2019 war ein ruckeliges Jahr für die Flugbranche – so viele Fluggesellschaften wie noch nie mussten Insolvenz anmelden. Besonders dramatisch: die Pleite des britischen Reisegiganten Thomas Cook, die auch für die gleichnamige britische Airline das Aus bedeutete. Die deutsche Condor, ebenfalls eine Tochter des Reiseveranstalters, konnte dank eines Überbrückungskredits gerettet werden. 

Anders sah das bei den 22 Fluggesellschaften aus, die neben Thomas Cook ebenfalls Insolvenz anmelden mussten, berichtet der britische „Independent“. Der reisereporter stellt die Pleite-Airlines vor: 

California Pacific

Für die kleine, regionale US-Airline war es nur ein kurzes Intermezzo: Erst am 1. November 2018 hob zum ersten Mal ein Flugzeug von California Pacific ab. Keine drei Monate später wurde der Betrieb am 17. Januar schon wieder eingestellt. Immerhin: Für deutsche Urlauber dürfte diese Pleite kaum Folgen gehabt haben. 

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Germania

Anders sieht das bei dem zweiten Vorfall des Pleitejahres aus: Im Februar meldete die Germania Fluggesellschaft mbH Insolvenz an. Mit Sitz in Berlin steuerte die Fluggesellschaft mehr als 40 Urlaubsziele an. Seit dem 5. Februar bleiben die Flugzeuge der deutschen Airline am Boden. 

Die Germania-Flugzeuge bleiben am Boden. Die Airline ist pleite.

Flybmi

Einige Insolvenzen dürften in diesem Jahr auch auf die Kappe der Brexit-Unsicherheiten gehen. So begründete zumindest die britische Airline Flybmi ihr Aus im Februar. Die Fluggesellschaft flog unter anderem Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Paris, Oslo, Brüssel und mehrere Ziele in Großbritannien an. 

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Wow Air

Auch Wow Air dürfte vielen Reisenden aus Deutschland ein Begriff sein: Die Billigairline hatte seit 2011 günstige Flüge nach Island und (mit Zwischenstopp) nach Nordamerika angeboten. Seit dem 28. März ist damit Schluss, Wow Air ist insolvent.

Das soll aber noch nicht das endgültige Aus der Airline sein. Nach – nicht eingehaltenen – Ankündingen im September, denen zufolge Wow Air dank neuer Investoren im Oktober wieder abheben sollte, meldete „Travel + Leisure“ vor einigen Wochen, dass die Airline tatsächlich bald erneut starten soll, allerdings ohne Passagiere an Bord als Frachtfluggesellschaft.

Thomas Cook

Das größte Beben in der Reisewelt löste 2019 definitiv Thomas Cook aus. Die Pleite des drittgrößten Reiseveranstalters in Großbritannien riss auch die dazugehöre Airline mit sich – die im Gegensatz zu dem Mutterkonzern sogar profitabel war. Am 23. September beendete die Gruppe ihre Geschäfte. 

Für Kunden der deutschen Thomas Cook GmbH gibt es nun zumindest einen kleinen Lichtblick: Sie sollen 17,5 Prozent ihrer Kosten erstattet bekommen. Das teilte der Insolvenzversicherer Zurich am Mittwoch mit.

Aigle Azur und XL Airways

Innerhalb eines Monats stellten gleich zwei französische Airlines den Flugbetrieb ein: Aigle Azur am 7. September und am 4. Oktober XL Airways. In Deutschland flog Aigle Azur Berlin-Tegel und Köln/Bonn an. XL Airways war vor allem zu Zielen in Nordamerika, der Karibik und im Indischen Ozean unterwegs.

Adria Airways

Mit Adria Airways ist die nationale Fluggesellschaft von Slowenien vom Flughimmel verschwunden. Die Airline mit Sitz in Ljubljana hat Ende September Isolvenz angemeldet. Bis dahin flog sie 24 Ziele in Europa an, darunter auch Verbindungen ab Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg. Adria Airways blickt auf eine fast 60 Jahre alte Unternehmensgeschichte zurück und war Mitglied der Star Alliance. 

Diese Airlines gingen 2019 außerdem pleite

Neben den bekannteren Namen erwischte die Pleitewelle in diesem Jahr auch zahlreiche andere Airlines. Das waren in alphabetischer Reihenfolge:

  • Aerolínas de Antioquía (Kolumbien)
  • Air Philip (Südkorea)
  • Al Naser Wings Airlines (Irak)
  • Asian Express Airline (Tadschikistan)
  • Astra Airlines (Griechenland)
  • Avianca Argentina (Argentinien)
  • Avianca Brasil (Brasilien)
  • Fly Jamaica Airways (Jamaika)
  • Insel Air (Curaçao)
  • Jet Airways (Indien)
  • New Gen Airways (Thailand)
  • Peruvian Airlines (Peru)
  • TAM Bolivia (Bolivien)
  • Taron Avia (Armenien)
  • Via Airlines (USA)