Touristenattraktionen, bei denen ein unmittelbarer Kontakt zu wilden Tieren ermöglicht wird, rufen immer wieder Tierschützer auf den Plan. Jetzt sorgt ein grausamer Fall vor der Küste der mexikanischen Insel Guadalupe für Aufsehen: Dort verendete ein Weißer Hai, nachdem er sich in den Stahlgittern eines Käfigs verfangen und sich dabei tödlich verletzt hatte.

Den Todeskampf des Hais mussten drei Touristen mitansehen, die vor der Insel im Käfig tauchten. Sie buchten die Tour beim Veranstalter „Nautilus Liveboards“. Videos dokumentieren den Unfall. Zu sehen ist, wie sich der imposante Weiße Hai zunächst langsam dem Käfig nähert und dann plötzlich in Richtung Taucher schnellt.

Video: Weißer Hai bleibt im Käfig mit Touristen stecken und reißt sich Kiemen auf

Es wirkt wie eine Attacke – bei der er mit seinem Kopf in einem Freiraum des Gitters steckenbleibt. Das Tier windet sich zwischen den Streben, rüttelt am Käfig, um sich aus eigener Kraft aus der Notsituation zu befreien. Doch dabei scheint er sich die Kiemen aufzureißen, Blut strömt in den blauen Ozean.

Kritik an Tourenveranstalter: Wenn der Käfig zur Todesfalle wird

Nach Angaben von Arturo Islas Allende, der das Video bei Twitter veröffentlichte und sich selbst als Tierschützer bezeichnet, soll der Hai geschätzt 25 Minuten um sein Überleben gekämpft haben. In einem zweiten Video sinkt das Tier leblos in Richtung Meeresboden. Arturo macht den Veranstalter verantwortlich, er sei „nachlässig“ gewesen.

Nach Hai-Tod: Veranstalter weist die Schuld von sich

„Nautilus Liveboards“ nahm in einem Facebook-Post Stellung zu dem Vorfall, der den Veranstalterangaben nach am 9. Oktober stattgefunden haben soll. In diesem bekundet er sein Mitgefühl sowohl für den verstorbenen Raubfisch als auch für die involvierten Taucher. 

Die Käfige würden den mexikanischen Regularien entsprechen, dennoch habe man die Aufnahmen zur Untersuchung an zuständige Behörden geschickt und arbeite an Verbesserungen.

Ungefähr 50.000 Tauchgänge hätten sie jährlich seit 2003 angeboten, noch nie sei so etwas passiert. Diese Aussage wird von vielen Usern in den Kommentaren unterstützt, die von einem sehr professionellen Team sprechen. Dennoch hagelt es immer wieder herbe Kritik für solche Ausflüge, da die Tiere gezielt zum Vergnügen der Touristen angefüttert werden.

Tauchen mit Haien bleibt umstritten

Ein australisches Team versucht derweil die Köder durch Rockmusik zu tauschen, offenbar ziehen die tiefen Frequenzen die Haie ganz von selbst an. Der Hai-Tourismus bleibt dennoch umstritten, der Weiße Hai steht auf der Roten Liste und wird als „gefährdet“ eingestuft.

Trotz tragischer Attacken, über die auch der reisereporter berichtet, sind tödliche Angriffe sehr selten – dass der Weiße Hai blutrünstig Jagd auf Menschen mache, ist ein Irrtum. Zumeist es sich dann meist um eine Verwechslung mit Beutetieren wie Robben handelt.