Die schönsten Straßen der Welt – deutsche sind auch dabei

Die schönsten Straßen der Welt – deutsche sind auch dabei

Die günstigste und bequemste Art, Städte zu erkunden, ist wohl zu Fuß. In manchen Städten ist dieser Spaziergang besonders schön. In diesem Ranking darf Deutschlands berühmteste Kirschblütenallee nicht fehlen.

Der Frühling in Südafrika lässt den Jacarandabaum blühen – und viele Städte in einem intensiven Blauviolett leuchten. Hier in Johannesburg.
Der Frühling in Südafrika lässt den Jacarandabaum blühen – und viele Städte in einem intensiven Blauviolett leuchten. Eine Stadt hat es damit in das Ranking der schönsten Straßen weltweit geschafft.

Foto: imago images / Xinhua

Buenos Aires (Argentinien): Bunte Häuser in der Caminito

Eine Stadt, die zwischen dem gehypten Medellín und dem fantastischen Rio de Janeiro in Südamerika fast in Vergessenheit gerät, ist Argentiniens Buenos Aires. Dabei ist die Stadt sehr viel mehr als ein Eldorado für Steakliebhaber. An jeder Ecke kannst du ein neues Street-Art-Werk entdecken.

Wie der Gang durch einen Regenbogen muss einem der Spaziergang durch die Fußgängerzone Caminito, was so viel wie „der kleine Weg“ heißt, vorkommen. Grund dafür sind die farbenfrohen Anstriche der Häuser. Das lenkt von der eigentlich tristen Geschichte der Gegend ab, denn nachdem 1950 die hindurchführende Zuglinie geschlossen worden war, lag das Viertel so gut wie brach.

Künstler Benito Quinquela Martín belebte es auf diese simple Art wieder. Heute ist Caminito ein begehbares Museum, voll mit den Ständen von lokalen Künstlern.

Umgeben von Malern, Straßenmusikern und manchmal sogar Tangotänzern kannst du das Temperament der Einheimischen und den Puls der Stadt ganz deutlich in Caminito spüren.
Umgeben von Malern, Straßenmusikern und manchmal sogar Tangotänzern kannst du das Temperament der Einheimischen und den Puls der Stadt ganz deutlich in Caminito spüren. Foto: imago images/AGB Photo

Bonn (Deutschland): Ein Meer aus Kirschblüten

Die Altstadt von Bonn ist niedlich, kompakt, hat viel Fachwerk und wird im Frühling zu einem internationalen Hotspot. Dann ist die Heerstraße in ein rosarotes Blütenmeer getaucht. Für uns ist das eine günstige und schnelle Lösung, die berühmte japanische Kirschblüte direkt vor der Haustür zu erleben.

Bonn im April: Von Hellrosa bis Magenta erstreckt sich die Farbenpalette der Kirschblüte. Dein Spaziergang sollte aber nicht in der Heerstraße enden: Bonns hübsche Fassaden in der Altstadt sind ein Hingucker.
Bonn im April: Von Hellrosa bis Magenta erstreckt sich die Farbenpalette der Kirschblüte. Dein Spaziergang sollte aber nicht in der Heerstraße enden: Bonns hübsche Fassaden in der Altstadt sind ein Hingucker. Foto: imago images / Reichwein

Die Bäume wurden 1980 aus Japan importiert und eingepflanzt. Unter dem Blumendach der Japanischen Nelkenkirsche kannst du tolle Fotos schießen. 2019 war der Andrang so groß, dass Verkehrsschilder mit der Aufschrift „Kirschblüten-Fotografen – Bitte Schritt fahren“ aufgestellt wurden. 

Chengdu (China): Alte Straße des Kaiserreichs

Dunkle Holzverkleidungen, Ornamente in Fenstern, Laternen aus Reispapier, die die Straßen in Rot tauchen. Fühlst du die Mystik, die sich auch noch heute um manche Orte Chinas legt? In der Jinli-Straße in der Millionenstadt Chengdu, dort, wo sonst Wolkenkratzer die Skyline dominieren.

Die roten Laternen hängen entlang der massiven Holzfassaden in der Jinli-Straße.
Die roten Laternen hängen entlang der massiven Holzfassaden in der Jinli-Straße. Foto: imago images/Xinhua

Die Geschichte von Chengdu geht bis ins vierte Jahrhundert vor Christus zurück und wurde kulturell von mehreren Dynastien geprägt. Das Erbe der ersten Dynastie, der Qin, siehst du noch heute in Chengdus beliebtester Touristenattraktion. 

Die 550 Meter lange Jinli-Straße war vor gut 1.800 Jahren eine wichtigte Verkaufs- und Geschäftsstraße. Shoppen geht auch heute noch – allerdings sind die Souvenirstände sehr touristisch.

San Francisco (USA): Die ikonische Lombard Street

In dem Ranking der schönsten Straßen der Welt von „CNN“ taucht selbstverständlich auch die sich emporschlängelnde Lombard Street in San Francisco auf. Sei kein Frosch und nimm dir nach dem typischen Erinnerungsfoto die Zeit für den Marsch nach oben.

Den Weg nach oben musst du dir mit Autos teilen – für Fußgänger gibt es deshalb seitlich eine Treppe. 145 Meter Bein- und Potraining.
Den Weg nach oben musst du dir mit Autos teilen – für Fußgänger gibt es deshalb seitlich eine Treppe. 145 Meter Bein- und Potraining. Foto: unsplash.com/Pedro Lastra

Nach der achten Kurve, zwischen süßen Häusern und liebevoll bepflanzter Flächen, erreichst du das Ende des Slaloms und wirst mit der Aussicht über die Stadt belohnt.

Die weltberühmte Lombard Street in San Francisco wird oft als kurvenreichste Straße der Welt betitelt. Belegt ist das jedoch nicht.
Die weltberühmte Lombard Street in San Francisco wird oft als kurvenreichste Straße der Welt betitelt. Belegt ist das jedoch nicht. Foto: imago/Mario Aurich

London (England): Flanieren durch Hampstead

Wer mit der U-Bahn durch London düst, kann den Flask Walk beim Ausstieg Hampstead eigentlich nicht verfehlen. Kaum einen Fuß in das gepflegte Künstlerviertel im Norden der Stadt gesetzt, lebst du den englischen Traum. Die niedlichen Ladenzeilen, liebevollen Dekorationen und die schmalen Gassen wirken wie eine einzige Filmkulisse.

Jodhpur (Indien): Blau in blau in blau

Tempel, Paläste und die Thar-Wüste sind einige Gründe für einen Besuch der nordöstlich gelegenen Stadt Jodhpur. Ein weiterer sind die blau getünchten Straßen. Von oben wirkt die Stadt wie ein blauer Saphir. Verliere dich in den unebenen Gassen zwischen schiefen Hauswänden.

Ursprünglich war die Tradition der blau gestrichenen Häuser nur den Brahmanen (Priestern) vorbehalten. Im Laufe der Zeit wurde das aber von allen übernommen. Heute ist es das Markenzeichen der Stadt.
Ursprünglich war die Tradition der blau gestrichenen Häuser nur den Brahmanen (Priestern) vorbehalten. Im Laufe der Zeit wurde das aber von allen übernommen. Heute ist es das Markenzeichen der Stadt. Foto: imago images / K-P Wolf

Pretoria (Südafrika): Der Jacarandabaum färbt alles blauviolett

Kirschblüten sind wunderschön, aber hast du dir schon mal den Jacaranda zur Blütezeit angeschaut? Das Blauviolett ist einzigartig – in Südamerika und auf dem afrikanischen Kontinent findest du ihn besonders oft. Doch in einer Stadt Südafrikas ist das Schauspiel zwischen September und November besonders schön. 

Weder Johannesburg noch Kapstadt können mit der „Jacaranda-Stadt“ und Kapitale Pretoria mithalten. Mehr als 70.000 Exemplare der Zierpflanze blühen in der Stadt und um sie herum. DIE schönste Straße gibt es hier also gar nicht. Du hast freie Wahl.

Eine Farbe, die wir so nur selten in der Natur zu Gesicht bekommen. Das Blauviolett der blühenden Jacarandabäume, besonders intensiv in Pretoria.
Eine Farbe, die wir so nur selten in der Natur zu Gesicht bekommen. Das Blauviolett der blühenden Jacarandabäume, besonders intensiv in Pretoria. Foto: imago images/Xinhua

Mykonos (Griechenland): Postkartenmotiv in der Altstadt

Schließ mal kurz die Augen. Welches Bild schwebt dir vor, wenn du an die Altstadt von Mykonos denkst? Wohl selbst jene, die noch nicht auf der griechischen Insel Urlaub gemacht haben, dürften blau-weiße Häuschen auf großen Pflasterwegen sehen.

In den Nationalfarben Griechenlands leuchtet die Alstadt im Sonnenlicht – und zieht damit eine Menge Touristen an. Allein wirst du die malerische Kulisse für dich also kaum haben. Der Anblick bleibt trotzdem unglaublich schön.

New York (USA): Big Apple mal ohne Wolkenkratzer

Spätestens seit „Sex and the City“ träumen sicherlich viele Frauen davon, in einem schicken Apartment in New York zu wohnen – aber bitte in einer der gut betuchten und etwas ruhigeren Gegenden.

Nicht unbedingt denkst du dabei an das Szeneviertel Harlem. Dabei wird dich die Architektur vom Gegenteil überzeugen: Entlang der Convent Avenue reiht sich ein dekoriertes Haus ans nächste.

Der Blick auf die Universität CUNY in Harlem. An vielen Ecken erinnert die monumentale Architektur an Europa, oder?
Der Blick auf die Universität CUNY in Harlem. An vielen Ecken erinnert die monumentale Architektur an Europa, oder? Foto: imago images/Levine-Roberts

Kyoto (Japan): Der Philosophenweg

Auf Kyotos Philosophenweg gelangst du vielleicht auch zu etwas mehr Weisheit. Grundsätzlich wirkt der Pfad eher blass. Allerdings nicht im April zu Japans weltberühmter Kirschblüte, der Sakura. Benannt wurde der Philosophenweg nach Nishida Kitaro, der täglich hier meditiert haben soll.

Der Philosophenweg in Kyoto.
Ruhe durch Meditation? Zur Hochsaison, der Sakura, dürfte das bei dem Besucherandrang etwas schwierig werden. Foto: imago images/imagebroker

Edinburgh (Schottland): Zeitreise in der Altstadt

Wissen für Angeber: In Edinburgh findest du viele Straßenzüge im viktorianischen Stil – benannt nach Königin Victoria von England. Spitzdächer sind ein Merkmal der majestätisch anmutenden Bauweise. Besonders tut sich die Cockburn Street hervor. Für Touristen eine nette Flaniermeile mit Einkaufsmöglichkeiten.

Melbourne (Australien): Street-Art-Hauptstadt

Graffiti, gesprayt von Künstlern aus aller Welt, das gibt es in Melbourne wohl so eindrucksvoll wie sonst nirgendwo. Die Stadt hat sich zur heimlichen Haupstadt für Street-Art gemausert. Richtig mit Fotos austoben kannst du dich in der Hosier Lane.

Aber, so der Tipp von „CNN“, aus diesem Grund sollte es dich nicht in die Straße ziehen. Ein Gefühl für die Kunst solltest du auch ganz ohne Smartphone in der Hand und Finger am Auslöser bekommen.

Wer auf moderne Straßenkunst steht, kommt in Melbourne auf seine Kosten. Schönheit kann auch so gehen!
Wer auf moderne Straßenkunst steht, kommt in Melbourne auf seine Kosten. Schönheit kann auch so gehen! Foto: unsplash.com/Linda Xu

Nordirland: „Game of Thrones“ lebt

Verästelte Bäume, die sich über endlos erscheinende Straßen ineinander verschlingen und eine Märchenkulisse zeichnen: Das sind die Dark Hedges in der Bregagh Road zwischen Armoy und Stranocum in der Grafschaft Antrim in Nordirland. Die Buchenallee diente dem Serienkult „Game of Thrones“ als Drehort, seither verschlägt es massenweise Fans an den verwunschenen Ort.

Das Sonnenlicht durchflutet die Buchenallee Dark Hedges.
Das Sonnenlicht durchflutet die Buchenallee Dark Hedges. Foto: imago images / robertharding

St. Petersburg (Russland): Prestige und Prunk

Sie gilt als eine der berühmtesten Straßen Russlands: Der Newski-Prospekt in St. Petersburg. Ganze 4,5 Kilometer führt die Prachstraße durch die historische Altstadt. Vorbei an Cafés, Shops und Museen solltest du Abstecher an prunkvolle Punkten wie der orthodoxen Kasaner Kathedrale oder zum Feinkostladen Jelissejew, der im Jugendstil gebaut wurde, einplanen.

Die Kasaner Kathedrale ist ein Sakralbau und wurde nach dem Vorbild des Petersdoms in Rom gebaut.
Die Kasaner Kathedrale ist ein Sakralbau und wurde nach dem Vorbild des Petersdoms in Rom gebaut. Foto: imago images /ITAR-TASS

Agueda (Portugal): Unter Regenschirmen wandern

Keine Regenwolke in Sicht, dennoch hängen in vier Straßen, unter anderem über der Rua Luis de Camoes, bunte Regenschirme. Das „Umbrella Sky Project“ wird seit 2011 umgesetzt zum jährlichen Agitágueda. Im Juli kommt nicht nur Farbe, sondern auch noch viel Unterhaltung in die Stadt. Mehr als 3.000 Schirme zieren die Straßenzüge.

Es ist kaum möglich, alle sehenswerten Straßen der Welt aufzulisten. So viele schöne Orte, die durch Architektur oder aber dank Mutter Natur einen Besuch wert sind. In Paris findest du in den Wohnvierteln einige malerische Gassen, zum Beispiel Le square de Montsouris. Und in Rom stolperst du von einer Fotokulisse zur nächsten. Verpassen solltest du nicht die Via dei Coronari.

Falls du genug von den überfüllten Grachten Amsterdams hast, können wir dir den Trip nach Antwerpen empfehlen. An den Kanälen findest du dort, beispielsweise an der Cogels-Osylei, Jugendstil- und Art-déco-Häuser.

Das Viertel Zurenborg in Antwerpen lädt zu entspannten Sonntagsspaziergängen ein.
Das Viertel Zurenborg in Antwerpen lädt zu entspannten Sonntagsspaziergängen ein. Foto: imago images / imagebroker

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