Wahnsinns-Abenteuer sind Rosie Swale Pope nicht fremd: Die heute 73-Jährige ist bereits allein über den Atlantik gesegelt, 5.500 Kilometer quer durch die USA gelaufen und hat zu Fuß die Welt umrundet! Der Grund für diese verrückte Reise war tragisch: der Tod ihres Mannes Clive.

Er erkrankte nach 20 glücklichen Ehejahren an Prostatakrebs und starb im Jahr 2002. Rosie wollte mit der Weltumrundung mehr Aufmerksamkeit für die Wichtigkeit der Krebsvorsorge schaffen. Indem sie 32.000 Kilometer lief, setzte sie ihrem Mann ein verrücktes, riesengroßes Denkmal – das ist jetzt gut zehn Jahre her. Über ihr Abenteuer schrieb sie ein Buch: „Mein längster Lauf“.

Nach der Weltreise zu Fuß läuft Oma Rosie nun nach Nepal

Und nun ist Rosie wieder unterwegs: Sie will von England nach Nepal laufen, 10.000 Kilometer durch Europa und Asien. Ganz allein, sie schläft in einem kleinen roten Anhänger, den sie hinter sich herzieht.

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Im Juli 2018 startete sie in ihrer Heimatstadt Wales in South Yorkshire und hat bisher zwölf Länder durchquert, darunter Tschechien, Österreich, Ungarn, Serbien und Bulgarien.

Ein wichtiges Zwischenziel hat sie jetzt erreicht: „Ich bin stolz darauf, in Istanbul zu sein“, sagt sie in einem Reuters-Video. Auf der Galatabrücke wurde sie von jeder Menge Kameras erwartet und von Menschen, die ein kurzes Stück mit ihr laufen wollten. Die nächste Etappe ist Georgien.

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Rosie Swale Pope sammelt Geld für Nepals Erdbebenopfer

Auch dieses Mal rennt Rosie wieder für den guten Zweck: „Ich laufe nach Nepal, um den Menschen in Nepal zu helfen, von denen viele seit dem schweren Erdbeben eine sehr schlechte Zeit haben.“ Die Katastrophe im Jahr 2005 forderte etwa 9.000 Menschenleben und zerstörte knapp eine Million Häuser. Der Wiederaufbau läuft nach wie vor schleppend. 

Rosie sammelt Geld für „Phase Worldwide“. Die Organisation leitet Programme für Gesundheit, Bildung und Lebensunterhalt in einigen der abgelegensten Gebiete Nepals. Einige der Gemeinden sind drei Tagesmärsche von der Grundversorgung entfernt.

„Ich weiß nie, wo ich in der nächsten Nacht schlafe. Ich schlafe auf Feldern oder auf der Straße“, sagt sie. Das ist möglich, weil sie ihre Übernachtungsmöglichkeit hinter sich herzieht: einen Buggy. Darin ist alles, was sie unterwegs braucht. Schlafsack, Anziehsachen, Campingkocher und Nahrung. Der Anhänger ist über die Jahre zu ihrem Markenzeichen geworden. Der Vorteil: „Ich kann aufstehen und einfach loslaufen.“ 

Unfall kurz vor Istanbul

Manchmal jedoch kann das Gefährt auch zum Verhängnis werden, so wie kurz vor Istanbul: „Ich stolperte über meine Füße in ein Schlagloch. Das Problem: Der Buggy schiebt mich unaufhaltsam weiter.“ Sie stürzte und brach sich die Nase. Doch unterkriegen ließ sich die 73-Jährige noch nie, Grund dafür ist auch ihr verstorbener Mann.

Das verriet sie dem reisereporter bei einem Interview zu ihrer Weltumrundung. Clive habe sie damals bei jedem Schritt begleitet: „Ich wäre 20-mal um die Welt gerannt, hätte ich ihn dadurch retten können. Er hätte diese Expedition geliebt, weil es auch wirklich witzig und aufregend war.“ Auch ihre Enkel in England nimmt sie in Gedanken immer mit auf ihre Abenteuer. 

So geht Rosie mit Rückschlägen um

In schwierigen Situationen und bei Ruckschlägen ist ihre Devise: standhalten und sich behaupten. „Selbst in schwierigen Situationen geht es immer voran. Die Berge bestehen vor allem im Kopf.“ Kraft geben ihr auch die Begegnungen mit Menschen.

Und die bekomme sie auf Reisen im Überfluss, sagt die 73-Jährige: „Ich bin nur ein gewöhnlicher Mensch. Ich bin alt. Ich muss rausgehen, um die Menschen zu treffen.“