Ischgl, Sölden, Lech – Tirols Ski- und Wandergebiete sind bekannt für Feten bis zum Morgengrauen, ein Übermaß an Pistenkilometern und massenweise Touristen. Alle? Nicht ganz. Fährst du über Innsbruck und weiter an Sölden vorbei, führt der Weg nur wenige Kilometer später zu einem kleinen, aber feinen Ort der Gemütlichkeit: dem Pitztal.

Holzbauten und romantische Dörfer

Statt riesiger Hotels und Parkhäuser zieren hier typisch österreichische Holzbauten und romantische Dörfer die schmalen Straßen. Überschaubarkeit und Gastfreundschaft sorgen für eine familiäre Atmosphäre. Das liegt auch am Hotel- und Gastronomiepersonal der Region: Ein Großteil davon sind gestandene Pitztaler, die gern die Geschichten ihrer Heimat erzählen.

„Das macht unser Pitztal aus“, sagt Bernhard Füruter, Marketingleiter der Pitztaler Gletscherbahn. „Die Gäste lernen hier die echte Tiroler Kultur kennen – und ein vielseitiges Skigebiet.“

Wir haben weit mehr als 50 Dreitausender.

Bernhard Füruter, Marketingleiter der Pitztaler Gletscherbahn

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Darauf sind die Pitztaler besonders stolz. Denn auch, wenn sich die Einheimischen nicht mit touristentauglichen Superlativen der Nachbarn vergleichen wollen, so schreiben sie sich eines gern auf die Fahne: ihre Höhe. Das sogenannte Dach Tirols hat mit dem Pitztaler Gletscher auf über 3.400 Metern das höchste Skigebiet Österreichs.

Statt mit endlos vielen Pistenkilometern punkten die Abfahrten des Gletschers mit ihrer Weitläufigkeit und atemberaubenden Ausblicken auf die umliegenden Berggipfel. Das sind nicht allzu wenige: „Wir haben weit mehr als 50 Dreitausender“, erzählt Füruter.

Alpenpanorama pur bietet sich den Skifahrern im Pitztal.


Besuchern bleibt dabei selbst überlassen, ob sie gemütlich die Pisten hinabschwingen wollen, um das eindrucksvolle Bergpanorama zu genießen, oder ob sie den Adrenalinspiegel in die Höhe treiben wollen. Denn: Die Berghänge der Dreitausender sind besonders für Freerider eine Attraktion.

Skifahrer, die sich abseits der Pisten in die Tiefe stürzen, erblickt man nicht selten von den Liften. Für die Profis des Offroad-Skis richtet das Pitztal deshalb alljährlich das Wild Face Freeride Extreme aus. Bei dem Freeride-Rennen bewertet eine Jury die Fahrer nicht, wie sonst üblich, nach Fahrstil und Tricks. „Hier geht es nach Schnelligkeit“, erzählt Nathalie Zuch vom Tourismusverband Pitztal. Den letzten Wettbewerb habe Frederik Eiter gewonnen. Ein Pitztaler. Natürlich.

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Zirbengeist ist Lieblingsschnaps der Pitztaler

Wem schon beim Anblick der Freerider das Herz rast, der sollte einmal den Lieblingsschnaps der Pitztaler kosten: den Zirbengeist. „Der senkt die Herzfrequenz und wirkt beruhigend“, erklärt Zuch. Nicht nur bei Hochprozentigem legt man viel Wert auf die regionale Kulinarik.

Mit einer besonderen Veranstaltung tragen die Pitztaler ihrer lokalen Küche Rechnung: Bereits seit zehn Jahren bietet Firn, Wein und Genuss im April die Möglichkeit, lange Skitage am Pitztaler Gletscher mit Verkostungen kulinarischer Spezialitäten zu kombinieren. „Wir wollen den Leuten zeigen, dass wir hier bis in den Mai hinein noch beste Skibedingungen haben“, sagt Gerhard Gstettner, Leiter des Tourismusverbands Pitztal, „und natürlich unsere gute regionale Küche.“

Firn, Wein und Genuss ist ein Gourmetabend

Die regionale Küche – das sind längst nicht nur die bekannten Tiroler Knödel. Beim Gourmetabend des Firn, Wein und Genuss lassen fünf Pitztaler Köche ihrer Kreativität freien Lauf und kreieren gemeinsam ein Neun-Gänge-Menü in der Sunna Alm am Rifflsee. Vor der verglasten Front des Restaurants und mit einem herrlichen Blick in die Berge servieren die Küchenchefs ihre Kreationen dabei als fliegendes Büfett.

Einer davon ist Robert Brugger vom Hotel Vier Jahreszeiten. „Es geht hier nicht bloß ums Essen, sondern um Ernährung für alle Sinne“, erklärt der leidenschaftliche Trailrunner. Er hat eine Vorliebe für gesunde, regionale und saisonale Gerichte.

Beim Gourmetabend bieten er und seine Kollegen den Gästen sowohl Altbewährtes wie Bauerntopfen auf Marillenröster als auch moderne Küche wie vegane Waffelhörnchen gefüllt mit Tomaten-Basilikumcreme an. Zwölf österreichische Winzer reichen dazu die passenden Tropfen.

Im Café 3.440 findet die höchstgelegene Weinprobe Europas statt.


Ihren Lieblingswein haben die meisten Gäste dabei längst auserkoren – bei einem weiteren Höhepunkt des Genussevents: der höchsten Weinverkostung Europas. Im Café 3.440 – die Zahl steht für die Höhenmeter – auf dem Pitztaler Gletscher bieten die Winzer ihre Weine vor der spektakulären Bergkulisse an. Auch Weinikone Leo Hillinger schenkt hier seine Tropfen aus, plaudert fröhlich und macht Fotos mit den Gästen.

Café 3.440 ist höchstes Café Österreichs

„Es kommen von Jahr zu Jahr mehr Leute zu uns“, erzählt Wirt Sepp Eiter. Seit 2012 betreibt er das Café auf dem Pitztaler Gletscher. Dafür hat er fast keine Mühe gescheut, denn das höchste Café Österreichs muss einige logistische Hürden überwinden, um seine Gäste zu versorgen. „Den Kuchen bekommen wir zum Beispiel von der Pitztaler Backstube an der Mittelstation“, erzählt Eiter. Die Konditorei ist die höchsgelegene in ganz Österreich.

Über den Lift transportieren die Gastronomen Klassiker wie die Linzer Torte und ausgefallene Backwaren wie glutenfreie Buchweizentorte in das runde Caféhaus. Die Begeisterung neuer Besucher über Speisen und Caféausblick erlebt der Wirt immer wieder gern. Die größte Belohnung für ihn sei aber, „wenn die Gäste wiederkommen“.

Wirt Sepp Eiter präsentiert stolz eine seiner Torten – so hoch oben gibt es in Österreich keine andere Konditorei.


Dass die Gäste des Pitztals wiederkommen, hofft auch Gerhard Gstettner. Trotz all der Superlative soll das kleine Tal dabei kein Gebiet für Massentourismus werden, sondern eine Oase der Ruhe und ein Ort für Genießer bleiben.

Tipps für deine Reise ins Pitztal

Anreise: Mit der Bahn geht es über München und Innsbruck zum Bahnhof Pitztal-Imst.

Unterkunft: Im Pitztal findet man viele Unterkünfte in allen Kategorien und Preisklassen. Keine hundert Meter vom Skilift Rifflsee entfernt ist das Vier-Sterne-Hotel Vier Jahreszeiten mit eigenem Wellnessbereich und Fitnessräumen. Ganz in der Nähe des malerischen Dorfes St. Leonhard liegt das Resort WNDRLX (ausgesprochen Wanderlux) mit 13 Chalets und modernen Appartements.

Kosten: In der Hauptsaison kostet der Drei-Tage-Skipass Gletscherpark Card Winter 152 Euro – und liegt damit im österreichischen Durchschnitt. Inbegriffen sind die Skigebiete Pitztaler Gletscher, Rifflseebahn, Hochzeiger, Imster Bergbahnen, Kaunertaler Gletscher und Winterberg Fendels, die zusammen auf knapp 122 Pistenkilometer kommen.

Zubehör: Skiausrüstung und Beratung bekommen Anfänger und Profis beim Pitzrenttal-Sportshop – schräg gegenüber vom Hotel Vier Jahreszeiten.

Firn, Wein und Genuss: Das Gourmetevent findet 2020 am Freitag und Samstag, 17. und 18. April, statt. Das Programm ist als Pauschale mit vier Übernachtungen und Drei-Tage-Skipass ab 455 Euro pro Person auf www.pitztal.com buchbar.

Die Reise wurde unterstützt vom Tourismusverband Pitztal. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.