Der „Hidden Beach“: Das Geheimnis der Marieta-Inseln

Der „Hidden Beach“: Das Geheimnis der Marieta-Inseln

Ein versteckter Strand unter einem Krater am Ende eines Tunnels auf einer verlassenen Insel, nur schwimmend zu erreichen. reisereporterin Sandra über den „Hidden Beach“ auf den Marieta-Inseln in Mexiko.

Der „Hidden Beach of Mexico“.
Der „Hidden Beach of Mexico“ versteckt sich auf den Marieta-Inseln.

Foto: Christian Frausto Bernal from Tepic, Nayarit, MEXICO

Am Hafen von Punta de Mita, einer 16 Kilometer nördlich der Touristenhochburg Puerto Vallarta gelegene Halbinsel, wartet schon der Guide im Motorboot. Geführte Touren zu den Marieta-Inseln werden hier und in Puerto Vallarta zuhauf angeboten.

45 Minuten dauert die Fahrt, vom Boot aus offenbart sich eine herrliche Sicht auf die Traumstrände des Küstenstreifens Riviera Nayarit und die grünen Berge der Sierra Madre Occidental. Von Dezember bis März kannst du mit etwas Glück Buckelwale aus Alaska beobachten, die entlang der Riviera Nayarit ihre Babys zur Welt bringen.

Nicht jeder darf das sensible Biosphärenreservat betreten

Plötzlich tauchen zwei Inseln in den Weiten des Ozeans auf: Da sind sie – die felsigen Marieta-Inseln! Die durch einen Vulkanausbruch vor Tausenden von Jahren entstandene Inselgruppe ist heute ein artenreiches Naturschutzgebiet, Unesco-Biosphärenreservat und eine beliebte Touristenattraktion.

Ankunftsstrand auf den Marieta-Inseln.
Der Strand, an dem die Besucher ankommen, sieht unscheinbar aus. Doch was sich dahinter verbirgt, ist atemberaubend! Foto: Sandra Weber

Wobei die mexikanische Regierung den Naturschutz ernst nimmt: Der Eintritt zum Archipel ist seit einigen Jahren streng reglementiert. Insbesondere zur „Playa Escondida“, dem „Hidden Beach“, werden täglich nur noch 116 Touristen durchgelassen, jeweils in Gruppen von maximal 15 Personen und in Begleitung von lizenzierten Reiseleitern, um das sensible Ökosystem der Inseln zu schützen.

2016 wurden die Marietas zeitweilig komplett geschlossen, da die Heerscharen von Touristen das Ökosystem, insbesondere die Korallenriffe, stark in Mitleidenschaft gezogen hatten.

Wir fahren immer näher an die grauen Felsen der Marietas heran, auf denen sich Blaufußtölpel scharen – Meeresvögel, von denen es weltweit nur noch circa 40.000 Paare gibt. Die Hälfte davon lebt auf den Galapagos-Inseln. Jetzt kommen Schnorchel-Ausrüstung und Schwimmflossen zum Einsatz, das letzte Stück zu den Islas Marietas muss geschwommen werden: Meeresschildkröten, Rochen, Delfine, Tintenfische und allerlei schillernde Tropenfische tummeln sich im Wasser.

Chillen am wohl verstecktesten Strand der Welt

Das absolute Highlight, das größte Geheimnis der Islas Marietas und zugleich einer der schönsten Strände Mexikos, wartet noch auf uns. Es hat allerdings seinen Preis: Umgerechnet rund 80 Euro kostet der Eintritt zum „Hidden Beach“ pro Person – die Kosten für die Tour samt Guide und Verpflegung sind darin bereits enthalten.

Auch Nerven kostet der Zugang: Wir müssen durch einen engen, dunklen, 24 Meter langen Felskorridor schwimmen, was aus Sicherheitsgründen nur bei Ebbe möglich ist. Durch einen Tunnel schwimmend erreichen wir also die „Playa Escondida“ oder wegen ihres romantischen Charakters auch „Playa del Amor“ (deutsch: Strand der Liebe) genannt.

Da der Zutritt nur zahlenden Gruppen in Begleitung des Reiseleiters gewährt wird, wird dir hier die traute Zweisamkeit mit dem Partner zwar verwehrt, die spezielle Schönheit des Strandes ist trotzdem atemberaubend romantisch. 

Der kleine Strand ist von schroffen Felsen umgeben, über dir öffnet sich ein Loch im Felsdach, vor dir ist türkis-glasklares Wasser. Wunderschön und gleichzeitig erstaunlich, bizarr und surreal ist dieser „Hidden Beach“ – und außerdem ein beliebter Instagram-Hotspot!

Früher Schauplatz für Bombenexperimente, heute geschützter Nationalpark

Der einst unterirdische Strand wäre wohl nie entdeckt worden, hätte das mexikanische Militär Anfang des 19. Jahrhunderts hier nicht Bomben-Experimente durchgeführt – lange bevor die Inselgruppe zum Naturpark erklärt wurde.

Einige der seltsam anmutenden Felsformationen, Höhlen oder eben der Krater der „Playa Escondida“ entstanden durch Explosionen: Vulkanausbruch, Bombentests, Biosphärenreservat, Touristenattraktion – so paradiesisch und friedlich die Islas Marietas im mexikanischen Pazifik liegen, so bewegt ist ihre Geschichte. Ein unvergessliches Naturabenteuer ist der Besuch der Inselgruppe allemal.

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