Als reisereporter sind wir immer auf der Suche nach angesagten Reisezielen. Doch zugegeben: Eine Reise zu den Evergreens wie dem Eiffelturm oder der Freiheitsstatue ist immer einzigartig. Kein Wunder, dass sie auch in diesem Jahr zu den meistbesuchten Sehnswürdigkeiten weltweit zählen.

Dennoch haben es in die Top 10 einige Underdogs geschafft, die mit den Großen aus Paris und New York definitiv mithalten können.

10. Markusplatz, Venedig (Italien)

Urlauber trinken genüsslich ihren Kaffee auf dem Markusplatz mit Aussicht auf den Dogenpalast und den Markusturm. Hier sprüht Venedig nur so vor lauter „dolce vita“. Mitten im Herzen der historischen Altstadt spürst du umgeben von geschichtsträchtigen Gebäuden das italienische Flair.

Der Abstecher an der Piazza di San Marco ist zwar irgendwie typisch Touri, gehört zu einem Trip nach Venedig aber unbedingt dazu.

Bis ins neunte Jahrhundert geht die Geschichte des Markusplatzes zurück – damals wurde hier Wichtiges verkündet oder aber ausgelassen gefeiert. Beispielsweise der Karneval von Venedig.

Allerdings haben die künstlerischen Fassaden in den vergangenen Wochen extrem unter den anhaltenden Überflutungen gelitten. Die Lagunenstadt wurde von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht, das die gesamte Innenstadt unter Wasser gesetzt hat.

9. Skydeck, Chicago (USA)

Chicago von oben – den fulminantesten Ausblick bekommst du wohl in der 103. Etage des Willis Tower. Von der Ausichtsplattform kannst du bei klarer Sicht auf vier US-Bundesstaaten blicken und kurzzeitig in schwindelerregender Höhe schweben – zumindest optisch.

Denn die Plattform zieht vor allem wegen ihres gläsernen Bodens so viele Besucher an. In mehr als 400 Meter Tiefe schauen Wagemutige in „The Ledge“, wie die komplett transparenten Balkone heißen. Nichts für schwache Nerven! 

Und so sieht der Nervenkitzel über Chicago aus einer anderen Perspektive aus.

Skydeck Chicago – „The Ledge“ | Adresse: Willis Tower, 233 S Wacker Dr | Öffnunsgzeiten: März bis September: 9 Uhr bis 22 Uhr; Oktober bis Februar: 10 Uhr bis 20 Uhr | Einritt: ab 25 US-Dollar (ab zwölf Jahren), ab 17 US-Dollar (drei bis elf Jahre)

8. Anne-Frank-Haus, Amsterdam (Niederlande)

Zwischen Amsterdams Grachten befindet sich das Anne-Frank-Haus, das Besucher heute weltweit an die systematische Verfolgung der jüdischen Bevölkerung während der NS-Diktatur erinnert. Während des Zweiten Weltkriegs fand Anne Franks Familie in dem Hinterhaus an der Prinsengracht einen Unterschlupf.

Vor dem Anne-Frank-Haus sind die langen Warteschlangen ein gewohnter Anblick. Die Tickets sind oftmals Wochen im Voraus ausverkauft.

Mehr als zwei Jahre lang versteckte sich dort die Familie Frank gemeinsam mit anderen Bekannten. Der Gang durch die schmalen Flure und Zimmer macht den Besuch im heutigen Museum noch bedrückender. Von dem Leben hinter dem Bücherschrank, dem geheimen Zutritt zu den Wohnräumen der Familie Frank, zeugen noch heute Annes Tagebucheinträge.

Hinter dem Bücherschrank in einem Hinterhaus an der Prinsengracht tauchte Familie Frank ab Juli 1942 unter.

Nach Angaben des Museums kommen mehr als eine Million Menschen im Jahr. Damit erreicht es den achten Platz im Ranking von „TripAdvisor“ zu den beliebesten Sehenswürdigkeiten 2019. Das wurde anhand der über die Plattform gebuchten Attraktionen ermittelt.

Anne-Frank-Haus | Adresse: Westermarkt 20, 1016 DK Amsterdam | Öffnungszeiten: März bis November täglich 9 Uhr bis 19 Uhr; Oktober bis April 9 Uhr bis 22 Uhr | Eintritt: 10,50 Euro (Erwachsene), 5,50 Euro (10 bis 17 Jahre), 0,50 Euro (0 bis 9 Jahre) | Hinweis: Die Tickets sindnur onlineund für ein bestimmtes Zeitfenster erhältlich.

7. French Quarter, New Orleans (USA)

Am Tag hübsche Flaniermeile, am Abend belebtes Partyviertel. Das French Quarter vereint historisches Sightseeing mit Feierei. Hier schlägt das kulturelle Herz von New Orleans. Besucher liebten 2019, laut „TripAdvisor“, die etwas schlüpfrigen Touren durch das Viertel mit Einblick in die Burlesque-Szene. 

Nicht erschrecken: Viele US-Amerikaner feiern hier ihre Junggesellenabschiede, da kann dir schon mal entlang der Bourbon Street eine bunte Kette um den Hals fliegen. Das ist Tradition. Für wen das nichts ist: Mach es wie Homer Simpson oder diese zwei Touristinnen aus der Schweiz und schlemme dich in den Food-Himmel!

6. Sagrada Família, Barcelona (Spanien)

Obwohl sich die Sagrada Família wegen der andauernden – und gefühlt nie aufhörenden – Konstruktion stets mit Baugerüsten verhüllt, strömen Besucher zu Barcelonas berühmtester Sehenswürdigkeit. Die römisch-katholische Basilika ist ein Meisterwerk von Antoni Gaudí, seit 1882 wird an der Kirche gewerkelt. Bis zum 100. Todestag des Ausnahme-Architekten, also 2026, soll die Kirche endlich vollendet sein.

Die Baukräne und Gerüste können der Schönheit der Sagrada Família nichts anhaben. Tickets sollten vorab gebucht werden.

Sagrada Família | Öffnungszeiten: November bis Februar 9 Uhr bis 18 Uhr; März 9 Uhr bis 19 Uhr; April bis September 9 Uhr bis 20 Uhr; Oktober 9 Uhr bis 19 Uhr | Eintritt: ab 17 Euro

5. Eiffelturm, Paris (Frankreich)

Vermutlich gibt es kein Sightseeing-Ranking, in dem der Pariser Eiffelturm nicht auftaucht. Der kupferfarbene Stahlturm ist die Ikone von Frankreichs Hauptstadt. Wen der 324-Meter-Prachtbau am Tag nicht überzeugt, der wird mit Einbruch der Dunkelheit auf seine Kosten kommen.

Der beleuchtete Eiffelturm bei Dämmerung: Viele junge Menschen chillen auf den Grünflächen vor dem Bauwerk, bevor sie ins Nachtleben von Paris ziehen.

Dann funkelt der Eiffelturm regelmäßig wie ein Diamant: Grund dafür sind die 20.000 Glühbirnen, die stündlich fünf Minuten lang aufblinken. Aus der Ferne, aber auch auf der Plattform der „Eisernen Lady“ ein Must-see in Paris.

Eiffelturm| Öffnungszeiten: 9.30 Uhr bis 23.45 Uhr | Anfahrt: mit der Metro Linie 9, 8 und 6 | Eintritt: ab 5,10 Euro (Erwachsene)

4. Freiheitsstatue, New York City (USA)

Das Geschenk von Frankreich an die USA ist heute ein Symbol für (politische) Freiheit, Demokratie und Aufbruch. Der Entdeckergeist wird bei vielen beim Anblick der salbeifarbenen Statue of Liberty geweckt. Schon beim Landeanflug heißt sie dich in New York City willkommen.

Wer Aufnahmen wie diese knipsen will, muss die Aussichtsplattform zu Füßen der Freiheitsstatue besuchen.

Täglich kommen Tausende Besucher auf die Aussichtsplattform auf Ellis Island. Sollte der Ausflug auch für dich anstehen, dann geht das seit dem 16. Mai dieses Jahres nur noch privat oder aber über offzielle Touren des National Park Services, da kommerzielle Führungen seither verboten sind.

3. Vatikan, Rom (Italien)

Die Top 3 sind ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Italien und Frankreich. Beide Urlaubsländer locken mit Kunst, Geschichte und Kulinarik. Eigentlich ausgeklammert ist da der Vatikan, der kleinste (anerkannte) Staat der Welt. Mitten in Rom befindet sich der mächtige Komplex, Anziehungspunkt für Touristen sind der Petersdom und die Sixtinische Kapelle.

Alle Wege führen nach… Rom zur Vatikanstadt!

Um dorthin zu kommen, musst du dich allerdings im Warten üben. Das Anstehen kann Stunden dauern, weshalb sich die Online-Buchung vorab oder aber gleich ein Fast-Line-Ticket auszahlt. Grüße vom Papst kannst du von der eigenen Poststelle des Zwergstaates aus versenden. 

2. Louvre, Paris (Frankreich)

Und zum zweiten Mal taucht Paris in dem Ranking auf. Dieses Mal ist es nicht die „Eiserne Lady“, sondern das Lächeln der „Mona Lisa“, das viele der Museumsbesucher in den Louvre zieh. Leonardo da Vincis wohl bekanntestes Gemälde ist das Highlight der riesigen und äußerst wertvollen Kunstausstellung unterhalb der gläsernen Pyramide.

Louvre | Adresse: Rue de Rivoli, 75001 Paris | Öffnungszeiten: täglich bis auf dienstags von 9 Uhr bis 18 Uhr; mittwochs und freitags bis 21.45 Uhr | Anfahrt: Metro-Linie 1 und 7 | Eintritt: ab 17 Euro

1. Das Kolosseum, Rom (Italien)

Was schießt dir beim Stichwort „Rom“ in den Kopf? Womöglich die imposanten Ruinen der einstigen Gladiatoren-Arena, besser bekannt als das Kolosseum von Rom. Es ist das größte Amphitheater der Welt und das Wahrzeichen der Stadt. Früher sollen bis zu 50.000 Menschen auf den Rängen Platz gefunden haben.

In anderem Licht: Das Kolosseum nach Einbruch der Dunkelheit besichtigen. (Symbolfoto)

Heute kommen durchschnittlich mehr als sieben Millionen Menschen im Jahr, und es werden immer mehr. Sie steuern das antike Theater am Ende einer Walking Tour an, kaufen Tickets für den Zugang zum Kolosseum und wandern durch die Überreste des Palatin und des Forum Romanum.

Kolosseum | Öffnungszeiten: 8.30 Uhr bis circa eine Stunde vor Sonnenuntergang |Nur Eintritt ohne Führung: ab 16 Euro