Die massiven Proteste in Frankreich wegen der geplanten Rentenreform gehen heute in die nächste Runde. Es ist der sechste Tag in Folge, an dem im ganzen Land gestreikt wird. Für heute haben die Gewerkschaften erneut zu einem Generalstreik aufgerufen – bereits vergangenen Donnerstag wurde so das öffentliche Leben des Landes lahmgelegt, als nach Angaben des Innenministeriums schätzungsweise 800.000 Menschen auf die Straßen gingen.

Direkte Auswirkungen spüren auch deutsche Touristen, die von oder nach Frankreich reisen. Da sich das Bodenpersonal und die Fluglotsen von Air France am heutigen Massenprotest beteiligen möchten, sei mit Flugausfällen zu rechnen, berichtet der französische „The Local“. 

Flugausfälle in Frankreich wegen Massenprotesten erwartet

Air France teilt auf seiner Website mit, dass die nationale Luftfahrtbehörde Airlines darum gebeten hat, den heutigen Flugplan von und nach Paris-Charle-de-Gaulle, Paris-Orly, Lyon, Marseille, Toulouse und Bordeaux um 20 Prozent zusammenzustreichen. Trotzdem wolle die Airline alle Langstrecken-, nahezu alle Mittelstrecken- und 75 Prozent der Inlandsflüge stemmen.

Dieser Empfehlung wird auch – wie vergangene Woche – die Lufthansa und andere europäische Airlines betreffen. Reisende sollten sich vorab über den Status ihres Fluges informieren. Flüge können bei der Lufthansa kostenlos umgebucht werden – mit einer Entschädigung können Betroffene laut EU-Fluggastrechteverordnung jedoch nicht rechnen. Mehr über die Passagierrechte erfährst du hier.

Video: Streiks legen Frankreich den sechsten Tag in Folge lahm 

Der Zugverkehr steht seither nahezu still. Gestern fielen rund 77 Prozent der Verbindungen der nationalen Eisenbahn SNCF aus – auch die Metro in Paris soll weiterhin bestreikt werden.

Und das laut Ankündigung mehrerer Gewerkschaften bis Freitag. Auch bei den Fernzügen der Deutschen Bahn müssen Gäste weiterhin mit Einschränkungen rechnen.

Rollt doch ein Zug an, dann kommt es zu Drängeleien in schon fast panischem Ausmaß, wie ein Video des Journalisten Pierre Tremblay vom Montagabend am Gare du Nord in Paris zeigt. Massen versuchen, sich in den Zug zu quetschen.

Urlaub in Paris: Sehenswürdigkeiten teilweise dicht

Gerade in der Hauptstadt beeinträchtigen die Demonstrationszüge den Städtetrip: Diverse Geschäfte bleiben auf der Marschroute geschlossen, Busse und Straßenbahnen bleiben fast gänzlich stehen, und auch Aktivitäten müssen gestrichen werden, wie etwa der Konzertbesuch in der Pariser Oper. Der Demozug durch Paris soll heute um 13.30 Uhr starten.

Zeitweise konnte am Donnerstag sogar der Eiffelturm nicht mehr besucht werden – im Louvre sind einige Ausstellungsräume geschlossen. Mit dem erneuten Aufruf zum Massenprotest wollen die Gewerkschaften den Druck auf die Regierung erhöhen, Details zu der geplanten Rentenreform bekannt zu geben.