Ein Espresso am Morgen, am Mittag und nach dem Abendessen – das ist für viele Italiener ein fester Bestandteil des Tagesablaufs. Aber auch für Italien-Touristen gehört der Caffè zum kulinarischen und kulturellen Programm der Reise dazu. Warum den kräftigen Kaffee also nicht als Kulturerbe klassifizieren?

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Italienischer Espresso als Unesco-Kulturerbe?

Das italienische „Konsortium zur Sicherung des traditionellen italienischen Espressos“ (ja, das gibt es wirklich) ist ein Zusammenschluss von Kaffee-Enthusiasten, die das schwarze Getränk in den kleinen Tassen schützen und fördern wollen. Das Hauptanliegen der Mitglieder: Die Unesco soll den Espresso aus Italien als immaterielles Kulturerbe anerkennen.

Fester Teil der Kultur: Italienischer Espresso aus der Siebträgermaschine.

Dafür führt das Konsortium eine ganze Reihe von Gründen an. Zunächst einmal hat das Land die Sprache des Kaffees erfunden. Auf der ganzen Welt kannst du deinen Espresso, Capuccino, Macchiato oder Americano bestellen. Der zweite Grund ist die lange Tradition der Espresso-Zubereitung. Seit 1884 läuft das schwarze Gold in Italien aus den Siebträgermaschinen und sei aus der Kultur des Landes nicht mehr wegzudenken.

Kaffee als Kulturerbe – kein Einzelfall

Zwar kämpft das Konsortium schon länger für die Unesco-Anerkennung, aber ganz unwahrscheinlich ist der Eintrag als Kulturerbe nicht. Schon seit dem Jahr 2013 steht nämlich ein anderer Kaffee in der Liste des immateriellen Kulturerbes: der türkische Kaffee.

Im offiziellen Unesco-Eintrag heißt es, der Kaffee der Türkei sei fester Bestandteil der Kultur des Landes und werde sogar in Liedern und Büchern gefeiert. Zudem bringe er Menschen zusammen, die sich in den traditionellen Kaffeehäusern zum Plaudern treffen.

Genau die gleichen Kriterien erfüllt der italienische Espresso, findet das Konsortium und ist zuversichtlich, dass die Unesco das Getränk bald in ihre Liste aufnehmen wird. Übrigens: Die Pizza napoletana ist bereits Weltkulturerbe.