Als reisereporter verstehen wir nur zu gut das Bedürfnis, dein Fernweh mit Reisen zu stillen. Doch dieser Wanderlust sind viele Orte nicht gewachsen. Zu den europäischen Overtourism-Metropolen wie Barcelona und vermeintlichen Geheimtipps wie Kotor, könnten sich nun die schottischen Highlands gesellen.

Im Vorjahr besuchten 6,5 Millionen Menschen das Hochland Schottlands: In saftig grünen Tälern grasen Schafe, mystische Burgruinen thronen auf kluftigen Felsen und dazu gibt es einen schier endlosen Blick in die Ferne – das erwarten viele Urlauber, eben ein Stück ungezähmtes Europa.

Weltberühmt ist die Region auch für ihre vielen Whisky-Destillerien, die ein Muss auf der Reise im Nordwesten des Landes sind.

An den Hotspots, wie hier am Loch Ness, müssen Besucher oftmals auf Einsamkeit in den Highlands verzichten.

Touristensteuer für Highlands soll spätestens 2021 kommen

Eine Gebühr von einem Pfund pro Nacht soll die Besucherzahlen regulieren und die wilde Natur vor dem Kollaps bewahren. Problematisch seien auch Wildcamper, die auf ihren Wanderungen provisorische Zeltlager aufschlagen würden. Die zugegeben niedrige Abgabe wird wohl kaum den Andrang lindern, dafür soll das Geld in die Verbesserung von touristischen Einrichtungen wie etwa Sanitäranlagen gesteckt werden.

Diskutiert wurde die Maßnahme schon länger, jetzt haben die lokalen Stadträte dafürgestimmt. Die schottische Regierung soll sich nach einem Bericht der Regionalzeitung „The Press and Journal“ dazu verpflichtet haben, das Gesetz bis 2021 zu verabschieden. 

Wildcamper und -pinkler sowie Abfall bedrohen Schottlands Natur

Eine Unterstützerin des Vorhabens, die Stadträtin von Inverness, Alasdair Christie, bekräftigte die Maßnahme: „Die Touristenabgabe wird Probleme wie Abfall, menschliche Exkremente, die in die Kanäle gelangen, blockierte Straßen, Staus an ungewöhnlichen Orten nicht lösen, aber die unmittelbare Wiederinstandsetzung unterstützen.“

Jedoch gibt es auch ordentlich Gegenwind, einige der Politiker meinen, dass die Steuer ein falsches Signal an Touristen sende, die ihren Besuch deshalb auf eine andere Destination umplanen könnten. Wie die umgerechnet 1,19 Euro pro Nacht erhoben werden sollen, steht aktuell noch nicht fest.

Erwägt wurde der Eintritt bereits 2018 für die Hauptstadt Edinburgh, und auch das historische Bath könnte folgen. Das prominenteste Beispiel in Europa ist derzeit wohl aber Venedig, wo die Abgabe von bis zu 10 Euro von Mai 2019 auf Sommer 2020 verschoben wurde.