Als „Perle der Adria“, „Wild Beauty“ oder „Land der schwarzen Berge“ bezeichnet – der Name Montenegro stammt vom „schwarzen Berg“ Lovcen –, ist der kleinste Balkanstaat dabei, sich wieder einen Platz auf der touristischen Weltkarte zu sichern.

Dabei hat es Montenegro nicht ganz so leicht. Die Hauptstadt Podgorica steht in dem Ruf, keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten zu haben, Kotor platzt vor Kreuzfahrtgästen aus den Nähten, Budva ist in der Hand von russischen All-inclusive-Touristen.

Die wilde Schönheit des Landes offenbart sich erst, wenn du abseits vom Strandleben suchst – hoch in den Bergen, tief in den Wäldern. Dann entdeckst du die schönsten Viewpoints in Montenegro:

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1. Bucht von Kotor

Über 25 Haarnadelkurven geht es rasant hinauf, bis der atemberaubende Ausblick erreicht ist und dir der Atem stockt: Wie ein norwegischer Fjord schmiegt sich die Bucht von Kotor zwischen die zerklüfteten Berge der Adriaküste. Einst ein Schlupfwinkel für Seeräuber, aber auch Handelsumschlagplatz und Marinestützpunkt, machen Touristen hoch über der Bucht von Kotor, die 30 Kilometer ins Land hineinreicht, heute nur noch eines: staunen.

Aussichten wie ein Gemälde: Die Bucht von Kotor macht ihrem Ruf alle Ehre.

Tipp: Die Stadt Kotor ist furchtbar überlaufen, weil immer mehr Kreuzfahrtschiffe hier anlegen. Willst du eine Stadt in der Bucht von Kotor anschauen, ist das malerische Perast die bessere Wahl.

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2. Tara-Schlucht

Im Hinterland Montenegros tun sich im wahrsten Sinne des Wortes Abgründe auf – und ein Superlativ, der sich sehen lassen kann: Die Tara ist der längste Fluss Montenegros und liegt in der tiefsten Schlucht Europas. Die ist bis zu 1600 Meter tief! Auch im weltweiten Vergleich kann der montenegrinische Canyon mithalten: Nur der Grand Canyon in den USA ist noch tiefer.

Tipp: Den Adrenalinkick holt sich hier, wer über die Zip-Line fliegt (etwa 25 Euro) oder beim Rafting (etwa 50 Euro) über die Tara saust, zum Beispiel mit Tara Sport Rafting.

3. Durmitor-Nationalpark

Spazierst du durch die tiefen Wälder des Durmitor-Nationalparks, könntest du auch meinen, mitten im Schwarzwald zu sein, wäre da nicht die stete Brise des Ozeans, der nicht weit ist. Der Zauber der Natur zeigt sich hier in den malerischen Bergseen, etwa im Crno jezero, dem Schwarzen See. Trotz seines Namens leuchtet er türkisfarben aus der Ferne vor der dunklen Bergkulisse. Die Einheimischen nennen ihre Gebirgsseen deshalb „Bergaugen“.

Zwischen Wäldern und Bergseen flanierst du im Nationalpark Durmitor.

Tipp: In kleinen, hölzernen Buden verkaufen Montenegrinerinnen, was sie morgens gesammelt haben, etwa rot leuchtende Beeren oder saftige Pfifferlinge, aber auch Marmeladen und Honig. Prima Mitbringsel!

4. Crnojević-Flussschleife

Rijeka Crnojevića ist eines von vielen kleinen Dörfern in Montenegro, die auf den ersten Blick nicht viel zu bieten haben. Nur 175 Menschen leben hier. Es ist aber nicht das verschlafene Dörfchen, das du ansteuern solltest, sondern der nahe gelegene, gleichnamige Fluss Crnojević.

Denn eines der schönsten Panoramen Montenegros ist die Schleife des Crnojević-Flusses, quasi die Saarschleife des Balkans. Stehst du hoch über diesem Naturwunder, überblickst du die Flussschleife, die Berge und siehst sogar bis zum Skadar-See.

Die Flussschleife des Crnojević ist Montenegros Pendant zur Saarschleife.

Tipp: Von Rijeka Crnojevića starten Bootstouren auf dem Fluss oder auf dem Skadar-See (ab 15 Euro), zum Beispiel mit Skadar Lake Cruise.

5. Katun Vranjak

Die ehrlichste Seite Montenegros zeigt sich in den Bergen auf 1777 Metern. Auf dem Katun Vranjak befindet sich eine ökologisch bewirtschaftete Alm mit Holzhäuschen, Schafen und Kühen – übrigens das erste Eco Village des Landes. Hier übernachtest du in spartanischen Hütten und bekommst einfaches Essen, dafür spürst du das authentische, bodenständige Montenegro. Eine Nacht mit Halbpension kostet 25 Euro pro Person.

Die Bio-Alm auf dem Berg Katun Vranjak liegt in 1777 Metern Höhe.

Tipp: Frag, ob du bei der Zubereitung des Lisnati Sir zuschauen darfst. Das Senner-Ehepaar, das das Eco Village betreibt, übt hier die Kunst der traditionellen Käsefaltung aus. In einem Topf wird Milch erhitzt und mit Lab vermischt. Danach kommt eine Platte auf die Masse, die sieben Stunden gepresst wird. Ist die Molke abgeflossen, wird der Frischkäse geteilt und erneut gepresst – bis zu 30-mal.

Der fertige Faltenkäse Lisnati Sir wird mit Kartoffeln zum deftigen Gericht Cicvara oder mit Buchweizen, Maismehl und Dickmilch zu Kacamak, einem buttrigen Streichkäse, verarbeitet.