Die endlosen Strände der Nord- und Ostsee, die Fingerfelsen vom Elbsandsteingebirge und die Alpen: Deutschlands Natur hat viele Facetten. Doch die ganze Vielfalt erschließt sich dir erst, sobald du deinen Blickwinkel änderst und mal unter die Erde schaust.

Dort entdeckst du ganze Höhlen-Labyrinthe, wanderst durch unterirdische Korallenriffe und besichtigst stillgelegte Bergwerke.

Hessen: Ein Labyrinth aus Höhlen

Höhlenwanderungen bieten sich in Deutschland bei einer Auswahl von 53 Orten genügend an. So viele Schauhöhlen gibt es laut dem Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher. Da fällt die Entscheidung schwer.

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Die spektakulärste Höhle ist diese vielleicht nicht, dafür steckt sie noch immer voller Rätsel: Die Rede ist von der „Herbstlabyrinth-Schauhöhle Breitscheid“ in Hessen, die mehr als zwölf Kilometer lang ist. Nur ein ausgewählter Teil dessen, die Knöpfchenhalle, kann von Besuchern betreten werden. Ingesamt ist es das größte Höhlensystem des Bundeslandes. Besonderer Hingucker sind die ausgeprägten Tropfsteine, die mit weißen LED-Lichtern stimmungsvoll beleuchtet werden.

Die Köpfchenhalle ist 80 Meter lang. Highlight der stündlich stattfindenen Führung sind die 30.000 Jahre alten Höhlenbärenknochen. Um dir einen Platz zu sichern, solltest du vorab ein Ticket kaufen. 

Herbstlabyrinth-Schauhöhle Breitscheid in Hessen Öffnungszeiten: April bis Oktober am Wochenende und und an hessischen Feiertagen von 11 bis 18 Uhr Hinweis: Winterpause bis zum 27. März 2020 Preise: Erwachsene 9 Euro; Kinder bis 14 Jahre 6 Euro

Bayern: Surreale Gletscherhöhle

Höhle ist dir nicht spannend genug – wie wäre es dann mit einer Gletscherhöhle? Nicht ganz unter Tage, dafür aber im am tiefsten gelegenen permanenten Eisfeld der Deutschen Alpen, befindet sich die Auskehlung der Eiskapelle am Königssee in Bayern. Sie kann bis zu 30 Meter hoch und 15 Meter breit werden. 

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Die Eishöhle befindet sich in ständigem Wandel, weshalb sich der mehrmalige Besuch auf jeden Fall lohnt. Das ganze Jahr über kannst du die weiße, eisige Welt bewundern. 

Das Foto ist nicht in Island entstanden – sondern in den Ostalpen in Bayern.

Bayern: Wellness im Salzheilstollen

Durchgefroren von der Gletscherhöhle? Dann findest du im Berchtesgadener Land das passende Verwöhnprogramm. Entspanne bei salziger Luft im lauschig beleuchteten Stollen. Das Entspannen hat sogar einen heilenden Effekt: Der Aufenthalt in dem Salzbergwerk soll bei Atemwegserkrankungen und auch bei Allergien helfen.

Bei 85 Prozent Luftfeuchtigkeit und knackigen zwölf Grad Celsius kannst du dick eingepackt sogar in dem Salzstollen übernachten. Pro Person beginnen die Preise bei 109 Euro. 

Salzheilstollen Berchtesgaden | Adresse: Bergwerkstraße 85a, 83471 Berchtesgaden | Preise:  Erwachsenen-Vormittagskarte für Wellness 24 Euro

Nordrhein-Westfalen: Tauche durch ein altes Bergwerk

Höhlentauchen – das kennst du vielleicht nur aus dem Urlaub in Südeuropa oder an exotischen Zielen. Dabei geht das auch im wärmenden Neopren in Nuttlar. Noch nie von gehört? Es ist ein Ortsteil der Gemeinde Bestwig im nördlichen Hochsauerlandkreis und bekannt für das Schieferbergwerk.

Erkunde die Schächte ausnahmsweise nicht zu Fuß, sondern schwimmend.

Dort tauschst du die dicken Sicherheitsschuhe gegen Taucherflossen und begibst dich unter Wasser in die Vergangenheit der Bergleute, die einst hier unter Tage schufteten. Im Jahr 1985 wurde das Bergwerk stillgelegt und geflutet. Teilweise kannst du dort bis zu 39 Meter tief tauchen. Dafür musst du jedoch eine gültige Höhlentaucher-Bescheinigung haben.

Nach eigenen Angaben ist das Schieferbergwerk in Nuttlar das größte betauchbare Bergwerk in Deutschland und zählt zu den 50 besten Tauchspots weltweit.

Besucherbergwerk Schieferbau Nuttlar | Adresse: Briloner Straße 48a, 59909 Bestwig Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 9 Uhr bis 18 Uhr Preise: Tageskarte 59 Euro

Harz: Riff aus der Südsee

Der Harz trumpft vielerorts mit alten Bergwerken und Tropfsteinhöhlen auf. Doch eine sticht heraus: Der Iberg in Bad Grund im Oberharz lag eigentlich mal Tausende Kilometer entfernt in der Südsee. Das usprüngliche Korallenriff soll vor mehr als 300 Millionen Jahren dort enstanden sein, wo heute Madagaskar liegt.

Der Hübichsaal in der Iberger Tropfsteinhöhle im Harz.

Es brauchte ebenfalls mehrere Millionen Jahre, bis sich das Kalkmassiv auf die Nordhalbkugel zu uns nach Deutschland geschoben hatte. Heute ist die Iberger Tropsteinhöhle ein Erlebnis-Besucherzentrum im Landkreis Göttingen. Bei der Museumsführung kannst du im Inneren versteinerte Meeresbewohner finden und mehr über das Phänomen lernen.

Höhlen-Erlebnis-Zentrum am Iberg | Adresse: An der Tropfsteinhöhle 1, 37539 Bad Grund Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 Uhr bis 17 Uhr; im Novmeber teilweise geschlossen | Preise: Erwachsene 8 Euro, Kinder (6 bis 16 Jahre) 6 Euro