Einwohner und Urlauber waren in den letzten Tagen wieder in Gummistiefeln in Venedig unterwegs: Infolge von Unwettern, die über Südeuropa gewütet haben, standen große Teile der Stadt erneut unter Wasser. Das Timing ist denkbar schlecht, Venedig erholt sich noch immer von den Folgen des extremen Hochwassers von Mitte November, der schlimmsten Überflutung seit mehr als 50 Jahren.

Viele Hoteliers klagen, dass seitdem die Besucherzahlen einbrechen, zahlreiche Gäste hätten ihren Venedig-Urlaub storniert. Jetzt stieg die Flut schon wieder über das normale Level. Bürgermeister Luigi Brugnaro hatte am Sonntag Aufnahmen getwittert, die die Küste der Insel Pellestrina zeigen. Sie liegt zwischen der Lagune und dem Adriatischen Meer. Während die Situation am Sonntag noch recht entspannt war, kam am Montag das Hochwasser:

Teile Venedigs stehen auch Heiligabend noch unter Wasser

Aktuelle Fotos auf Twitter zeigen, dass das Wasser auch am Morgen des 24. Dezember noch in einigen Straßen und auf manchen Plätzen steht. Ein als Weihnachtsmann Verkleideter posiert im Wasser. „Geist der zukünftigen Weihnacht?“, schreibt dieser Twitter-Nutzer dazu:  

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So will Venedig das Hochwasser-Problem in den Griff bekommen 

Ab dem kommenden Jahr soll das umstrittene Schutzsystem „Mose“ getestet werden und künftige Überschwemmungen sogar verhindern. Das 5-Milliarden-Euro-Projekt besteht aus mehreren mobilen Toren, die am Lido, in Malamocco und Chioggia installiert wurden, um die venezianische Lagune zeitweise vom Adriatischen Meer abtrennen zu können. So sollen Pegelhübe von bis zu drei Metern abgehalten werden, berichtet die italienische Nachrichtenagentur „Ansa“.