Die klassische Route einer Rundreise durch Vietnam verläuft von Norden nach Süden – mit Stopps in der Mitte des südostasiatischen Landes. Auf der Must-see-Liste: die prunkvollen Pagoden und Kaiserpaläste im historischen Huế. Bei der Vielzahl an verträumten Postkartenmotiven scheint es fast noch obskurer, das sich nur wenige Kilometer südlich ein maroder Wasserpark befindet, der zu verfallen droht.

Komm mit auf die Reise zum Hồ Thủy Tiên – er ist wohl DER Lost Place in Vietnam.

Der Dschungel überwuchert den Wasserpark Hồ Thủy Tiên in Vietnam

Am Ufer des gleichnamigen Sees Thủy Tiên wacht ein Drache über die allmählich zerfallende Freizeitanlage – bedrohlich streckt er seinen Kopf in Richtung Himmel. Unter ihm ist eine verfärbte Kuppel, deren Dach zum Teil durchlöchert ist. Ungefähr drei Millionen US-Dollar flossen in die Freizeitanlage, die 2004 erbaut wurde. 

Doch die Badelandschaft mit Pools und mehreren Rutschen durch den dichten Dschungel erreichte nicht die gewünschten Besucherzahlen – nach wenigen Jahren schloss der Park. Skurril, dass die Anlage nun mehr Aufmerksamkeit von internatonalen Gästen bekommt als je zuvor. 

Junge Leute machen den verwaisten Park zur Touristen-Destination

Vietnam hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Sehnsuchtsziel für Backpacker entwickelt, die ein authentisches Stück Südostasien mit Abenteuerfaktor erleben wollen. Daher sind es vor allem junge Reisende, die zu dem Lost Place kommen, um atmosphärische und teilweise gruselige Fotos zu schießen. Neugierig? Schau dir den Rundgang durch die dystopische Welt an:

Bei dem Besuch wanderst du nicht nur an Graffitis, sondern auch an einem verwahrlosten Amphitheater vorbei. Hier fanden Shows mit Krokodilen statt. Die Reptilien wurden jedoch von Peta und dem WWF gerettet, manchmal sollen allerdings wilde Tiere gesichtet werden. 

Nur dem Blick des versteinerten Drachen kannst du nicht entkommen. Traust du dich in seinen Schlund?

Der Lost Place, der auf keiner normalen Vietnam-Reisekarte steht

In Reiseberichten liest du immer wieder, dass der Park aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich sei und dir nur gegen ein paar Scheine der Zutritt gewährt werde. Der vietnamesischen Nachrichtenseite „Kênh 14“ zufolge ist das aber nicht notwendig. Bleibt dir also überlassen, was dir das Erlebnis wert ist.

So kommst du hin: Tatsächlich taucht der Lost Place Hồ Thủy Tiên auf keiner gewöhnlichen Karte auf. Dank Google Maps ist er aber leicht zu finden. Falls du keine vietnamesische SIM-Karte und damit nicht unterwegs Internet hast, solltest du dir vorab den Standort in einer Offline-Karte abspeichern oder anderweitig notieren.

Die meisten Touristen bewegen sich in Vietnam wie die Locals auf einem Moped fort. Traust du dir das nicht zu, kannst du auch Grab oder Uber nutzen. Der Vorteil: Du kannst direkt dein Ziel bei der Fahrtbuchung eingeben.