Blitzeinschläge in Flugzeuge sind nicht selten, tatsächlich wird ein Flieger im Laufe seiner Betriebsdauer in der Regel mehrfach vom Blitz getroffen. Meist sind diese Einschläge ungefährlich, denn die Maschinen haben ausreichend Sicherheitsmaßnahmen verbaut, die den Blitz ableiten oder unschädlich machen können. Doch die Firma Boeing hat eines der Sicherheits-Features an der Beoing 787 Dreamliner entfernt.

Weniger Blitz-Schutz bei der Boeing 787 Dreamliner

Normalerweise wird das große Passagierflugzeug Boeing 787 Dreamliner besonders an den Tragflächen mit zahlreichen Beschichtungen versehen, welche die Kraft eines Blitzes beim Einschlag zerstreuen sollen. Gerade an dieser Stelle scheinen diese Maßnahmen besonders wichtig, denn die Treibstofftanks sitzen bei dem Model in den Tragflächen.

Bereits vor fünf Jahren stoppte der Flugzeughersteller den Einbau von Isolierkappen an zahlreichen Metallverschlüssen. Der Grund: Sparmaßnahmen. Die US-Luftfahrtbehörde (FAA), die solche Änderungen absegnen muss, war damit einverstanden.

Doch seit März dieses Jahres verzichtet Boeing zusätzlich auf eine zweite Sicherheitsmaßnahme gegen Blitzschläge: eine Kupferfolie, die in den Flügeln verbaut ist, berichtet die „Seattle Times“.

Wie sicher sind Boeing-Flugzeuge ohne das Feature?

Die FAA akzeptierte die zweite Änderung zunächst nicht, zu dem Zeitpunkt hatte der Hersteller aber schon 40 Flügel-Paare ohne die Sicherheits-Features gebaut. Nur eine Woche später winkte die Luftfahrtbehörde die Änderung dann doch durch und die Flugzeuge wurden ausgeliefert.

Jetzt meldeten Kongressabgeordnete und ein Sicherheitsingenieur der FAA jedoch erneut Bedenken an den baulichen Änderungen der 787 Dreamliner an. In einem Statement gab Boeing bekannt, dass die Modelle trotz des reduzierten Blitzschutzes absolut sicher seien. 

Die FAA will nun aber eine erneute Risikobewertung des Herstellers einfordern. Die soll überprüfen, wie groß das Risiko einer Explosion der Tanks durch einen Blitzschlag wirklich ist.