Unzählige Schilder warnen rund um Longyearbyen, der Hauptstadt der arktischen Insel Spitzbergen, vor Eisbären. Dass diese Warnhinweise nicht aus Spaß verteilt wurden, erlebten Einheimische wie Urlauber. Gegen 6.30 Uhr morgens ging ein Hinweis bei den lokalen Behörden ein: Eisbär in der Stadt gesichtet. Ganz entspannt schlenderte er durch die Gassen, wie die lokale Zeitung „Svalbardposten“ berichtet.

Der Sysselmann, eine Art Gouverneur, warnte auf Facebook vor der Gefahr. Er bat alle Menschen, die Häuser nicht zu verlassen, da die Situation zunächst nicht unter Kontrolle war. Doch mit einem Hubschrauber schafften es die Behörden, den Eisbär aus der Stadt hinauszutreiben – Richtung Süden. 

Immer wieder gibt es auf Spitzbergen Besuch von Eisbären

Immer wieder kommt es vor, dass Eisbären auf Spitzbergen in menschliche Siedlungen vordringen – auf der Insel in der Barentssee leben rund 3000 Eisbären und 3000 Menschen. Im Sommer 2018 schloss sich ein Eisbär in einer Hotelgarage ein, in der Wein gelagert wurde – 14 Menschen waren zu dem Zeitpunkt im Hotel. Im vergangenen Sommer wurden rund um Longyearbyen gleich mehrere Eisbären auf Nahrungssuche entdeckt, berichtet das Portal „spitsbergen-svalbard.no“.

Die akute Gefahr sei zwar vorüber, doch Sysselmann Kjerstin Askholt nutzte die Gelegenheit, alle, die sich auf Spitzbergen befinden, zur generellen Vorsicht zu mahnen. „Wir leben hier in einem Eisbärengebiet, deshalb ist es wichtig, Verhaltensregeln zu befolgen“, sagte sie. 

Manch ein Einwohner nahm es mit Humor: Marie Lørup Stenshøj postete aus ihrem Haus heraus Videos und Fotos des Eisbären, schrieb mit Hinweis auf ihren Hund: „Okay, Tequilla wird ihren Morgenspaziergang heute nicht bekommen.“ 

Spitzbergen ist eine zu Norwegen​ gehörende Insel, die zwischen dem Festland und dem Nordpol liegt. Immer mehr Touristen entdecken die Polarregion. Obwohl es dort bis April kein Sonnenlicht gibt, kommen Menschen für Hundeschlitten-Fahrten, Schneescooter-Touren und um Nordlichter sowie Eisbären zu sehen.