr! Zahlreiche Flüge werden wohl ausfallen. Welche Rechte betroffene Passagiere jetzt haben.

Die Germanwings-Flugbegleiter streiken noch im Jahr 2019.
Die Germanwings-Flugbegleiter streiken noch im Jahr 2019.

Foto: imago images/Horst Rudel

Ausgerechnet zu Silvester! Die Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter Germanwings sind zum Streik aufgerufen – und zwar von Montag, 30. Januar, 0 Uhr, bis Mittwoch, 1. Januar, 24 Uhr. Das teilte die Gewerkschaft Ufo an diesem Freitag mit. 

Bei Deutschlands größter Airline Lufthansa sowie Eurowings, SunExpress Deutschland und Lufthansa Cityline werde es bis Silvester jedoch keine Streiks geben. „Weitere Streikaufrufe werden wir erst nach dem 2. Januar bekanntgeben“, sagte Daniel Flohr, stellvertretender Ufo-Vorsitzender.

Darum wollen die Germanwings-Flugbegleiter streiken

Die beiden designierten Schlichter, Frank-Jürgen Weise und Matthias Platzeck, hätten versucht, mit Vorschlägen zu Inhalten und Vorgehensweisen zu einer Lösung zu kommen.

Ohne Erfolg, so Flor in einem Video-Statement: „Nichts davon wurde von Lufthansa aufgenommen. Gespräche kamen erst gar nicht zustande“ Bei den Verhandlungen mit Germanwings spricht Flohr von „Perspektivlosigkeit“. 

Airline arbeitet an Sonderflugplan für Streiktage

Die Lufthansa-Tochter ist Konzernangaben zufolge mit 30 Flugzeugen und 1.400 Mitarbeitern, davon 800 in der Kabine, für die Nachfolgemarke Eurowings unterwegs. Sie soll perspektivisch mit dem Eurowings-Flugbetrieb verschmelzen. Insgesamt hat Eurowings 140 Maschinen. 

Die Airline teilt mit, aktuell einen Sonderflugplan für den Streikzeitraum zu erarbeiten. Die Passagiere werden gebeten, sich vor Reiseantritt über den Status Ihres Fluges zu informieren.

In dem Tarifkonflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei Lufthansa selbst gegeben. Die Airline musste daher Anfang November mehr als 1.300 Flüge streichen, etwa 200.000 Passagiere waren betroffen.

Germanwings-Streik: Haben Passagiere ein Recht auf Entschädigung?

Die Lufthansa ist verpflichtet, von Streiks betroffene Fluggäste angemessen zu betreuen. Dazu zählt unter anderem, dass Kosten für Hotels, Transport von und zum Hotel sowie Verpflegung übernommen werden. 

Wenn die Airline für gestrandete Passagiere nicht erreichbar sein sollte, dann können sich diese selbst um eine angemessene Unterkunft und Verpflegung kümmern. Ganz wichtig: Rechnungen und Quittungen aufbewahren, um Kosten von der Airline zurückzufordern.

Außerdem können Passagiere den Ticketpreis zurückfordern, wenn der Flug ausfällt oder mehr als fünf Stunden verspätet ist. Bei einer Annullierung können sie auch auf einer alternativen Beförderung – Umbuchung auf einen anderen Flug oder Zug – bestehen. So sehen es die Fluggastrechte vor.

Gibt es Ausgleichszahlungen nach EU-Fluggastrechten bei einem Streik?

Und was ist mit einer Ausgleichszahlung nach den EU-Fluggastrechten? Flugausfälle und Verspätungen können zu Entschädigungszahlungen von 250 bis 600 Euro vonseiten der Airline berechtigen, je nach Flugstrecke. Das gilt aber nicht, wenn die Probleme auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen sind – darunter fallen Unwetter, medizinische Notfälle und bis vor einiger Zeit auch Streiks.

Aber: „Im April 2018 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass selbst ein unangekündigter betriebsinterner Streik keinen außergewöhnlichen Umstand darstellt, der die Airlines von ihrer Entschädigungspflicht befreit. Diese Entscheidung hat das europäische Fluggastrecht in erheblichem Maße gestärkt“, sagt Dirk Busse, Fluggastrecht-Experte des Portals „Airhelp“. Betroffene Passagiere sollten daher auf jeden Fall einen Antrag auf Entschädigungszahlungen stellen, rät er.

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