Reise-Vorsätze 2020: 7 Ideen, um besser zu reisen

Reise-Vorsätze 2020: 7 Ideen, um besser zu reisen

Neues Jahr, neue Vorsätze. Wie wäre es, wenn du die Sache diesmal anders angehst – und dir für 2020 nicht vornimmst, eine bessere Version von dir selbst zu schaffen, sondern bewusster und besser zu reisen?

Reisen in 2020? Na klar, aber lasst uns besser werden als 2019.
Reisen in 2020? Na klar, aber lasst uns besser werden als 2019.

Foto: unsplash.com/Christina Gottardi

Flugpreise sinken, ferne Destinationen rücken in die Nähe, die Lust auf die Entdeckung der Welt wächst. Doch bei aller Liebe zum Weltenbummeln sollte Reisen niemals ein stures Ländersammeln sein, sondern das bewusste Entdecken der Welt, auch wenn es heutzutage so einfach ist, von A nach B zu kommen.

Das neue Jahr steht dir völlig offen. Warum also nicht mal Vorsätze fassen, die sich um dein Reiseverhalten drehen? Sieben Ideen, wie du 2020 besser und bewusster reisen kannst.

1. Verlasse die eigene Komfortzone

Hast du dich schon mal gefragt, warum es Menschen gibt, die jedes Jahr nach London fliegen, aber alle anderen europäischen Städte links liegen lassen? Oder solche, die im Sommer immer ins gleiche Hotel und an den gleichen Strand reisen, anstatt neuen Ländern eine Chance zu geben? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Und viele haben einen Reiserhythmus, dem sie unbewusst folgen, ohne es zu merken. Das eigentliche Abenteuer fängt aber da an, wo man seine Komfortzone verlässt. Wie wäre es also, wenn du dir für 2020 vornimmst, dein Reiseverhalten zu durchbrechen?

Klar ist: Reisen müssen nicht immer linear verlaufen. Wer immer nur alten Gewohnheiten folgt, vergibt die Chance auf neue Erfahrungen und lässt die Welt vielleicht genau an jener Stelle links liegen, wo sie sich von ihrer schönsten Seite zeigt. Wer sich traut, auch mal etwas völlig anderes zu sehen, wird überrascht sein, was das mit einem macht.

Denn außerhalb der eigenen Komfortzone entdeckt man nicht nur neue Länder, sondern lernt auch jede Menge über sich selbst.

2. Vermeide Overtourism

Die Welt leidet unter Overtourism – und es wird immer schlimmer. Städte, Länder und Weltwunder brechen unter Touristenmassen zusammen, aber dennoch reisen noch immer Millionen Menschen zu all jenen Orten, die man unbedingt gesehen haben muss. Bleibt die Frage: Muss man?

Und lohnt es sich 2020 wirklich, bestimmten Hypes hinterherzurennen? Bevor du den nächsten Punkt auf deiner Bucket-List abhakst, solltest du dich fragen, ob es nicht andere Orte gibt, die dich mehr locken. Orte, die weniger überlaufen sind und wo du die Chance hast, etwas zu entdecken, das du nicht schon tausendmal auf Instagram gesehen hast.

Amsterdam ist eine der Städte, die mit Overtourism zu kämpfen haben.
Amsterdam ist eine der Städte, die mit Overtourism zu kämpfen haben. Foto: imago images / Hollandse Hoogte

Letztlich ist jede Reise schöner, die du nicht in Touristenmassen verbringen musst, die sich um das beste Foto prügeln. Wer die Welt nur an jenen Stellen sehen möchte, wo sie am bekanntesten und berühmtesten ist, vergibt die Chance auf andere Besonderheiten, die auf dieser Welt warten.

3. Fahre mehr mit dem Zug

Erfahrene Weltenbummler wissen: Ein großer Teil des Reisens besteht aus Wartezeiten, meist auf Flughäfen oder auf dem Weg dorthin. Bei manchen dieser Trips könnte man den Weg aber anders gehen. Anders und vor allem entspannter. Wenn du nur manchmal das Flugzeug mit dem Zug ersetzt, wirst du schnell merken, wie sich deine Art zu reisen verändert. Und wie schön es sein kann, langsamer unterwegs zu sein.

Die Reise dauert zwar länger, lässt dich aber meist besser ankommen: eben weil die rasende Geschwindigkeit fehlt, die uns binnen weniger Stunden am anderen Ende der Welt ausspuckt. Dazu kommt, dass das Bahnnetz innerhalb Europas immer besser wird und Städte miteinander verbindet, die man bisher immer nur mit dem Flugzeug angesteuert hat.

Oft reicht auch nur ein kleiner Schritt: Nimm dir einfach vor, wenigstens eine Reise im neuen Jahr mit der Bahn statt mit dem Flugzeug zu machen – egal, wie lange sie dauert.

4. Reise mehr in der Heimat

Die Blumen in fremden Gärten sind immer am schönsten, das ist ein altes Thema. Deshalb zieht es uns auf Reisen automatisch in die Ferne. Je weiter weg ein Reiseziel ist, umso exotischer scheint es zu sein. Das ist aber ein Denkfehler, den du 2020 korrigieren kannst.

Indem du dir diese Frage stellst: Ist das Abenteuer automatisch kleiner und die Reise weniger wert, wenn du im eigenen Land reist? Die Antwort ist ziemlich eindeutig: Nein!

Denn es ist nicht die Anzahl der Entfernungskilometer, die ein Reiseziel definieren. Die Welt entdeckt man auch vor der eigenen Haustüre. Wie wäre es also im neuen Jahr mit mehr Abenteuern in deinem Land, anstatt wie gewohnt in die Ferne zu schweifen?

5. Lass dich nicht von Instagram unter Druck setzen

Instagram kann auf Reisen ein prima Tool sein, um Ideen zu finden. Aber genau das birgt auch Gefahren. Denn je mehr perfekte Bilder wir sehen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf Instagram gehypten Orten hinterherjagen. Social Media haben das Reiseverhalten vieler verändert.

Oft geht es nicht mehr darum, etwas zu sehen, sondern nur noch darum, etwas zu posten – und das schmälert das Reiseerlebnis. Wenn du vor einem Weltwunder stehst und nur an die Instagramability denkst, ruinierst du dir die Reise und setzt dich einem Druck aus, der völlig unnötig ist.

Urlauberinnen auf dem Wedding Cake Rock im Royal National Park südlich von Sydney, Australien.
Reisen für Selfies? Das sollten wir 2020 sein lassen. (Symbolfoto) Foto: instagram.com/jamkoo__ (Screenshot)

Kein Instagram-Foto der Welt kann das echte Erlebnis ersetzen! 2020 könnte ein Vorsatz deshalb lauten, das Smartphone zwischendurch wegzulegen. Und dich ohne Ablenkung einzulassen auf das, was dir liegt: die Welt mit all ihren Überraschungen.

6. Unterstütze lokale Erzeuger auf Reisen

Unterwegs triffst du täglich unzählige Entscheidungen: Welches Hotel, welches Restaurant, welcher Supermarkt, welcher Touranbieter, welche Souvenirs? Die Liste lässt sich schier endlos fortsetzen. Was bei all diesen Entscheidungen aber oft fehlt, ist das Hinterfragen bei der Auswahl und die große, große Frage: Wer bekommt dein Geld?

Bewusster reisen bedeutet auch, dass du dich darüber informierst, welche Angebote es gibt, wer dahintersteckt und wofür die Unternehmensphilosophie steht. Ist es die Supermarktkette oder doch der Biohändler? Der Mega-Touranbieter oder das kleine Start-up? Der Souvenirshop oder der lokale Künstler? Der Fast-Food-Laden oder der heimische Koch? Es gibt so gut wie keinen Ort auf der Welt, an dem man nicht Dinge entdeckt, die vor Ort entstehen. Von Menschen, die dort leben und die vor allem von ihrem Handwerk leben.

Warum also nicht bewusster reisen und auf lokale Produzenten und Produkte achten? Wer reist, trägt auch Verantwortung – das sollte 2020 ein Schlüsselsatz für uns alle sein.

7. Travel for Future

Die Generation Greta verändert die Welt – und in Zukunft vielleicht auch unser Reiseverhalten. Keine Frage: Es ist nicht realistisch, wochenlang über den Pazifik zu schippern, wenn wir in die USA wollen. In der ganzen Sache geht es aber nicht darum, alles nachzumachen, was Greta Thunberg macht, sondern ihre Botschaft zu verstehen: beim Reisen auf die Welt und deine Auswirkungen auf sie zu achten.

Gar nicht mehr zu reisen ist für Weltenbummler sicher keine Lösung. Aber was wäre, wenn du deine Trips künftig hinterfragst, ehe du sie buchst? Muss es wirklich einmal im Monat der kurze Citytrip in eine europäische Stadt sein? Oder der Langstreckenflug mit einem Aufenthalt von nicht mal einer Woche? Wie wär’s damit, mal einen Flug zu kompensieren oder doch den Zug zu nehmen? Veränderung beginnt in kleinen Schritten.

Wenn jeder von uns versucht, seine Rituale zu durchbrechen und seinen CO2-Abdruck 2020 zu verbessern, führt die Reise im neuen Jahr in die richtige Richtung.

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