Für den reiselustigen Abenteurer sowie für mutige Fotografen bieten Lost Places Nervenkitzel und spannende Motive. Und das oftmals nur wenige Meter abseits bekannter Wegstrecken.

Nicht selten befinden sich bei den Wegen, die wir tagtäglich zurücklegen, verborgene Bunker und Katakomben oder verlassene Häuser am Wegesrand. Wer gern durch den Wald wandert, hat vielleicht schon einmal hinter einem kleinen, unscheinbaren Hügel ein altes, zerfallendes Haus erblicken können und sich gefragt, wie es wohl von innen aussieht.

Abseits der Wege gibt es viel zu entdecken

Unter Fotografen hat sich die Lost-Place-Fotografie mittlerweile zu einem Dauerbrenner entwickelt, die entsprechenden Fotografen nennen sich „Urbexer“. Die bedrückende Atmosphäre und das manchmal fast schon morbide wirkende Flair verlassener Gebäude zieht Beobachter mit einem Blick fürs Besondere in ihren Bann. Hat man erst einmal die Schönheit der Vergänglichkeit erblickt, kommt man schwer davon los und hat ein neues Hobby gefunden, das langjährige Faszination verspricht.

Aber nicht nur für den geneigten Fotografen bieten die Lost Places kurzweilige Erlebnisse. Auch für Wanderer und reiselustige Hobby-Archäologen haben die vergessenen Orte ihren Reiz.

Denn abseits der Wanderwege durch den Wald gibt es mitunter viel zu entdecken. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass viele der Lost Places einsturzgefährdet sind und eine marode Bausubstanz haben. Hier sollte also die eigene Sicherheit allererste Priorität haben.

Auch wenn man den Foto-Spot seiner Träume erblickt hat – Ist der Weg dorthin nicht sicher oder schlecht einsehbar, sollte die Sicherheit vor der Neugier stehen. Morscher Boden, rostige und scharfe Kanten, einstürzendes Mauerwerk, marode Decken? Der kleine Nervenkitzel am Sonntagnachmittag kann so schnell lebensbedrohlich enden. Es sollten also auch vom tapfersten und mutigsten Hobby-Abenteurer einige Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden:

  • Niemals allein gehen.
  • Helle Taschenlampe und Stirnlampe mitnehmen.
  • Ist der Weg nicht gut einsehbar, tastend gehen, da Einsturzgefahr bestehen kann.
  • Maurerschnur am Eingang befestigen und mitziehen.
  • Vor dem Betreten einer außenstehenden Person den Standort schicken.
  • Eine „Safe-Time“ vereinbaren, zu der man sich meldet.
  • Zur Sicherheit vorher prüfen, wem das Land oder das Gebäude gehört.

Ein Lost Place kann alles sein – eine stillgelegte Fabrik oder eine verfallene Kasernenanlage, eine alte medizinische Einrichtung, eine Dorfdisco, verschlungene Gänge und Katakomben oder eine alte, einst prunkvolle Villa, die langsam zerfällt.

Vor dem Betreten solch einer Location sollte jedoch geklärt werden, wem sie gehört oder wer das Land besitzt, auf dem sie sich befindet.

Faszination Lost Places - Vorsicht beim Betreten

Lost-Place-Regel: Immer eine Genehmigung einholen!

Denn nicht immer sind die Lost Places auch wirklich lost, also verlassen und vergessen. Es findet sich meistens ein Eigentümer, der vielleicht nicht gerade davon begeistert ist, wenn Hobby-Archäologen und Freizeit-Abenteurer sein Gebäude aufsuchen.

Es muss ganz klar sein: Wer ohne Genehmigung einen Lost Place betritt, begeht Hausfriedensbruch, und das ist strafbar. Sollte dort ein Unfall passieren, kann es zudem leicht lebensbedrohlich werden.

Mit wenigen Requisiten Atmosphäre schaffen – ein Lost Place fasziniert vor allem durch seinen morbiden Charme.

Lost Places – nichts für die Ewigkeit

Viele der verlassenen Orte befinden sich in den neuen Bundesländern. Was die russische Besatzungszeit hinterließ, erfreut heutzutage Lost-Places-Enthusiasten.

Dazu gehören viele unterschiedliche Militäranlagen, Krankenhäuser, Schulen und kulturelle Einrichtungen. Wer im Internet sucht, findet Listen vieler bekannter Lost Places.

Jedoch sind die meisten verlassenen Orte immer nur Momentaufnahmen. Oft werden sie abgerissen, weil die Grundstücke, auf denen sie stehen, verkauft wurden oder das Gelände schlicht nicht mehr sicher ist.

Werden diese Orte nun also fotografiert, sind die Bilder ganz besondere Zeugen der Zeit und der Fotograf hat etwas festgehalten, das sonst für immer verloren und vergessen wäre.

Lost Places lassen viel Raum für Fantasie

Der Zustand, in dem die Orte verlassen wurden, lässt viel Raum für Geschichten und regt in jedem Fall die Fantasie an. Man kann sich vorstellen, wie viele Geschichten und Schicksale in solchen Orten stecken. Nicht zuletzt das ist es, was diese Orte so interessant macht.

Gerade für Fotografen, die diese Geschichten in ihren Bildern festhalten. Aber auch für reiselustige Hobby-Abenteurer kann das Recherchieren und Auffinden solcher Lost Places sehr spannend sein – ist man doch stolz, wenn ein Lost Place gefunden wurde, der noch nicht so bekannt ist.

Und es soll schon vorgekommen sein, dass manch einer erst nach dem Besuchen solcher Lost Places zur Fotografie gekommen ist, weil das Marode und die Schönheit des Verfalls ihn dazu inspiriert haben.